realo
Erstellte Foren-Antworten
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@Cocco Bleiben wird nicht viel, alles ist der Vergänglichkeit unterworfen, aber die ganz aktuelle Aufregung und öffentliche Präsens ist als Protest in der Gesellschaft wunderbar. Immer noch besser einen Kleberfleck zu hinterlassen, es ist kein Uhu um die westdeutsche Marke zu nennen, der Hersteller freut sich, als aus purer Bequemlichkeit alles abnicken. Ich finde die Studenten, die sich auf die Straße kleben, mutig, genauso wie die Hausbesetzer damals in Berlin und alle anderen, die nicht das System befeuern, sondern skeptisch sind. Es geht nicht darum, das System zu stürzen, es geht um Widerstand, um Resilienz, um kritisch zu sein und nicht einfach nur bürgerlicher Mitläufer, der sich leicht manipulieren lässt.
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Ich weiß nicht, das klingt so wie es auch immer in der Zeitung steht, nüchterne Fakten sollen Menschen mit viel Erfahrung und Emotionen gerecht werden. In meiner Wahrnehmung sind nicht alle alten Menschen Pflegefälle, wie es oft vermittelt wird. Ich konzentriere mich auf die Fitten und gestalte mein Leben in jüngeren Jahren entsprechend und will so versuchen kein Pflegefall zu werden, aber sehr alt.
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Ein Parteiprogramm bewirkt mit Sicherheit nichts im System, das sind Schönwettertexte, egal welche Partei, wunderbar formulierte Theorie, aber in der Praxis, in der Realität des Alltags geht es anders zu. Es kommt darauf an, wie ich mich verhalte, nicht, dass die da hinten die Bösen sind. Solange es in der Hierarchie Persilscheine gibt zum Fehler machen und nur die Kleinen werden gehängt als Buße für Unvermögen, brauch mir niemand was von gerechter Demokratie erzählen. Diese Demokratie stinkt zum Himmel, der Verlogenheit wegen. Da ist ein Protest etwas Reelles, ehrlich, gerade heraus und voller Risiko. Mal die Komfortzone verlassen.
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Es ist ein Aberglaube zu meinen, wenn man ins System hineingeht, Pöstchen erlangt, Karriere macht, könnte man es von innen ändern. Das hat noch nie funktioniert, war aber bei vielen das Argument genauso mitzumachen wie es vorher kritisiert wurde. Habe es oft von Polizisten gehört, bzw. von Polizistinnen. Sie haben sich freiwillig gemeldet, um das Gewaltmonopol des Staates auszuführen und wollte von innen reformieren, damit die Polizei menschenfreundlicher wird. Da erscheint mir um zu reformieren das Ankleben auf der Straße, als Protest gegen das Gewaltmonopol wesentlich effektiver. Man kann als einzelner Querulant ein System nicht ändern, im Gegenteil, es spuckt einen als unverdaulich aus. Der Protest der letzten Generation ist gewollt, unverdaulich und in einer gewissen Masse, man sieht, das System kaut sehr angestrengt daran herum und die Polizei muss Lösung schaffen, im doppelten Wortsinn.
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Verstehe den fast schon inflationär verwendete Begriff Altersarmut nicht. Auf Geld vom Staat verzichten, wenn man ein Leben lang Steuern gezahlt hat, ist doch auch nicht ganz gesund. Die Grundsicherung wurde eingeführt, um geringe Renten aufzustocken. Das bedeutet kein überschwängliches Luxusleben, aber ein Einkommen, mit dem man leben kann. Die Bedürfnisse im Alter sind logischerweise nicht dieselben wie mit Anfang zwanzig. Im Alter geht es weniger um Materielles, das Meiste ist da, es geht um geistreichen Austausch. Dafür ist Engagement notwendig und weniger Geld oder kann man sich sympathische Konversation kaufen? Armut an Geist gibt es, aber darunter leiden alte Millionäre auch.
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@Cocco Genau, die menschliche Grausamkeit, vor ihr gilt es sich in Acht zu nehmen, auch bei einem selbst. Sie fängt mit kleinen Lügen, Feigheiten, psychischen Spielchen, Neid, Eifersucht und all den negativen Gefühlen an und geht bis zum Völkermord in der Masse, abgesegnet durch den Gegner und seine Propaganda. Wenn einer mit der NATO provoziert, haut der Andere mit dem Knüppel darauf, wenn er die Stärke hat, das ist menschliche Grausamkeit.
