Haushaltshilfe für Senioren: Unterstützung und Entlastung im Alltag

Haushaltshilfe mit Seniorin
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In einer Gesellschaft, in der die Bevölkerung zunehmend altert, wird die Haushaltshilfe für Senioren zu einem immer wichtigeren Thema. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden zu Haushaltshilfen in Deutschland, angefangen bei der grundlegenden Definition bis hin zur Finanzierung und Abrechnung.

Was ist eine Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe ist jemand, der ältere Menschen im Alltag unterstützt. Dies kann die Erledigung von Haushaltsaufgaben, Einkäufen oder einfach die Begleitung bei alltäglichen Aktivitäten umfassen. Im Unterschied zu Alltagsbegleitern, die mehr auf soziale Interaktion und Begleitung ausgerichtet sind, konzentriert sich die Haushaltshilfe stärker auf praktische Aufgaben.

Anstellungsformen von Haushaltshilfen

Haushaltshilfen können in verschiedenen Formen angestellt werden: Vollzeit, Teilzeit oder als Minijob. Jede Anstellungsform hat ihre eigenen rechtlichen und finanziellen Implikationen. Man sollte sich vorab über Vertragsbedingungen, Versicherungsschutz und steuerliche Aspekte informieren.

Auswahl einer Haushaltshilfe

Bei der Auswahl einer Haushaltshilfe sind Vertrauen und Sympathie entscheidend, da sie Zugang zu privaten Bereichen haben. Zweifel an der Person sollten zu einer Ablehnung führen. Eine Schlüsselübergabe sollte erst nach gründlichem Kennenlernen erfolgen, idealerweise mit einem Schlüsselübergabeprotokoll. Selbst bei Vertrauen ist es ratsam, Wertgegenstände und Bargeld nicht offen liegen zu lassen.

Eine klare Definition der zu erledigenden Aufgaben ist ebenfalls wichtig. Die genauen Tätigkeiten und eventuelle Zusatzaufgaben sollten schriftlich festgehalten werden. Ein bezahltes Probearbeiten gibt Einblick in den benötigten Zeitaufwand und die Arbeitsqualität, wobei offene Kommunikation über etwaige Änderungswünsche Unzufriedenheit vermeiden hilft.

Bei der Auswahl einer Haushaltshilfe sollten Sie deren Qualifikationen, Erfahrungen und persönliche Eignung berücksichtigen. Empfehlungen von Bekannten oder professionellen Vermittlungsagenturen können bei der Suche hilfreich sein.

Zielgruppe

Haushaltshilfen eignen sich besonders für Senioren, die Unterstützung im Alltag benötigen, aber noch ein gewisses Maß an Selbstständigkeit bewahren möchten. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen mit einem Pflegegrad, da hier oft finanzielle Unterstützung durch die Pflegekassen möglich ist.

Haushaltshilfe
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Aufgaben einer Haushaltshilfe

Die Aufgaben im Haushalt umfassen ein breites Spektrum hauswirtschaftlicher Aufgaben. Dazu gehören Reinigungsarbeiten wie Staubsaugen, Wischen, das Putzen von Küche und Badezimmer sowie das Reinigen von Fluren und Treppenhäusern. Sie übernehmen zudem die Wäschepflege (Waschen, Bügeln, Zusammenlegen), Geschirrspülen, das Herrichten von Betten, das Waschen und Aufhängen von Gardinen sowie die Müllentsorgung. Weitere Leistungen sind Einkaufen, Kochen und Backen, die Pflege von Haustieren und Zimmerpflanzen sowie kleine Garten- und Balkonarbeiten. Auch kleinere Reparaturen und Handwerksarbeiten können von ihnen erledigt werden.

Diese Haushaltshilfen bieten insbesondere für Senioren, Kranke und Menschen mit Behinderungen eine wertvolle Unterstützung und Entlastung im Alltag, da viele der Hausarbeiten körperlich anspruchsvoll sein können. Obwohl sie regelmäßig in Seniorenhaushalten eingesetzt werden und zu den häufigen Diensten wie Einkaufshilfen oder Alltagsbegleitern zählen, sind sie nicht für pflegerische Aufgaben zuständig und sollten daher nicht mit Pflegekräften verwechselt werden. Ihre Tätigkeiten fallen unter haushaltsnahe Dienstleistungen.

