Flieder
Fliedriges
Schau ich aus meinem Fenster, da seh ich ihn stehn
den dichten Fliederbusch in lila, einfach wunderschön.
Ich hab schon tagelang sehr begehrlich rübergeschaut
und hätte zu gern einige Dolden nur für mich geklaut.
In meiner der Jugend haben wir so was immer gemacht,
der Eine hat den Flieder geklaut, der Andere hat gewacht.
So hatte man zu Muttertag immer einen Strauss mit Flieder.
Ehrlich gemopstna ja, wenn auch mit Angst in den Gliedern.
Das ist alles lange her und nun bin ich älter und richtig brav,
aber manchmal,
tja ein Wölfchen wird nun mal kein Schaf.
Da zuckt und juckt es noch in den Fingern, mit aller Macht,
vielleicht, vielleicht, wenn es ganz dunkel ist heut Nacht
© Jenna 🙂 🙂 😉
Hallo liebe Jenna,
deine Flieder-Verse versetzen mich auch in meine Kindheit zurück. :-B
Wir bekamen damals kein Taschendgeld und mussten uns in der freien Natur nach etwas Blumigem zum Muttertag umschauen. Meine Schwester und ich hatten immer einen ganz bestimmten Fliederbusch im Visier, dessen Äste ein Stück über eine Mauer in der Gasse zum Krankenhaus hingen. Wir beäugelten schon Wochen vorher die Blüten, ob sie auch am Abend vor dem Muttertag brauchbar waren.
Die ganze Aktion war in zweierlei Hinsicht recht riskant, da wir uns nicht erwischen lassen durften und ich als Leiter für meine etwas weniger wiegende Schwester herhalten musste. Die Kletter-/Klauaktion bedurfte mehrerer Anläufe, bis sie endlich gelang! Schnell wurden die Zweige unter einer Jacke versteckt und wir schlichen heim, immer glaubend, alle Leute, die uns begegneten, könnten uns an der Nasenspitze unsere Aktion ansehen. 😉 Der Fliederklau fand natürlich am späten Nachmittag statt, weil wir bei Dämmerlicht daheim sein mussten.
Vor Tagen, als ich an einer langen Fliederhecke im Nachbarort vorbei radelte, konnte ich dem violett-blauen Doppelflieder nicht widerstehen. Die Fliederbüsche standen nicht auf einem Privatgrundstück, also gehörten sie der Allgemeinheit! 😉 :-B
Ich vergewisserte mich trotzdem, ob niemand mir zusah, pflückte rasch ein paar Äste, verstaute sie in meine seitliche Radtasche und radelte heim. Zuhause verbreitete der Flieder einen herrlichen Duft! Aber leider hatte ich nur drei Tage Freude an der blühenden Pracht. 🙁
Vielleicht sollte ich mir für das nächste Jahr den guten Vorsatz nehmen, den Flieder lieber in der freien Natur zu genießen! 🙂
Ich wünsche dir ein "FROHES PFINGSTFEST" und noch eine wunderschöne Frühlingszeit!
NURINA