Pelzmärtel - Eine fränkische Tradition

Pelzmärtel

Im Herzen von Deutschland und darüber hinaus erwacht mit dem Herannahen des Winters ein altes Brauchtum zum Leben - die Tradtion des Pelzmärtel. Doch wer oder was ist der Pelzmärtel genau, und welche Geschichten ranken sich um diese Figur?

Namensursprung und Erläuterung

"Pelzmärtel" ist ein Begriff, der seine Wurzeln in der Kombination von "Pelz" (aufgrund seiner typischen Bekleidung) und "Märtel", einer Kurzform von Martin, hat. Der Name verweist somit direkt auf den heiligen Martin von Tours, einem Bischof aus dem 4. Jahrhundert. Er wird, je nach Region auch als Pelzemärtel, Pelzermärtel, Pelzamärdl, Bulzermärtl oder Pelzmartin bekannt, verkörpert in einigen Gegenden Frankens, besonders im Kreis Nürnberg den Gabenbringer der Vorweihnachtszeit. In manchen Orten wird er auch als "Pelznickel" bezeichnet. Dieser Name verknüpft die Traditionen des St. Nikolaus (daher das "Nickel") und des Sankt Martin (daher das "Märtel"). Am Martinstag, dem 11. November, oder am Nikolaustag, dem 6. Dezember, bringt er den artigen Kindern Nüsse und Obst, während "böse" Kinder "Prügel" erhalten.

Nikolaus
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Ursprung des Ritus

Dieser fränkische Tradition lässt sich auf das Mittelalter zurückverfolgen, als der heilige Martin als Schutzpatron der Armen und Bedürftigen verehrt wurde. Seine Großzügigkeit wurde im Laufe der Zeit personifiziert und als Brauch gefeiert.

Traditionell wird der Pelzmärtel am 10. November, dem Vorabend des Martinstages, gefeiert.

Während er besonders in Franken gefeiert wird, sind Spuren davon auch in anderen Teilen Deutschlands und in angrenzenden Regionen zu finden.

Der Tag wird oft als eine evangelische Tradition betrachtet, besonders in Gegenden, in denen die Reformation stark war. Dies unterscheidet ihn von ähnlichen katholischen Bräuchen.

Was macht der Pelzmärtel?

Wie der heilige Nikolaus bringt auch der Pelzmartin Geschenke für die Kinder. Ähnlich dem Weihnachtsmann, bringt er artigen Kindern am 10. November Geschenke und bestraft die unartigen mit der Rute. Sein Name könnte vom Wort "pelzen", das "prügeln" bedeutet, stammen. Ursprünglich hatte er eine strafende Rolle, entstanden aus dem protestantischen Wunsch, die Heiligenverehrung zu beenden. Trotz des Reformationshintergrunds blieb der Bezug zum Heiligen Martin wegen Luthers Namenstag bestehen. Über die Zeit verlangten Kinder nicht nur Zucht, sondern auch Gaben, wodurch der Pelzmärtel zum Gabenbringer wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Nikolaus und Pelzmärtel?

Obwohl beide Figuren Geschenke bringen, ist der Pelzmartin stärker mit dem heiligen Martin und der evangelischen Tradition verbunden, während der Nikolaus von Myra auf den heiligen Bischof von Myra zurückgeht und eher katholisch geprägt ist.

Sankt Martin

Ähnliche Bräuche

In vielen Kulturen gibt es Figuren, die Kinder während der Wintermonate belohnen oder bestrafen, wie zum Beispiel der Krampus im alpenländischen Raum. Die Darstellung des Pelzmärtel variiert je nach Region. In manchen Gegenden erscheint er mit Maske und Strohballen als furchteinflößende Figur, um böse Geister abzuschrecken und muss gelegentlich von Kindern vertrieben werden. In Schwaben stellt er das dunkle Gegenstück zum Nikolaus dar, während er in Bad Herrenalb an Heiligabend die Kinder mit Glockengeläut besucht. In Österreich ist er als Krampus bekannt und begleitet den Nikolaus als dessen finsterer Partner. In Norddeutschland erinnert er an Knecht Ruprecht. Dank der deutschen Auswanderer kennt man den Pelzmärtel auch in den USA und als Pelznickel in Teilen Brasiliens. Überall dient er dazu, unartige Kinder zu maßregeln und brave zu belohnen. 

Sprüche zum Pelzmärtel

"Mit Pelz und Sack, kommt Pelzmartin im Takt, bringt Freude und Schreck, für jedes Kind im Versteck."
"Wenn der Pelzmartin durch den Schnee stapft, weiß jedes Kind, was ihm Gutes zuläuft."
"Mit Pelz und Sack, im Winterflack, kommt Pelzmartin her und bringt viel mehr."
"Ob Nuss oder Rute, der Pelzmartin entscheidet die Gute."

Weihnachstbaum

Grüße zum Tag

"Frohen Pelzmärtel!" oder "Gesegneten Martinstag!" sind gängige Grüße zur Zeit dieses Festes. Man kann aber auch wie folgt zum fränkischen Brauch grüßen:

"Möge der Pelzermärtel dir Süßes bringen und alle Sorgen wegfegen. Einen zauberhaften Pelzmärtel-Tag wünsche ich dir!"

"Mit leuchtenden Laternen und einem Herzen voll Freude, warte ich auf den Pelzmärtel. Möge er dir all das Gute bringen, das du dir wünschst. Herzliche Grüße zum Pelzermärtel!"

"In der Kälte des Winters bringt der Pelzmärtel Wärme in unsere Herzen. Mögen seine Gaben dir Glück und Lächeln bringen. Frohen Pelzermärtel-Tag!"

Literarische Werke 

Die Faszination der Figur spiegelt sich auch in der Literatur wider. Dichter wie Friedrich Wilhelm Güll und Franz Graf von Pocci haben Gedichte verfasst, die das Wesen der Figur einfangen. 

Fazit

Er ist mehr als nur eine Figur aus alten Zeiten; er ist ein Symbol für Großzügigkeit, Glauben und die tief verwurzelten Traditionen, die unsere Kultur bereichern. Das Wissen um seine Geschichte und Bedeutung ermöglicht es uns, diese wertvolle Tradition an zukünftige Generationen weiterzugeben.

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