Es ist ein Kunstgriff, wenn man Tiere als Gleichnis für Menschen verwendet, in der Literatur ist es die Fabel. Es scheint hier eine sehr ängstliche Belegschaft zu sein, wenn im übertragenen Sinn Angst vor bellenden Hunden herrscht, sie könnten trotzdem beißen. Dann stimmt etwas mit dem Nähe-Distanz-System nicht. Damit ein Hund beißen kann, muss man die Nähe gesucht haben und bei einem grausamen Menschen ist es genauso.
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Es ist die typische Angst vor Hunden, vor Wesen, die selbstbewusst sind und die nicht kuschen, wenn ein selber Schwacher auftaucht. Ja, auf solchen Strukturen basierte der Nationalsozialismus mit seinen menschenverachtenden Gesetzen und Regeln. Die Schuld lag nicht allein bei den Machthabern, sondern auch beim Volk, die ihnen zujubelten. Wer Angst vor bellenden Hunden hat, ist Opfer und somit Wegbereiter für alle Täter. Ich halte die für gefährlicher, die nach vorne so tun, als wären sie liebe Menschen und nach hinten die größten Grausamkeiten an den Tag legen. Ein Hund der bellt, da gehe ich gar nicht hin, aber einer, der lieb guckt, lädt zum Streicheln ein und schon ist der Finger weg, wenn man Pech hat. Wie gesagt, einem Hund der bellt, bleibt man auf Distanz und erkennt von weitem schon, der ist nicht geheuer. Das geht beim Menschen auch und wie es aussieht, wer die Gewohnheit nicht bedient, ist nicht geheuer. Die AfD bellt laut, aber abgesehen vom rechten Flügen beißt keiner und selbst der rechte Flügel schlägt Wellen ohne reale Grundlage. Wir mögen ja viele Probleme haben in der Gesellschaft, aber in den Umständen der Weimarer Republik befinden wir uns in Europa nicht. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, es gibt eine Manipulation des Volkes, aber es gibt auch massiven Widerstand und Verweigerung. Wer Angst vor bellenden Hunden hat, eventuell gebissen zu werden, ist aufgrund der Angst leicht zu beeinflussen.
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@Cocco Täuschen ist in der westlichen Welt das häufigste Verhalten in der Gesellschaft, auch ich kann mich täuschen, jedoch die Erfahrung zeigt, mit zunehmenden Alter wird es seltener. An einen Hund der bellt und knurrt, geht man gar nicht ran, wie soll er da beißen? So ist es bei Menschen auch, wer poltert, schreckt ab, nur wer ganz lieb tut, schafft Nähe, die zum Verhängnis wird, zumindest in der Politik. Bei der letzten Generation gibt es keine Toten oder Verletzten durch den Protest, das war bei der RAF und den Studentenbewegungen anders.
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Es ist weder Trump noch die AfD das Problem. Hunde, die laut bellen, beißen nicht. Jedoch die Politiker, die einen auf weiße Weste machen und den Bürger ganz nett anlächeln, verkaufen und verschaukeln ihn anonym hinten herum auf das erbärmlichste. Die nett erscheinenden sind das Problem, nicht die laut polternden. Jedoch wer soll das durchschauen und gerade die Lieben und Freundlichen mit Skepsis versehen, wo es sich doch in der Not so gut anfühlt? Jemand, der uns das verspricht, was wir uns wünschen, ist der Gute, auch wenn er uns damit wie den Bären am Nasenring herumführt zu unsrer tiefsten Erniedrigung.
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realo
Mitglied17. August 2023 um 22:46 In Bezug auf: DIE DEUTSCHEN VERTRAUEN IHREM STAAT NICHT MEHRDiejenigen, die eine heile Welt Deutschland hochhalten, sind auch nicht besser. Es gibt an, einer Gesellschaft von vielen Menschen immer etwas zu kritisieren, es kommt auf die Perspektive an. Ein Blick mit rosaroter Brille halte ich für noch unmenschlicher als eine Skepsis auf die Regierung, egal von welcher Partei. Ein selbstbestimmter Mensch bejubelt seinen Machthaber nicht, außer er ist wirklich kompetent und lässt Freiräume.