Zwei Wege zu wissenschaftlichem Fortschritt

Für Karl Popper entsteht wissenschaftlicher Fortschritt durch ständige Wiederholung von Versuch und Irrtum: trial and error. In dem Moment, in dem eine Theorie durch neue Versuche widerlegt wird (Popper nennt dies Falsifikation), sind wir der Wahrheit einen Schritt näher gekommen. Dabei geht Popper davon aus, dass wir bei der Überprüfung strikt methodisch vorgehen müssen, um eine Nachprüfbarkeit der eigenen Ergebnisse zu gewährleisten.

Paul Feyerabend tritt im Gegensatz zu Popper für eine anarchistische Erkenntnistheorie ein. Er ist der Meinung, dass der einzige Grundsatz, der den wissenschaftlichen Fortschritt antreibt, anything goes (Alles ist möglich) lauten sollte. Für Feyerabend ist etwa die Hervorbringung der Atomtheorie in der Antike, die kopernikanische Wende, die Entwicklung der modernen Quantentheorie nur deshalb möglich gewesen, weil einige Denker sich entweder entschlossen, nicht an gewisse “selbstverständliche“ methodologische Regeln gebunden zu sein, oder weil sie solche Regeln bewusst verletzten. Gerade das Nichtfesthalten an altbewährten Methoden, sondern der bewusste Bruch mit diesen führe die Wissenschaft zum Fortschritt.

Selbstverständlich gibt es weitere Theorien, die versuchen, Wege zum wissenschaftlichen Fortschritt zu zeigen.

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Kommentare

  1. Fortschritt hat ja etwas mit "gehen" zu tun. Wer sich aber anschickt zu gehen hat doch meistens ein Ziel vor Augen. Welches Ziel wollen die vielen, sich auf den Weg gemachten Wissenschaftler erreichen ? Oder haben sie alle ein gemeinsames Ziel, gehen aber nur verschiedene Wege?
    Die einen forschen nach dem "Wie" und die anderen nach dem "Was". Meistens ist es aber so,
    dass ,mit dem Finden einer Antwort gleichzeitig ein neues "Wie oder Was" entsteht. Das gefundene Wissen der Vergangenheit ist doch meistens die Grundlage für eine neue Frage in der Gegenwart. Es ist doch genau so wie beim Lösen von Problemen. Mit der Lösung eines
    Problems werden gleichzeitig die Grundlagen für neue Probleme gelegt. Siehe das Problem Klimawandel. Solange wir Klimawandel nicht mit der Bereitschaft zum Energieverzicht verbinden, müssen wir das Verschandeln der Natur in Kauf nehmen. Sonst retten wir das Eine
    indem wir das Andere vernichten.

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