Stundengesichter

Die letzten Monate hatten und auch heute seltsame Stundengesichter.
Sie verwandeln sich vor meinem Angesicht stets zu neuen Formen.
Nie bin ichmir sicher, welches mich treffen wird: Freude oder Leid, Lachen oder
Traurigkeit, Fröhlichkeit oder Melancholie, Zufriedenheit oder Unausgeglichenheit.
Manchmal vollzieht sich die Wandlung in solch einer rasenden Geschwindigkeit,
dass es mir schier den Atem nimmt. Gut dass ich der Versuchung widerstehe in
die Tiefe der Traurigkeit einzutauchen, ich gestatte es mir nicht, tauche nach
einem Augenblick vielleicht auch einigen Minuten ganz schnell wieder an die
Oberfläche , um den Druck von mir zu nehmen.

So verharre ich in der Schwebe zwischen allen Möglichkeiten und lasse den Stundengesichtern ihren Lauf...
Heute Nacht bin ich aufgewacht, weil ich fror, ja ich zitterte, machte mir
eine Wärmflasche, mein Traum hatte mich geweckt......mein Traum begleitete,
beschäftigt mich den ganzen Tag.....
Wie fühlen Sie sich dabei?"
"Traurig ..."
"Ist es eine neue Traurigkeit oder eine alte?"
"Sie ist alt ..."
Eine Tür hatte sich geöffnet und ein eiskalter, schauriger Wind wehte mir
entgegen. Erstarrt stand ich an der Schwelle zur Tür und fühlte wie die
Traurigkeit durch meine Seele wehte, durch jeden Winkel zog, in jede Ecke blickte.
Doch ich wollte sie nicht in mir haben und so warf ich mich mit aller Macht
gegen die Tür, stemmte mich gegen das Entsetzen und schloss sie schließlich
wieder. Doch ich wusste, sie war nicht fort. Und ich wusste auch, dass ich den
Mut finden musste, die Tür wieder zu öffnen und über die Schwelle zu treten
...
Jetzt versuche ich ihn zu analysieren,
merke mir fehlt der Mut......

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