Senioren im Internet: So gelingt der Start in die digitale Welt

Mehr als die Hälfte der Senioren in Deutschland nutzt das Internet. Eine Umfrage des Statistischen Bundesamts (Destatis) in 2021 hat ergeben, dass 69 % der Altersgruppe ab 65 täglich im Internet unterwegs sind. Für die restlichen ein Drittel ist der Start aber nicht leicht. Dabei vereinfachen digitale Medien unsere Welt ungemein. Unser Ratgeber soll die Chancen und Risiken für Senioren aufzeigen und Möglichkeiten aufzeigen sich im Internet zurecht zu finden.

Welche Vorteile bietet das Internet allen Senioren?

In Zeiten der Corona-Pandemie zeigt sich, welche großartigen Möglichkeiten das Internet bietet. Der Kontakt zur Familie, wenn auch nur per Videotelefonie, ist möglich ohne sich anzustecken. Senioren erhalten alle möglichen Informationen ohne das Haus verlassen zu müssen. So lassen sich im Internet medizinische Informationen nachlesen, Rezepte herunterladen oder sogar telemedizinische Dienste nutzen ohne sich einem höheren Infektionsrisiko auszusetzen.
Für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen ist ein Tablet- oder Smartphone mit Internetzugang häufig die einzige Verbindung zur Familie geworden. Daher ist für viele Senioren das Internet heute unverzichtbar und praktischer denn je.

Weitere Vorteile des Internets für Senioren sind:

  • Online Banking-Geschäfte erledigen
  • Soziale und kulturelle Aktivitäten
  • Video-Kontakt mit Angehörigen
  • Gesundheitliche Informationen abrufen
  • Fotos und Videos von Familienangehörigen ansehen und teilen
  • Nachrichten anschauen

Welche Möglichkeiten bietet das Internet zur Kommunikation mit Freunden und Familie?

Rentner werden sich erinnern, dass Sie vor 25 Jahren noch hohe Kosten für Ferngespräche berappen mussten. Jedes Gespräch wurde so kurz wie möglich gehalten. Das Internet ermöglicht es Senioren per Text, Video oder Gespräch mit entfernten Personen aus der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben ohne Zusatzkosten zu haben. Möglich machen dies Dienste wie Apples Facetime, Whatsapp, Telegram, Facebook Messenger oder Skype. Diese lassen sich auf einem Smartphone oder Tablet installieren. Unterhaltungen in Echtzeit sind dadurch auf dem ganzen Globus möglich. Nachrichten lassen sich in sekundenbruchteilen lesen und schreiben, was die Dienste noch schneller als die E-Mail macht.

Social Media bietet darüber hinaus Senioren die Möglichkeit Fotos und Videos zu tauschen. Wo sind die Enkelkinder unterwegs und was erleben diese gerade? Whatsapp, Facebook und Instagram haben entsprechende Anwendungen (Apps), die es einem Senioren erlauben einem Familienmitglied über das Smartphone digital zu folgen.

Wie gelingt einem Senioren der Einstieg in’s Internet?

Für Senioren ist das Internet häufig Neuland, während jüngere Generationen ab dem Grundschulalter damit aufwachsen. Daher sind Berührungsängste groß. Allerdings lohnt es sich in die digitale Welt einzutauchen und sich Schritt-für-Schritt damit vertraut zu machen.

Empfehlenswert ist es sich von Familienangehörigen oder Bekannten erste Schritte zu zeigen. Enkelkinder sind häufig Experten im Internet, allerdings sind sie selten mit Verständnisproblemen der älteren Generation vertraut. Besser ist es sich jemanden im mittleren Alter zu nehmen, da diese Menschen mit der Entstehung und Verbreitung des Internets aufgewachsen sind.

Voraussetzungen für Internet schaffen

Damit das Internet funktioniert, bedarf es nur zwei Dinge:

  1. Internetzugang
  2. Gerät

Ein Internetzugang kann dabei über stationäre Leitungen (Telefonanschluss, Glasfaser, Kabelanschluss) oder das Mobilfunknetz erfolgen. Zuhause empfiehlt sich eine stationäre Leitung, da die Kosten am niedrigsten und Internetgeschwindigkeit hier am höchsten sind. Die Kosten für den Internetanschluss sind wiederkehrend und monatlich zu bezahlen. Laut dem Experten Konstantin Matern vom Vergleichsportal DSLregional.de liegen diese zwischen 30 und 120 € pro Monat. Die Gebühren hängen von der gewählten Internetgeschwindigkeit ab. Zwar gibt es auch Möglichkeiten mobil kostenlos ins Internet zu kommen, allerdings ist dies keine komfortable und dauerhafte Lösung.

„Für Senioren reicht ein Internetzugang mit 50 Mbit/s in den meisten Fällen aus. Damit lassen sich Video-Streaming und das Lesen von Inhalten bewerkstelligen. Wenn die Rente knapp ist, tut es auch ein einfacher DSL-Anschluss mit 16 Mbit/s. Der reicht auch völlig aus, um erste Erfahrungen im Internet zu sammeln.“, so Konstantin Matern.

