Startseite Foren Philosophie Gerecht oder ungerecht?

  • zigeunermaedche

    Mitglied
    6. September 2019 um 12:01

    "Diese beiden Begriffe können doch erst entstehen,
    wenn Individuen oder Gruppen mit Gütern belohnt
    oder anderweitig begünstigt werden."
    Zitat
    Genau dieser Meinung bin ich nicht, Webra,ich beziehe mich auf "erst entstehen".
    Denn wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, weil z.B. jemand zu mir sagt "du bist ein Lügner" und ich nicht gelogen habe, dann empfinde ich dies auch als ungerecht mir gegenüber, und das hat nichts mit Gütern zu tun. wohlgemerkt, das war jetzt lediglich ein Beispiel von mir.
    Gruß zi

  • Webra

    Mitglied
    5. September 2019 um 21:17

    Diese beiden Begriffe können doch erst entstehen,
    wenn Individuen oder Gruppen mit Gütern belohnt
    oder anderweitig begünstigt werden.
    Geschieht dies zu gleichen Teilen ist dies gerecht,
    wenn es für dafür einen logischen Grund gibt.

    Erhält die eine Seite mehr und die andere weniger,
    ist es auch noch gerecht, wenn hierfür auch eine logische Begründung vorliegt.
    Erhält aber die eine Seite weniger als die andere, obwohl dies nicht logisch zu begründen ist, ist
    der Verteilungs- oder- Begünstigungsprozeß
    ungerecht.

    Der von Annalea eingestellte Beitrag und das von
    peter-ingo13 erwähnte Beispiel zeigen das recht
    anschaulich.

  • Madame.C

    Mitglied
    5. September 2019 um 20:28

    "Gerechtigkeit kann weder schlicht allgemein noch absolut bestimmt werden. Vielmehr realisiert sie sich immer vor Ort, im Einzelfall, im Ereignis."

    Dieses Zitat von Camus @Florena passt prima zu meinen Gedanken weiter unten.

  • Webra

    Mitglied
    5. September 2019 um 20:21

    Hallo Fischersfruwe,
    als logische Schlussfolge auf deine Frage muss ich
    davon ausgehen, dass du eine allgemeingültige
    Definition des Begriffes "Philosophie" kennst.
    Bisher gibt es jedoch dafür, genau wie für die
    die Begriffe Gerecht oder Ungerecht, viele Definitionen.

    Philosophie ist für mich der Versuch, durch Denken zu Erkenntnissen zu kommen.

  • Florena

    Mitglied
    5. September 2019 um 20:07

    @Madame.C

    oh, über das Thema Gerechtigkeit gab es schon in der Antike Philosophen, die darüber sinnierten und man kann es entsprechend heute noch lesen.
    Auch Camus schrieb einiges darüber. In bestimmten Epochen ist das Thema Gerechtigkeit immer wieder von großem Interesse und auch kulturell bestimmt und kann sich verändern.

    Auch heutige Philosophen schreiben darüber, halten Vorträge.

    Google sei Dank 🙂

    Gerechtigkeit/Camus: Wenn der revoltierende Mensch gegen ungerechte Verhältnisse und deren ideologische Verbrämungen aufbegehrt, kommt es ihm darauf an, die Welt zu verändern, allerdings nicht um jeden Preis und gleich universell. Camus bringt seine Position auf die knappe Formel: »Für uns alle kann heute nur eine einzige Parole gelten: in nichts nachgeben, was die Gerechtigkeit betrifft, und auf nichts verzichten, was die Freiheit angeht« (1).
    Brocker I 324
    Camus: Das revoltierende Individuum weiß darum, dass es eine absolute Gerechtigkeit nicht gibt. »Die Revolte zielt jedoch nur auf das Relative ab und kann nur eine gewisse Würde im Verein mit einer relativen Gerechtigkeit versprechen« (2). Gerechtigkeit kann weder schlicht allgemein noch absolut bestimmt werden. Vielmehr realisiert sie sich immer vor Ort, im Einzelfall, im Ereignis. Jedenfalls schließen sich absolute Gerechtigkeit und absolute Freiheit gegenseitig aus.

  • Madame.C

    Mitglied
    5. September 2019 um 19:56

    "Unser Gerechtigkeitssinn ist offenbar so stark, dass wir sogar bereit sind, materielle Nachteile in Kauf zu nehmen."

    @Webras Thema war bzw. ist "Gerechtigkeit", das lässt sich bestimmt auch in philosophischen Kreisen diskutieren @Fischersfruwe

    Und Du musst sicher nicht lange warten, bis ein entsprechend belesener Prof. Dr. Dabbes seinen Zitatenschatz durchsucht hat.

  • Florena

    Mitglied
    5. September 2019 um 19:52

    @Fischersfruwe

    Und was hat das mit Philosophie zu tun?

    Das Thema hat sehr viel mit Gerechtigkeit und nicht gerecht zu tun. Es war schon vor der Antike in der Philosophie ein großes Thema.

    """Gerechtigkeit/Camus: Wenn der revoltierende Mensch gegen ungerechte Verhältnisse und deren ideologische Verbrämungen aufbegehrt, kommt es ihm darauf an, die Welt zu verändern, allerdings nicht um jeden Preis und gleich universell. Camus bringt seine Position auf die knappe Formel: »Für uns alle kann heute nur eine einzige Parole gelten: in nichts nachgeben, was die Gerechtigkeit betrifft, und auf nichts verzichten, was die Freiheit angeht« (1).
    Brocker I 324
    Camus: Das revoltierende Individuum weiß darum, dass es eine absolute Gerechtigkeit nicht gibt. »Die Revolte zielt jedoch nur auf das Relative ab und kann nur eine gewisse Würde im Verein mit einer relativen Gerechtigkeit versprechen« (2). Gerechtigkeit kann weder schlicht allgemein noch absolut bestimmt werden. Vielmehr realisiert sie sich immer vor Ort, im Einzelfall, im Ereignis. Jedenfalls schließen sich absolute Gerechtigkeit und absolute Freiheit gegenseitig aus."""

    Siehe auch:

    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/ethik-und-philosophie/gerechtigkeit-wandel-philosophie-thema100.html

    Im Internet gibt es noch zig Seiten darüber.

  • Fischersfruwe

    Mitglied
    5. September 2019 um 19:09

    Und was hat das mit Philosophie zu tun?

  • Minkabh

    Mitglied
    5. September 2019 um 18:33

    Hallo Annalea ,
    zu deinem interessanten Bericht habe ich eine Frage: gibt es dazu auch eine Quellenangabe?
    Danke.

    Minkabh

  • zigeunermaedche

    Mitglied
    5. September 2019 um 18:27

    " Das heißt, Sie hätten, sofern Sie dem statistischen Durchschnitt entsprechen, in unserem Ultimatum-Spiel auf bis zu 300.- Euro verzichtet. Warum? Vermutlich,
    weil sonst Ihr Sinn für Gerechtigkeit verletzt worden wäre."
    Zitat
    Diesen Satz verstehe ich nicht, Annalea. Was hat das mit Gerechtigkeit zu tun?
    Gruß zi

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