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     Paesi antwortete vor 3 Jahren, 9 Monate 6 Teilnehmer · 29 Beiträge
  • Paesi

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 11:49

    Frage: Ist eine Bank wirklich berechtigt, ein Konto für Nachlassverbindlichkeiten zu sperren, wenn eine Kontovollmacht (abgeschlossen bei der Bank) existiert und diese laut Vertrag über den Tod hinaus gültig ist? (Ich hatte bereits, bevor ich die Bank vom Ableben des Kontoinhabers informierte, das überschaubar bescheidene Vermögen abgehoben, um damit einen kleinen Teil der Beerdigungskosten zu decken. )

    Weiterhin steht im Vertrag, dass der Bevollmächtigte auch das Konto schließen darf, ohne irgendwelche Nachweise vorlegen zu müssen. Letzteres verweigert man mir, besteht auf einem Erbschein, obwohl ich auch ein notarielles Testament vorlegen kann, das mich als Alleinerbin ausweist. Nebenbei: Es geht nur noch um die „hohe verbliebene Summe“ von unter 20 Euro.

    Ähnliches habe ich wieder vor mir (Kontovollmacht über den Tod hinaus, abgeschlossen bei der Bank). Nachdem ich eine Beerdigung hinter mir hatte, verstarb unverhofft meine Mutti. Es wird wohl das Beste sein, sich gegenüber der Bank in Schweigen zu hüllen, bis alle Verbindlichkeiten erledigt sind, da es kein Testament gibt?

    • Dieser Beitrag wurde am vor 3 Jahren, 10 Monate von  Paesi geändert.
  • SFath

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 12:15
  • GSaremba61

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 12:26

    Ja, Paesi, eine Vollmacht ist “nur” eine Vollmacht. Ich gehe davon aus, dass es eine Generalvollmacht ist. Trotzdem gehen die Erben vor, da sie rechtmäßige Eigentümer werden. Einen Erbschein beantragen aufgrund eines Testamentes ist kein Ding. War das Testament nicht hinterlegt? Da müsste der Erbschein automatisch kommen.

    Kein Testament – tritt die gesetzliche Erbfolge ein – also bei Deiner Mutter Du und Deine Geschwister. Auch dort muss ein Erbschein sein, es erleichtert alles – von der Kündigung von Versicherungen bis zum Abo der Zeitung. Also gleich nicht nur einen Erbschein, sondern mehrere beglaubigte beantragen.

    Mein Beileid zum Tod Deiner Mutter. Mach Dir das Leben nicht schwerer als es so schon ist.

    GeSa

    Noch ein Nachtrag, Schweigen bringt Dich nicht weiter, sondern kann sogar noch rechtlich Ärger bringen. Und denk dran jedes Konto kostet auch Geld.

    • Dieser Beitrag wurde vor 3 Jahren, 10 Monate von  GSaremba61 bearbeitet.
  • Wattfrau

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 13:40

    Paesi, habe gerade in der Vollmachtsunterlage meiner Bank nachgeschaut.

    Mein Sohn als Bevollmächtiger kann meine Konten leerräumen, allerdings kann

    er die Konten nicht schließen. Aber was soll’s, er kommt ohne Erbschein an das Geld ran.

  • Wattfrau

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 13:44

    SusiSoho, ein Erbschein kann dauern und vorher müssen Beerdigung und Verbindlichkeiten

    gezahlt werden. Daher gibt es die Kontovollmacht über den Tod hinaus.

  • Paesi

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 13:56

    @Wattfrau:

    so steht es auch bei mir in der Vollmacht – zu Lebzeiten beiderseits (Vollmachtnehmer und Vollmachtgeber) bei der Bank abgeschlossen und da steht: gilt über den Tod hinaus und der Bevollmächtigte darf das Konto auch schließen. Von Nachweisen steht da nichts.

    Durch das notarielle Testament erübrigt sich der Erbschein. Ich habe lediglich das Eröffnungsprotokoll beantragt, um eine Grundbuchänderung vornehmen lassen zu können.

    Bei meiner Mutti gibt es kein Testament. Meine Schwester und ich sind die Erben. Aber auch hier habe ich eine Kontovollmacht wie oben beschrieben. Und damit sollte ich rechtlich in der Lage sein, das Konto bis zur Begleichung aller Verbindlichkeiten zu nutzen. Ich glaube, die Bank überschreitet ihre Befugnisse.

    @GeSa: das Konto kostet 5 Euro im Monat, deshalb habe ich ja die knapp 20 Euro stehen gelassen. So ähnlich werde ich es auch mit dem Konto meiner Mutti machen.

    Für die Kündigung von anderen Dingen reicht meine Generalvollmacht (über den Tod hinaus) nebst Sterbeurkunde – hat schon im ersten Sterbefall genügt.

    • Dieser Beitrag wurde vor 3 Jahren, 10 Monate von  Paesi bearbeitet.
  • Wattfrau

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 14:04

    Paesi, ganz klar, in deinem Fall überschreitet die Bank ihre Befugnisse.

    Falls deine Trauer dir noch die Kraft lässt, solltest du dich bei zuständigen Stellen

    beschweren!