Kostenübernahme

Die Kosten für eine Haushaltshilfe können von der Pflegekasse, der Krankenkasse oder privat getragen werden. Im Normalfall trägt der Auftraggeber die Kosten für eine Haushaltshilfe. Bei Bedarf aufgrund gesundheitlicher, altersbedingter oder anderer Einschränkungen kann jedoch eine Kostenübernahme durch Kranken- oder Pflegekassen erfolgen. Bei medizinischer Notwendigkeit, beispielsweise nach Operationen, können die Kosten durch die Krankenkasse übernommen werden. Personen mit anerkanntem Pflegegrad können eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse beantragen. Die Erstattung der Kosten erfolgt nach Stellung eines Antrags und dessen Genehmigung.

Haushaltshilfe bei Pflegebedürftigkeit

Bei vielen Senioren mit einem Pflegegrad übernehmen Pflegekassen oft einen Teil der Kosten für die Unterstützung im Haushalt. Dies kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern und sie in ihrem Wunsch unterstützen, im eigenen Zuhause zu bleiben.

Ab Pflegegrad 1 besteht ein Anspruch auf einen Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI, der monatlich 125 Euro beträgt. Dieser kann für die Bezahlung einer Haushaltshilfe verwendet werden. Beachtet werden sollte dabei, dass der Dienstleister von der Pflegekasse anerkannt sein muss.

Für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erweitern sich die Finanzierungsmöglichkeiten. Sie können bis zu 40% des Budgets für Pflegesachleistungen nutzen, um die Kosten einer Haushaltshilfe zu decken. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Leistungen der Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen. Wenn der pflegende Angehörige temporär verhindert ist, kann man bis zu 1.612 Euro jährlich für die Verhinderungspflege nutzen. Dies kann auch für die Finanzierung einer Haushaltshilfe verwendet werden und deckt maximal einen Zeitraum von sechs Wochen ab.

Nicht genutzte Entlastungsbeträge verfallen nicht sofort, sondern werden angespart und können beispielsweise für spätere Bedarfe verwendet werden. 

Unterstützung ohne Pflegegrad

Auch Senioren ohne Pflegegrad haben Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten. 

Bei Personen ohne Pflegegrad kann unter gewissen Umständen eine Kostenübernahme für Haushaltshilfen durch die Krankenkasse erfolgen. Laut § 38 SGB V besteht für gesetzlich Versicherte ein Anspruch auf Haushaltshilfe bis zu vier Wochen, wenn sie aufgrund einer Krankenhausbehandlung, Krankheit, Verschlimmerung einer Krankheit oder einer Operation ihren Haushalt nicht selbstständig führen können und keine andere im Haushalt lebende Person diese Aufgaben übernehmen kann.

Der Anspruch auf Haushaltshilfe kann auf bis zu 26 Wochen ausgedehnt werden, falls im Haushalt ein Kind unter 12 Jahren oder ein auf Hilfe angewiesenes behindertes Kind lebt. Die Inanspruchnahme erfordert eine ärztliche Bescheinigung, die bei der Krankenkasse eingereicht wird, woraufhin diese die Kostenabwicklung mit dem Dienstleister regelt.

Die Antragstellung auf Kostenübernahme erfolgt bei der Krankenkasse, meist für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen. Die Krankenkasse rechnet in der Regel direkt mit dem Dienstleister ab, und es kann eine Zuzahlung erforderlich sein. Sollte kein passender Vertragspartner verfügbar sein, können auch nahe Angehörige, Partner oder Nachbarn als Haushaltshilfe einspringen, wobei in bestimmten Fällen Fahrtkosten oder Verdienstausfall erstattet werden können.

