Startseite Foren Politik - Zentrale Sachsen-Anhalt wählt – rücken Ost und West weiter auseinander?

  • Ricarda01

    Mitglied
    3. Juni 2021 um 8:47

    @Constantia

    Beitrag von 8:07

    Bravo zu deinem Beitrag, liebe Constantia. Ja, stimmt – über diese Bücher wurde vor längerer Zeit diskutiert. Ich hatte an der Diskussion eifrig teilgenommen. Ich habe sie beide, besonders berührt und betroffen hat mich aber ‚Die vergessene Generation‘, kein Wunder, ich bin ja auch viel älter als du…..

    Zum eigentlichen Thema möchte ich mich nicht äußern, zu brisant. Dir einen schönen Tag mit herzl. Grüßen von der sonnigen Küste – RicardaMaskSailboatFish

  • Constantia

    Mitglied
    3. Juni 2021 um 8:07

    Beim Lesen der Beiträge habe ich mich an an eine länger zurückliegende Diskussion über die Bücher von Sabine Bode erinnert. „Kriegskinder“, „Kriegsenkel“ waren wohl die Titel. Sie wurden von von vielen positiv bewertet. Ich habe nur eines davon gelesen, war enttäuscht. Ich habe es inhaltlich nicht in Zweifel gezogen, aber mir fehlte ein Blick in Richtung Aufarbeitung dieses Traumas in diesen Büchern. Ähnlich geht es mir wenn ich Einordnungen über Ostdeutschland in den letzten 30 Jahren und die Beiträge hier lese.

    In dieser Woche begegnete mir zweimal der Name Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker, 1967 in Ostberlin geboren, mit einer doch recht interessanten Biografie (wie ich bei Wikipedia lesen durfte). In einem Artikel der „Sächsischen Zeitung“ am gestrigen Tag. Auch in einem Interview bei mdr-kultur sprach er davon – ich zitiere mal „Nach meinen Erkenntnissen sind es im Westen ungefähr 20 Porzent, die der wirklich gelebten und manchmal auch anstrengenden Demokratie keine Vertrauensvorschuss entgegenbringen, sondern ihr potentiell sketisch bis ablehnend gegenüberstehen. Im Osten sind es 40 bis 50 Prozent durchgängig seit 1990.“ Im ersten Moment äußerst erschreckend für mich. Auch noch im zweiten. Ostdeutschland hat nicht nur die Nazizeit hinter sich, sondern auch eine zweite Diktatur. Wenn sie auch anders ablief, eine andere Wirkung auf die Bürger hatte, es bleibt eine Diktatur. Also doppelt traumatisiert?

    Im Radio-Interview sprach Ilko-Sascha Kowalczuk auch von der friedlichen Revolution. Nicht alle wollten sie wohl bzw. haben sich wirklich aktiv daran beteiligt. Da gab es die auf den Montags-Demos. Aber auch die, wie er sagte, „hinter den Gardinen“. Die erst einmal schauten, wie das ganze ausgeht. Auch Revolutionen (und das gilt für alle Revolutiionen) werden nicht 100 prozentig von der Bevölkerung gemacht. Der Rest muss mit den Folgen leben.

    Aber Politik und Revolution wird eben auch am Frühstückstisch gemacht. Die Wende ist für so manchen ein traumatisches Erlebnis gewesen. Anders als der 2. Weltkrieg, aber eben doch traumatisch. Partner oder Partnerin weg, Wohnung in Gefahr, Job abgewickelt. Neuanfang, wieder gescheitert. Dazu das was die Kinder in der Schule durchlebten. Die „doppelzüngigen“ Lehrer in den Schulen. So manche autoritäre Person in Leitungsfunktion fällt ins Bodenlose.Bei der AfD kann man sich wieder autoritär geben. Ich habe eine Freundin in der Lausitz. Manchmal erzählt sie mir, wie sie das Gefühl hat, die Zeit sei einfach irgendwie stehen geblieben.

    Es gebe noch so viel zu sagen. Leider ist der Artikel „Wie radikal sind Wähler einer radikalen Partei“ vom 2. Juni 2021 in der Sächsischen Zeitung nicht für alle kostenlos zu lesen.

    Damit keine Fakenews aufkommen – ich sehe viele Alternativen fernab der AfD.

    Constantia

  • etaner34

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 21:38

    @Manjana

    „Ich frage mich auch öfter mal, warum hier so gar keine Jüngeren mehr aktiv sind. Das war mal anders. Ich ahne den Grund“

    Der Grund könnte sein, dass alle jedes Jahr ein Jahr älter werden.

