Wahrhaftigkeit statt Wahrheit – in philosophisches Dilemma.

Der römische Philosoph Seneca entwickelte die Idee eines abstrakten Gemeinwesens, dem jeder Mensch, egal ob arm oder reich, unabhängig von Staats- und Religionszugehörigkeit, angehören sollte. Damit legte Seneca den Grundstein für den Humanismus. Im Humanismus besitzt jeder Mensch Humanität, was bedeutet, dass jeder Mensch ein Teil der Menschheit ist und deshalb eine menschliche Würde besitzt, die unantastbar ist.

Die Philosophie hilft dabei, diese Humanität zu wecken und zu entwickeln. Das verlangt aber ein neuartiges Philosophieverständnis, das Seneca wie folgt zusammenfasste: »Handeln lehrt die Philosophie, nicht reden.«

Statt sich in theoretischen Diskussionen zu verlieren, die meist unerreichbar sind, entwickelte Seneca ein eigenes Kriterium: bei allem, was man tut, die Taten mit den Worten übereinstimmen lassen.

Damit wandte sich Seneca von der Vorstellung ab, dass man zuerst die Wahrheit erkannt haben müsse, um die Wirklichkeit zu verändern. Vielmehr sei es so, dass die Welt durch Wahrhaftigkeit verändert werden könne, anstatt so lange zu warten, bis man die abstrakte philosophische Wahrheit entdeckt.

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