Hilf im Haushalt
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Privater Arbeitgeber

Wer eine Haushaltshilfe als privater Arbeitgeber in seinen eigenen vier Wänden anstellt, muss sich um Vertragsbedingungen, Versicherungen und steuerliche Aspekte kümmern.  Wenn kein medizinischer Bedarf oder Pflegegrad vorliegt, müssen die Kosten für Haushaltshilfen selbst getragen werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die finanzielle Belastung durch Steuervergünstigungen für die Hilfe im Haushalt zu reduzieren. Für detaillierte Informationen sollte man daher einen Steuerberater konsultieren. Zudem bietet sich mehr Flexibilität bei der Auswahl: Es kann eine Privatperson auf Minijob-Basis oder als sozialversicherungspflichtige Kraft angestellt oder mit einem Dienstleister auf Honorarbasis zusammengearbeitet werden.

Das Minijob-Modell

Die Anstellung einer Haushaltshilfe auf Minijob-Basis ist eine beliebte Option. Dieses Modell bietet Flexibilität und ist oft mit geringeren administrativen Anforderungen verbunden.
Falls die Vergütung einer Haushaltshilfe monatlich nicht über der geltenden Mini-Job Grenze liegt, eignet sich eine Anmeldung als Minijob. In diesem Fall agiert der Auftraggeber als privater Arbeitgeber und muss die Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale anmelden, dabei Pauschalbeiträge für Sozialversicherungen entrichten. Steuerlich können bis zu 10 Prozent der Ausgaben, geltend gemacht werden.
Weiterführende Informationen finden Sie hier >>

Abrechnung über den Entlastungsbetrag

Die Abrechnung der Haushaltshilfe über den Entlastungsbetrag ist eine Möglichkeit für Senioren mit einem Pflegegrad, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die Finanzierung hauswirtschaftlicher Hilfe durch Betreuungs- und Entlastungsleistungen ermöglicht es, dass die Pflegekasse monatlich bis zu 125 Euro beiträgt. Dieser Entlastungsbetrag, der Pflegebedürftigen mit anerkanntem Pflegegrad ab Stufe 1 gemäß § 45b SGB XI zusteht, ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass die Haushaltshilfe von zertifizierten Pflegediensten, ehrenamtlich Tätigen oder durch Nachbarschaftshilfen erbracht wird, die nach landesrechtlichen Vorgaben anerkannt sind. Es wird empfohlen, sich vor Anstellung einer Haushaltshilfe bei der zuständigen Pflegekasse über die anerkennungsfähigen Anbieter zu informieren.

Selbstständiges Wohnen im Alter

Haushaltshilfen können Senioren dabei unterstützen, länger selbstständig in ihrem eigenen Zuhause zu leben. Sie bieten nicht nur praktische Unterstützung, sondern können auch zur sozialen Interaktion und damit zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

Putzen
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Fazit

Haushaltshilfen sind in Deutschland für die Unterstützung älterer Menschen unerlässlich. Sie spielen eine zentrale Rolle dabei, Senioren zu ermöglichen, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu leben. Dies trägt signifikant zur Erhöhung ihrer Lebensqualität bei. Dabei sollten Senioren und ihre Familienmitglieder umfassend informiert sein, wenn es um den Anspruch auf eine Haushaltshilfe geht – dies umfasst Wissen rund um die Suche nach einer Haushaltshilfe, die korrekte Anstellung und Auswahl einer geeigneten Haushaltshilfe, sowie die Finanzierung und praktische Umsetzung im Alltag.

In der Regel übernimmt eine professionelle Haushaltshilfe vielfältige Aufgaben im Haushalt für Senioren, was sowohl für Senioren mit Pflegestufe als auch für Senioren ohne Pflegegrad eine Haushaltshilfe vorteilhaft macht. Die Klärung der Kosten für die Haushaltshilfe, ob durch Pflegegeld, Stundenlohn oder eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse, ist ein wichtiger Bestandteil der Planung.

Die Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe kann je nach Bedarf variieren und ist sowohl für Senioren im Haushalt, die noch eine gewisse Selbstständigkeit besitzen, als auch für diejenigen, die aufgrund von Einschränkungen umfassendere Unterstützung benötigen, geeignet. Das Wissen darüber, was eine Haushaltshilfe für Senioren macht und wie sie zur Entlastung im Alltag beiträgt, ist grundlegend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Abschließend ist zu sagen, dass die richtige Information und sorgfältige Planung den Weg zu einer erfüllten und eigenständigen Lebensführung im Alter ebnen können.

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