Hazel Brugger

Auf Spiegel-online gibt es eine Kritik zu 'Hazel Bruggers' neuem Programm 'Tropical', das wegen Corona mehr auf Netflix stattfindet als auf Bühnen. Die Autorin - Anja Rützel - scheint begeistert zu sein und schreibt:

Hazel Brugger ist eine Zwicktante. So eine, die sich augenscheinlich arglos zu einem herunterbeugt, um einen dann ein bisschen zu fest in die Wange zu kneifen, wenn grade keiner herschaut. In »Tropical«, ihrem aktuellen Soloprogramm, das Corona-bedingt in diesem Jahr nicht viel Bühnenzeit bekam, neigt sich die Schweizerin auch körperlich ihrem Publikum oft entgegen, schlendert langsam und harmlos in ihre zuerst ganz alltäglichen Geschichten – und lässt sie dann ins Fiese, auch mal Grobe kippen. Sie channelt die Kinder-Aussetzfantasien alleinerziehender Mütter und erläutert, warum geliehene Tiere perfekte Ersatzgäste für kapriziöse Spaßmacher-Kolleginnen sind, die nicht in ihre Sendung kommen wollten: »Denn das Gute ist: Tiere haben mega wenig Rechte.«

Systemkritik, disclaimert sie gleich am Anfang, sei von ihr nicht zu erwarten, denn die könne man sich ja ohne viel Aufwand zu Hause selbst machen, man müsse dazu nur Zeitung lesen. Am stärksten ist Brugger auch in diesem Programm, wenn sie unspektakuläre Situationen mit bedächtigem Vergnügen ins Absurde abdriften lässt.

Die Erinnerung an ihre kaum zu unterdrückende Versuchung, ihrem greisen Gynäkologen während der Untersuchung begütigend über den Kopf streicheln, wird einen zumindest ganz sicher noch in denkbar unpassenden Momenten heimsuchen. 

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