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Streiken trotz Corona: Legitim oder verantwortungslos?
sweety antwortete vor 5 Jahre, 3 Monaten 15 Mitglieder · 48 Antworten
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Meine Tochter, in der Krankenpflege (Intensivstation) wäre bereit, auf zusätzliche Zahlungen zu Gunsten der Kolleginnen und Kollegen zu verzichten, die seit Monaten in Schutzkleidung und vielen Überstunden in den Kliniken ihren Dienst tun.
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Nun, heute las ich in „Stimme ds Westens“ vom Chefredakteur der Rheinischen Post einen Beitrag in dem mir ganz besonders der Satz gefiel:
Unser Hirn hält offenbar
auch eine Menge aus. Regina Hartleb hat mit dem Neurochirurgen Jan Vesper aus
Düsseldorf ein Interview über Corona geführt, das sich als ein Text der
Zuversicht entpuppt. „Für
unser Gehirn ist die Krise gut“, sagt der Mediziner. Corona-Leugner müsse
die Gesellschaft aushalten. „Gegen Menschen, bei denen offenbar beide
Hirnhälften außer Kraft sind, kann man nichts machen.“So sehe ich das auch.
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@ingo.x, die junge Frau ist 63 oder 64 Jahre (SCHWIEGERMUTTER meiner Tochter).
Warum so wenig? … „bis zu“ gibt die Höchstgrenze an, kann auch darunter liegen. Die entsprechende Einrichtung ließ jedem, auch den Azubis, etwas zukommen entsprechend eines Verteilungsschlüssels und für jeden waren keine 1000 +500 Euro da. Das Heim (20 Bewohner auf je zwei Etagen)hatte keine Coronafälle.
Da die „junge fast Seniorin“ vorwiegend den Nachtdienst übernommen hatte, damit die jüngeren Pflegerinnen ihre Kinder abends zu Hause betreuen und sich wegen der Schulschließungen auch um die schulischen Aufgaben kümmern konnten, hatte sie weniger Kontakt zu den zu Pflegenden.
Außerdem hat sie sich nicht über „nur 350“ Euro aufgeregt.
Das alles gehört aber nur indirekt zum Thema.
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Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer13. Oktober 2020 um 19:02@ingo.x – bedingt richtig, aber soll der öffentliche Dienst mit der Begründung Corona auch keinen Ausgleich zur Teuerung bekommen..? Auch deren normale Lebenshaltungskosten steigen unaufhörlich. Jedem anderen Arbeitnehmer wird dieses Recht zugestanden – zu Recht.
Maßhalten, welch schönes Wort. Maßhalten bei den unsinnigen Ausgaben für Miserable Ausrüstung der Bundeswehr, Maßhalten bei den Projekten die schon keiner mehr braucht, Maßhalten bei den Boni der Geschäftsleitungen (ich hab noch nie einen Geschäftsführer am Schraubstock gesehen), Maßhalten bei der Anzahl von Abgeordneten ind allen Parlamenten (die werden langsam aber sicher zum Luxusartikel), Maßhalten bei den Versprechen der Politiker im Wahlkampf…….
Warum sollen außgerechnet die Arbeiter im öffentlichen Dienst Maßhalten..?
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Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer13. Oktober 2020 um 14:05„…4,8% ist nicht übermäßig viel, vor allem dann nicht, wenn in 2-3 Teile
über eine zweijährige Laufzeit gesplittet wird. Oft liegt der Kompromiss
auch noch darunter..“So sehe ich es auch. Bei einem Stundenlohn von 10 Euro/h sind das 85 Euro brutto, bei 13 Euro/h sind es 111 Euro brutto. Selbst wer 17 Euro/h bekommt hat nur 145 Euro brutto.
Unterm Strich eher lächerlich für diese körperlich und emotional schwere Arbeit. Es sind ja nicht nur die Alten allein, auch für die Jugend fehlt es im Bildungsbereich an allen Enden. Aber für Sinnlosprojekte wie PkW-Maut, einen eigentlich überflüssigen Flughafen BER, Stuttgard 21, Werbetafeln an Straßen die man nicht einsehen kann – da ist alles Geld der Welt da. Wer kann mir das mal erklären..?
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Bei Streiks geht es nicht ausschließlich um Lohnerhöhungen, werden aber sehr oft als einziges Ziel in den Mittelpunkt der Medien gestellt. 4,8% ist nicht übermäßig viel, vor allem dann nicht, wenn in 2-3 Teile über eine zweijährige Laufzeit gesplittet wird. Oft liegt der Kompromiss auch noch darunter.
Da sind auch noch andere Punkte, um die gestritten wird, um einige davon mitunter seit einigen Jahren. Punkte um die ein nicht damit Vertrauter nichts weiß oder wissen kann. Ein Tarifvertrag läuft in der Regel 2 Jahre, worauf jetzt verzichtet wird, bleibt dann für 2 Jahre liegen.
Zu den Bonuszahlungen: Die Schwiegermutter meiner Tochter arbeitet als Pflegerin in einem Seniorenheim – selbst schon zur Risikogruppe zugehörig, viele Überstunden gemacht. Vom Bonus „von bis zu 1500 Euro“ erhielt sie 350 Euro. Es überliest sich immer so schön, denn die Aufteilung sieht anders aus.
Nicht streng ernst zunehmender Nachtrag: Wir Rentner haben dieses Jahr auch nicht gesagt: „Wir legen aus Solidarität eine freiwillige Nullrunde ein.“

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Die materielle Seite halte ich für das kleinere Problem.
Aber die Außenwirkung könnte sich als katastrophal herausstellen und die Gesellschaft spalten.
Der Staat sollte die Corona-Helden, wie versprochen und sogar großzügiger, belohnen – und die Gewerkschaft mehr Solidarität mit denen erkennen lassen, die nicht das Glück haben, im öffentlichen Dienst abgesichert zu sein, sondern seit Monaten (und vermutlich noch lange) Einbußen hinnehmen müssen.
Ein Streik zum jetzigen Zeitpunkt könnte den sozialen Frieden im Land gefährden. Eine Verschiebung auf ’normalere‘ Zeiten brächte das Streikrecht nicht in Gefahr, wohl aber der Gewerkschaft einen Anerkennungsbonus, der sich später positiv auswirken könnte.
M.
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