Tipp:
Kein stationärer Anschluss möglich? Ist der eigene Haushalt nicht mit einem Telefonanschluss ausgestattet, der DSL ermöglicht, so bleibt nur die Einwahl über das Mobilfunknetz. Bei den bekannten Anbietern (Vodafone, Telekom, o2) erhalten Senioren sogenannte Homespots, die über eine SIM-Karte (wie beim Handy) sich mit dem Internet verbinden. Gerade auf dem Land ist diese Technik für einige Haushalte die einzige Chance auf schnelles Surfen.

Die Kosten für Geräte sind einmalige Anschaffungskosten. In Frage kommen ein PC, Smartphone oder Tablet. Dabei sind Smartphone oder Tablet meist intuitiver bedienbar als ein PC und für die meisten Einsteiger im Rentenalter die erste Wahl. Es muss dabei nicht das teuerste Produkt sein. Heutzutage ist die Technik auf einem fortschrittlichen Stand, so dass günstige Geräte die Anforderungen an die Internetnutzung voll erfüllen. Bei der Wahl eines Smartphones oder Tablets sollten Senioren ein Gerät mit großem Display wählen, damit Zeichen gut erkennbar sind.

Internet einrichten

Für die Einrichtung des Internets ist es hilfreich jemanden mit Erfahrungen zu rufen. Das muss kein Netzwerkexperte sein, allerdings ist es hilfreich, wenn den Internetzugang jemand einrichtet, der es bereits gemacht hat. Je nach Anbieter erfolgt die Einrichtung des Anschlusses unterschiedlich. Allerdings muss Zuhause immer ein Router angeschlossen und eingerichtet werden. Was genau ein Router ist und welche Aufgaben dieser übernimmt, ist auf Cisco.de beschrieben.

Der Router verbindet das heimische Netzwerk mit dem Internet und ist das Tor in das „World Wide Web“. Daher sollten Senioren bei der Tarifauswahl darauf achten einen Tarif mit WLAN-Router zu wählen oder sich ein solches Gerät separat zu kaufen.

So funktioniert die Einrichtung des Routers:

  • Schließen Sie den Router an. Verbinden Sie diesen dazu mit einer TAE-Dose (Telefondose) und anschließend mit der Steckdose.
  • Stellen Sie eine Verbindung zum Router her. Das geht kabellos (WLAN) oder mit einem Netzwerkkabel
  • Konfigurieren Sie dann den Router entsprechend der Anleitung. Dazu gehört je nach Anbieter die Eingabe der Verbindungsdaten und die Einrichtung eines WLANs.

Welche Internet-Kurse sind für Senioren empfehlenswert?

Damit der Start im Internet frustfrei gelingt, gibt es für Senioren spezielle Internet-Kurse. Dadurch kann jeder im fortgeschrittenen Alter Sicherheit gewinnen und Ängste abbauen. Geeignet sind nur Kurse der VHS. Einfacher Privatunterricht von Bekannten, Angehörigen oder Freunden reicht meist schon aus. Als Senior stellen Sie ohne Hemmungen Fragen und lernen im eigenen Tempo. In den Ferien können sicherlich auch Schüler oder Studenten aus dem Familienkreis das Internet beibringen. Weitere Lernhilfen sind Fachbücher oder die Videoplattform Youtube.

Um beim Umgang mit und im Internet fit zu sein, sollten Silver Surfer sich folgende Kurse anschauen:

Thema des KursesLerninhalteKursanbieter / Quelle
BrowserBenutzung eines Browsers wie Chrome, Safari, Firefox oder Edge. Internetseiten ausdrucken, Schriften vergrößern, Werbeblocker installieren, Verschlüsselung nutzen und Lesezeichen setzen.Hilfe-Seite des jeweiligen Browser-Anbieters
InternetsicherheitSicheres Surfen, privater Modus im Browser, Updates, Anonymes Surfen, versteckte Werbung, Werbeblocker einsetzen, Surfen an öffentlichen WLAN-Hotspots- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
- Silver-Tipps – mit Freude online!
E-Mail & SpamE-Mailadresse kostenlos bekommen, E-Mailprogramm einrichten, Grundlagen zu Thunderbird, Adressbuch verwalten, Spam-Schutz, E-Mail Verschlüsselung, E-Mail Sicherheit- VHS-Kurs
PasswörterPasswortmanager, Passwortsicherheit- BSI-fuer-Buerger.de

Besonders das Thema Sicherheit sollten Senioren ernst nehmen. Die Abzocke im Internet erwischt leider häufig unerfahrene Internetnutzer. Doch mit der bedachten Vorgehensweise unter Anleitung eines erfahrenen Internetnutzers gelingt es jedem Senioren zum kompetenten „Silver Surfer“ zu werden.
Quellen:

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