Die Metaphysik des Baruch de Spinoza

Spinoza griff auf Grundworte der antiken Philosophie zurück, um seine Metaphysik zu formulieren: die Substanz, ihre Attribute und Modi.

Der Ausgangspunkt seiner spekulativen Weltdeutung musste etwas sein, was kein anderes als Grund bedarf. Für Spinoza ist die Substanz der Grund seiner selbst oder wie er definierte, der Grund und die Ursache seiner selbst – causa sui. Da für ihn die Existenz Gottes eine Selbstverständlichkeit war, setze er die Substanz mit Gott gleich.

Was wir von der Substanz wissen, wissen wir durch ihre Attribute Denken und Ausdehnung – cogitatio und extensio. Die Substanz selbst, also Gott, besitzt unendlich viele Attribute, uns Menschen sind aber lediglich zwei davon zugänglich.

Modi heißen die Einzeldinge, also die einzelnen Dinge und Denkweisen, die wir erfassen und begreifen können. Dazu gehört selbstverständlich auch der Mensch mit seinem Bewusstsein. Die Substanz und ihre Attribute sind ewig, die Modi sind zeitlich und vergänglich innerhalb des unendlichen Ganzen. Da die Substanz Gott heißt, sagt Spinoza: »Die Dinge sind nichts anders als die Affektionen der Attribute Gottes, oder die Dinge sind Modi, durch welche Gottes Attribute ausgedrückt werden.« Man könnte auch formulieren, dass sich Gott im Kosmos, in der Natur, in der Welt zeigt

Ähnliche Spekulationen finden sich in der Religionsphilosophie von Alfred N. Whitehead und in der sogenannten Prozesstheologie.

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