Der späte weibliche Besuch

Überraschende Besuche können ganz nett sein, aber nicht gerade zur nächtlichen Stunde. Und genau das stand mir zur Stunde an. Ich spürte es, es lag in der Luft, es war weiblicher Besuch, welcher sich in meiner Abwesenheit zu mir ins Schlafgemach eingeschlichen hatte. Das Schlimme an der Sache ist man weiß nie genau, was so heimlicher Besuch wirklich im Schilde führt und mit zunehmenden Alter bin ich nicht mehr für jeden Spaß gerüstet, denn aus dem ersten Schlaf gerissen zu werden ist auch nicht so mein Ding. Ich spürte es, sie war da, aber wo?

Das alles geht und gibt doch nicht? Und ob es das gibt. Besonders wenn das Zimmer stark verwinkelt und mit allerlei Mobiliar bestückt ist, oder der heimlich ungebetene Gast sich im ganzen Haus verstecken kann, weil er mich anschließend im Schlaf überraschen will. Ich war so was von müde und hatte auf solche Suchspielchen heute überhaupt keinen Bock. Ich möchte mich lieber in meine Zudecke einkuscheln, an was Schönes denken und dann einschlafen.

Doch manchmal läuft nicht alles so wie es erwünscht ist und genau das wurde mir heute Nacht zum Verhängnis. Ganz lapidar gesagt, macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, aber schon eine winzig kleine Stechmücke kann die Nacht zur Hölle machen und die nötige Nachtruhe empfindlich stören. Oft besteht auch die bei einigen Mitbürgern die irreparable Ansicht, einzelne Spezies könnten am Tagesablauf nichts verändern. Diese Personen sollten mal gezielt eine Nacht alleine mit einer Mücke im Schlafzimmer verbringen, sie hätten am folgenden Tag Zeit ihren Irrtum zu überdenken. Es fängt mit dem nächtlichen Schlafentzug an und endet mit stundenlangem Juckreiz der Einstichstellen. Zugegeben, eine ganze Invasion dieser Plagegeister wäre für jeden Menschen der absolute Albtraum schlecht hin, aber schon bei einem dieser weiblichen Blutsauger ist an Schlaf nicht mehr zu denken.

In der Dämmerung schleichen sich die Mücken klammheimlich durch das offene Fenster an, um unser Blut anzuzapfen, was ihnen meistens auch gelingt. Mit etwas Glück, wenn alle anderen Körperteile unter der Bettdecke vergraben sind und nur noch der Kopf unter der Decke rausschaut, hört man vorher einen sirrenden Ton am Ohr und es können Abwehrmaßnamen getroffen werden, aber so oder so, mit der Nachtruhe ist es aus und vorbei und die nächtliche Jagdsaison beginnt.

Ein Nachbar erzählte mir mal, es wären nur die weiblichen Mücken welche stechen, die männlichen wären harmlos. Allerdings hat er mir nicht gesagt wie er sie unterscheidet. Dann hat sich seit Jahren immer nur alles Weibliche in mein Schlafgemach getraut und dafür habe ich volles Verständnis.

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