    Als ich hier 2004 beitrat, war ich 17 Jahre jünger. Da gab es aber auch 90jährige kluge Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den Diskussionen, deren Niveau mit den heutigen durchaus Schritt halten konnten.

    @etaner34

    P.S. Eigentlich hätte ich jetzt nicht mehr antworten sollen. Vielleicht ahnst du den Grund.

  • SFath

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 21:10

    Danke @GSaremba61.

    Nur das Eingewöhnen und lernen der neuen Situationen, die waren gleich.

    Das und nicht mehr war mit dem von mir angeführten Vergleich gemeint!

  • Manjana

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 20:56

    Ich ahnte, dass Du Dich dazu melden würdest @etaner! Wink So unterscheiden sich halt Meinungen.

    Ich frage mich auch öfter mal, warum hier so gar keine Jüngeren mehr aktiv sind. Das war mal anders. Ich ahne den Grund. MaskRelaxed

  • Cocco

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 20:23

    DANKE Etaner ⚘@etaner34

    LG C😊👍

  • etaner34

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 19:57

    @Manjana (Nicht als Aufforderung zum Themawechsel gedacht)
    „Diese ständigen Damals war´s-Vergleiche (Flüchtlinge, Krieg usw) halte ich auch für absolut kontraproduktiv, reggae. Egal zu welchem Thema.“
    Du befindest Dich in einem Seniorenforum. Ein paar der ganz alten Socken nehmen noch teil, haben ihre Erfahrungen, haben daher zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten, sind besorgt wie die jüngeren Alten, haben einiges an Veränderungen erlebt, verstehen manchmal die Welt nicht mehr, sind durch den Vergleich mit dem Erlebten meist ziemlich zufrieden und am Ende nicht weniger „produktiv“ als andere, die sich hier äußern.Grinning😀😷😀Grins hinter der Maske@etaner34

  • Manjana

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 19:09

    Frau Merkels Aussage verstehe ich und würde es auch nur zu gern so sehen. Das muss und sollte sie in ihrer Position genau so sagen und vertreten. Sie hat ja im Ruhestand noch viel Zeit sich um jeden Einzelnen zu kümmern. Im Einzelgespräch wird sie dann ja vielleicht auch nicht angebrüllt und angepöbelt. Das wäre doch schon mal positiv.

    Herr Woidke versucht es wieder, wie so gern getan, in die pauschale Generalverdachtschiene zu reden. Und wer hätte je gesagt, dass im Westen alles gut ist? Oft genug werden diese Dinge hier beim Namen genannt.

    Frau Merkel sagte aber auch dies

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-06/marco-wanderwitz-angela-merkel-ostdeutschland-demokratiedefizit-widerspruch

    „Wanderwitz habe Probleme angesprochen, die allen Sorgen machten. Er mache auch eine gute Arbeit“

    Und F. Merz stimmt natürlich ebenfalls gleich wieder mit „Wählerbeschimpfung“ ein.

    Diese ständigen Damals war´s-Vergleiche (Flüchtlinge, Krieg usw) halte ich auch für absolut kontraproduktiv, reggae. Egal zu welchem Thema.

  • GSaremba61

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 19:09

    Bei aller Unwissenheit und Undankbarkeit von uns Ossis……

    Ich finde immer wieder interessant, wie sich ehemalige DDRler gerne selber bezeichnen und einschätzen.Bei dem Einen ist es Überheblichkeit, bei dem Anderen Ironie – bei dem Dritten fehlendes Selbstbewusstsein …… Ich habe solches in all den vielen Jahren immer nur von einer Seite gehört und gelesen.

    Nein, es waren keine Flüchtlinge. Es gab mehr Geld als nach dem Krieg. Es musste zum Teil weniger aufgebaut werden – als nach dem Krieg. Es gab finanzielle Hilfe …. Nur das Eingewöhnen und lernen der neuen Situationen, die waren gleich. Bei allem wurde übersehen, als die Rufe zu hören waren, was es für den Einzelnen bedeutet und für die Ost-Wirtschaft.

  • SFath

    Mitglied
    2. Juni 2021 um 19:07

    @reggae, Bei aller Unwissenheit und Undankbarkeit von uns Ossis…

    WER hat das hier je vorgebracht?

    Sowas nennt sich Totschlagargument in Diskussionen, um nichts begründen, erklären etc. zu müssen, sondern um auf seinem Standpunkt zu bleiben.

Seite 5 von 13

Sie müssen angemeldet sein, um zu antworten.

Verstoß melden

Schließen