Aus der Dirigentenzeit von Hans Pfitzner -

Prächtig steht , im Ruhmesglanze
Heut`die philharmon`sche Pflanze.
Vierzig Jahr lang aufgeschlossen,
Einem stillen " KAIM " entsprossen.
Ja, seit diesem ersten " KAIM "
Bin ich schon bei Euch daheim.
Gut ham wir uns stets verstanden
Auf den Ritt in Dichters Landen.
Eure " hoch und tiafen Tön`"
Fand ich immer wunderschön.
Doch auch ihr habt mich gelobt -
Wenn ich nicht zu lang geprobt.

Mißlich ist der Dirigent,
Welcher keine Grenzen kennt.
Ja, das Denken an die Uhr"
Fehlt dem gänzlich Bösen nur.
O, wie leicht kann er verscherzen
Den Kanal zu euren Herzen.
Halb ist dieser schon verstopft,
Wird zu häufig abgeklopft.
Abgeseh`n von ein`gen Schleichern
Herrscht Empörung bei den Streichern.
Doppelt starkt, den Grimm zu decken,
Saust der Klöppel auf das Becken,
Und es tröpfeln salz`ge , scharfe
Tränen auf die stille Harfe.

Heißt es, " Noch einmal von vorn" ,
Regt sich "Kroll" im edlen Horn.
Ja, es steigt die Zornesröte
In das Mundstück der Trompete,
Und man hört ein düstres Raunen
In der Gegend der Posaunen.
In die sanften Flötentriller
Mischet sich ein Fluch, ein stiller;
Daß sie heimlich Rache drohe,
Spürt man selbst bei der Oboe.
Doch Fagott und Klarinetten
Denken:" Bal mir den mal hätten!"

Nun, von diesen schwersten Sünden
Dürft ihr, hoff ich, mich entbinden.
Und ich schau mit Dankesblick
Auf die lange Zeit zurück,
Wo wir wirkten, wo wir spielten,
Wo wir uns geeinigt fühlten
In der " Hochgestimmten Sehnen" ,
In der Heimat alles Schönen,
In den deutschen Meistertönen.

40jähriges Bestehen 27.02.1934

eure waldfee68 😉

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