Das Dynamit der Auferstehung

Focus: Sind die Kirchen systemrelevant?
„Focus“-Chefredakteur Robert Schneider ist mit den Kirchen unzufrieden: „Ich frage mich, was Kirchen im Hinblick auf Systemrelevanz von Baumärkten unterscheiden soll, die u. a. hier in Berlin weiterhin geöffnet haben. Ich frage mich, warum viele Priester und Pfarrer so stumm sind ob der abgesagten Messen? Wo sind die Stimmen der Seelsorger und Hirten in dieser Zeit, in der doch so viele Menschen Orientierung und Hilfe brauchen? Soll Jesu Auferstehung dieses Jahr ausfallen?“

Welt am Sonntag: Wird die Corona-Krise zum Offenbarungseid für die Kirchen?
Laut der „Welt am Sonntag“ (Berlin) könnte die Corona-Krise für die Kirchen in Deutschland „eine Art Offenbarungseid werden“: „Die Selbstbeschränkung der Kirchen mutet seltsam an in einer Zeit, in der Orientierung mehr denn je gefragt ist. In der Friedensbewegung, in der Nachrüstungsdebatte, im Widerstand gegen die Atomkraft, im Kampf für Solidarität mit der Dritten Welt und gegen Hartz IV in Deutschland waren die christlichen Kirchen, insbesondere die evangelische, immer ganz vorn mit dabei. Von der ehemaligen Bischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, konnte man über Jahre zu fast jedem Thema eine Stellungnahme oder sogar eine Belehrung erwarten.

Oft auch ungefragt. Jetzt gibt sie sich wortkarg ... Steffen Augsberg, Verfassungsrechtler und Mitverfasser der Ad-hoc-Empfehlungen des Deutschen Ethikrates zur Corona-Krise, sagt: ‚In Zeiten der Not erfolgt eine stärkere Hinwendung zum Glauben. Ich nehme die Kirchen in der Krise aber kaum wahr. Das mag auch daran liegen, dass sie sich in ihrer Innerweltlichkeit verzetteln – und dass sie sich zum Beispiel in der Atommüll-Endlager-Kommission oder in den Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks intensiv um Aufgaben kümmern, die wenig mit Seelsorge oder Gottesdienst zu tun haben.‘“

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http://www.idea.de/gesellschaft/detail/das-dynamit-der-auferstehung-112575.html

Twdore

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Kommentare

  1. Dem stimme ich zu. Ich wundere mich sehr darüber, dass die Kirchen nicht die Möglichkeiten nutzen die sie haben sollten in der Arbeit der Gemeinde oder was weiß ich in welchen Formen man präsent sein kann, Hilfe geben

  2. Zitat: "Sind die Kirchen systemrelevant?
    „Focus“-Chefredakteur Robert Schneider ist mit den Kirchen unzufrieden: „Ich frage mich, was Kirchen im Hinblick auf Systemrelevanz von Baumärkten unterscheiden soll, die u. a. hier in Berlin weiterhin geöffnet haben. Ich frage mich, warum viele Priester und Pfarrer so stumm sind ob der abgesagten Messen? Wo sind die Stimmen der Seelsorger und Hirten in dieser Zeit, in der doch so viele Menschen Orientierung und Hilfe brauchen? Soll Jesu Auferstehung dieses Jahr ausfallen?“"
    Antwort: Das muss doch jeder für sich entscheiden! Wer sich mit den Glaubensinhalten der Kirche
    beschäftigt hat und verstanden hat, aufgrund welcher Quellen bestimmte Lehrentscheidungen gefallen sind, sieht die Lehre in einem anderen Licht als einer, der nur einzelne unzusammenhängende Zitate eventuell von Übelwollenden übernommen hat.
    Die Ersteren werden die Lehre der Kirche als Leitfaden für ihr Leben wählen, die anderen aber über sie lachen oder schimpfen und der Kirche nebenbei noch gute Lehren erteilen, obwohl sie in ihrer Kirchenferne
    keine Ahnung von Seelenführung und von Glaubensverkündigung haben können.
    Bei entsprechender Gefahr ist es keine Schande, wenn sie nicht protestiert, wenn auch Gottesdienste für einige Zeit abgesagt werden sollen. Oder sollten Priester vielleicht auch alten Glaubensbrüdern erklären, sie seien verpflichtet, auch bei Gefahr für Gesundheit und Leben den Gottesdienst aufzusuchen? Wenn sie sich selbst für den Besuch des Gottesdienstes entscheiden und sich an die Regeln halten, ist das die eigene Entscheidung der Betroffenen. Es wäre ein Wahnsinn, in dieser Situation Druck aus zu üben.
    Und warum sollten Christen sich über die Gefahr größerer Menschenansammlungen hinwegsetzen, wenn die Gefahr so groß ist, dass die Spitzen der Politik und Fachleute Massenansammlungen für einige Zeit auch in Kirchen verbieten?

    1. "Und warum sollten Christen sich über die Gefahr größerer Menschenansammlungen hinwegsetzen,...." Lustige Frage, das haben sie schon während des ersten Lockdown getan. Mehrere Versammlungen evangelikaler Gemeinden stellten sich im Nachhinein als Virenschleudern heraus, weil die Gemeindemitglieder ihren Glauben und ihre religiöse Zeremonie für wichtiger hielten als die Schutzvorschriften.

      1. Zitat: "Lustige Frage, das haben sie schon während des ersten Lockdown getan."
        Das entsprach damals der Vereinbarung zwischen Regierung und den Kirchen. Es gab also keinen Verstoß gegen Corona-Regeln. Aber jetzt verlangten einige, die Kirche hätte energisch protestieren sollen, weil offenbar an einigen Orten auch Gottesdienste nicht stattfinden sollten. Es wurde also verlangt, die Kirche sollte sich öffentlich gegen die Corona-Vorschriften der Regierungen stellen.
        Und das ist eine seltsame Forderung. Das kann wohl nur ein Corona-Leugner verlangen, der sich wünscht, die Kirchen mögen sich ihren Märchen nicht nur anschließen, sondern diese auch noch unterstützen.
        Ich bin zwar kein Mitglied einer Freikirche, möchte aber darauf aufmerksam machen, dass sie mit ihrem Verhalten die gültigen Regeln nicht übertreten haben. Damals war das Wissen über das Virus eben geringer, nicht nur in den Kirchen, sondern auch im Staat bzw. bei den Politikern.
        Mit dem Wissen späterer Zeit ist es leicht, menschliche Verhaltensweisen in der Vergangenheit zu kritisieren. Das macht bloß jemand, der unbedingt Andere ins schlechte Licht rücken möchte.

          1. Also was Deinem Denkschema nicht entspricht, ist keine Antwort wert?
            Das ist eine Einstellung, die dazu führt, statt Gegenargumente vorzubringen lieber Bewertungen durch zu führen.
            Dazu ist nachdenken nicht nötig.

          2. Nun hat die katholische Kirche in Österreich alle öffentlichen Gottesdienst für die Zeit der Notwendigkeit schärferer Corona-Maßnahmen abgesagt, sicher weil sie keinen Tatchristen zur Erfüllung der Sonntagspflicht zwingen will, die nur unter Gefährdung ihres Lebens erfüllt werden könnte, vor allem wenn sie in vorgerücktem Alter sind und/oder auch Vorerkrankungen haben.
            Das wird Palmstroem wohl auch nicht verstehen.

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