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 14:06

    @Paesi – um das mit dem Erbschein noch mal zu verdeutlichen – rein theoretisch können noch weitere Testamente in privater Hand liegen. Daher der Erbschein, damit der neueste Anspruch sicher gestellt ist. Der Erbschein erübrigt sich nie! Übrigens auch Bestattungsinstitute sind da gut aufgestellt und übernehmen die amtlichen Tätigkeiten.

    Eine Kontoschließung kann nach meiner Kenntnis selbst mit einer Generalvollmacht nicht vorgenommen werden. Außer es liegt eine Betreuungsvollmacht vor. Früher hieß das “Entmündigung”.

    Und damit sollte ich rechtlich in der Lage sein, das Konto bis zur Begleichung aller Verbindlichkeiten zu nutzen.

    Das wird Dir doch auch nicht verwehrt? Habe ich jedenfalls verstanden. Es geht doch nur um die Schließung des Kontos?

    .…meine Generalvollmacht (über den Tod hinaus) nebst Sterbeurkunde

    Das ist eine weitere Vollmacht, die über die Bankvollmacht hinaus geht? Hast Du die der Bank vorgelegt?

    GeSa

    • Dieser Beitrag wurde vor 3 Jahren, 10 Monate von  GSaremba61 bearbeitet.
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  • Paesi

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 14:21

    GeSa, ein Erbschein ist nicht ein MUSS für alles, dafür gibt es nicht einmal ein Gesetz. Manche bestehen jedoch dar, können das auch. Ein notarielles Testament ist auch ausreichend:

    Darin wurde u.a. vereinbart, dass wir keine weiteren Verfügungen haben und sollte es welche geben, die wir vergessen haben, diese mit entsprechenden Testament widerrufen. Ferner steht dort, dass eine Änderung des Testaments möglich ist, aber nur notariell und mit notarieller Information des anderen Partners. Außerdem wurde festgehalten, dass das Testament seine Wirkung auf Grund einer Scheidung nicht verliert – vom Nachlassgericht bestätigt und anerkannt.

    Außerdem wurde namentlich festgehalten, dass die Kinder keine Erben sind, sondern nur Pflichtteilberechtigte, damit das Haus in keine Erbengemeinschaft übergeht und ich allein handeln kann, wenn ich verkaufen möchte.

    Ich möchte das Konto doch nicht mit der Generalvollmacht schließen, sondern entsprechend des Bankvertrages. Mir geht es darum, dass sich die Bank an ihre Verträge hält. Ich zahle doch nicht auf Grund eines eindeutigen Testaments, das nicht billig war und auf unserem damaligen gemeinsamen Vermögen beruhte, noch einmal einen teuren Erbschein – nur um ein Konto mit 20 Euro auflösen zu können. Das ist nicht verhältnismäßig – es sei denn, die Bank zahlt die Differenz.

    Nachtrag: Man verwehrt mir die Nutzung des Kontos (ist ja nicht mehr viel drauf). Es wurde sofort gesperrt, als ich den Todesfall erwähnte und deshalb wurde sofort stutzig und habe den Mund gehalten in Bezug des Kontos meiner Mutti – die Angelegenheit wollte ich gleich mit zur Sprache bringen.

    Aber der Vertrag lässt auch eine Schließung durch den Bevollmächtigten zu.

    Ich habe zwei Vollmachten über den Tod hinaus:

    eine private Generalvollmacht, die außer für die Bank immer ausreichend war (Post, Wohnungsauflösung, Versicherungsverträge, Mitgliedschaften auflösen, Krankenkasse, Krankenhaus, Gericht, Behörden, …

    die andere fürs Konto, bei der Bank abgeschlossen (was anderes akzeptierten sie nicht), hatte auch meine eigene EC-Karte, hatte neben dem Kontoinhaber ebenfalls ein Einzelverfügungsrecht. Nur eines ging nicht: das Konto schließen, solange der Inhaber lebt – erst ab Todesfall.

    • Dieser Beitrag wurde vor 3 Jahren, 10 Monate von  Paesi bearbeitet.
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  • GSaremba61

    Teilnehmer
    23. August 2020 um 15:19

    Wann muss man einen erbschein beantragen?Grundsätzlich benötigen Sie einen Erbschein, wenn Sie Erbe laut gesetzlicher Erbfolge sind und sich offiziell als Rechtsnachfolger des Verstorbenen ausweisen wollen. Das ist zum Beispiel vor seiner Bank, seiner Versicherung und anderswo im Geschäftsverkehr notwendig.

    Hier gibt es noch eine Aussage:

    https://www.bestattungsvergleich.de/ratgeber/finanzen/erbschein/

    Gerade dann, wenn die Erbfolge klar geregelt ist und es nur einen Alleinerben gibt, sind Banken und Versicherungen
    oft kulant und Verzichten auf die Vorlage eines Erbscheins.

    Mir fällt das Wort – kulant – auf

    Bei der Bank würde ich auf jedenfall noch mal in die allgemeinen Geschäftsbedingungen schauen, ob dort eine Einschränkung zu Vollmachten im Todesfalle festgeschrieben ist.

    Ich sage mal so @Paesi jeder entscheidet selbst ob er sich mit Ärger beschäftigen will oder dem Ärger aus dem Weg geht.

    Ich wünsche Dir, dass Du für Dich die richtige Entscheidung triffst.

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