Startseite Foren Themen des Tages Deutschland Bilanz

  • Paesi

    Mitglied
    9. August 2019 um 13:48

    Was beinhaltete das Gelöbnis?
    Die Treue zur Verfassung, Freundschaft zur Sowjetunion und den anderen soz. Staaten, sich für den Frieden einzustzen, Zusammenarbeit, gegenseitige Achtung und Hilfe, sich stetig weiterzubilden, gute Leistungen im späteren Beruf , … so im Groben, was mir noch einfällt. (Es veränderte sich in den Jahren mehrmals)

    Wir saßen in den ersten beiden Reihen, standen dazu auf, ein Text (3 oder 4 Abschnitte wurden vorgelesen und die gemeinsame Antwort war: "Ja, das geloben wir." Das war, bevor wir in Gruppen auf die Bühne durften, um Urkunde, Buch und Blumen überreicht zu bekommen.

    So wichtig war uns dieses Gelöbnis gar nicht.

    Zur Vorbereitung gab es monatliche Jugendstunden ab der 8. Klasse im Klassenverband bis zur Jugendweihe – meist um die Osterzeit.
    Wir besuchten einen Betrieb, eine Universität, die KZ-Gedenkstätte in Buchenwald, Dresden(Hygienemuseum und Gemäldegalerie) und Leipzig /Messegelände, ein Pflegeheim, gingen ins Theater, nahmen an einer Buchlesungen teil, ein Vortrag vom Frauenarzt, waren im Planetarium.
    Es waren keine durchweg politischen Veranstaltungen.

    Zwang zur Jugendweihe – (ja)nein – eine Nichtteilnahme hatte Auswirkungen zur Zulassung eines Studiums. Manche machten daher beides: Konfirmation und Jugendweihe.

    Die allermeisten jungen Leute wollten die Jugendweihe: Wir fühlten uns mehr als Erwachsene, man durfte mit "Sie" angesprochen werden, wir freuten uns auf die Feier nach der Veranstaltung im Familienkreis oder auch im Klassenverband, dabei feierten meist Klassenfreunde und deren Familien gemeinsam. Wir trugen die ersten tollen Kleider mit Absatzschuhen, wir durften uns schminken, auch der Friseurbesuch war ein Erlebnis. Man durfte auch von da ab nachmittags bis 20.00 Uhr in die Jugenddisko. Es gab Geschenke. Oft waren da kleine elektronische Geräte dabei, für die meisten Mädchen der erste Schmuck in Gold oder Silber. Ich erinnere mich an mein erstes mini Kofferradio, Marke "Micki" und meinen ersten eigenen Fotoapparat. Wie oft konnte ich abends im Bett damit noch Musik hören.

    Nach der Jugendweihe, am Ende der 8. Klasse hatten die meisten noch eine Klassenfahrt. Meine Klasse fuhr für 4 Tage nach Berlin.

    Die Jugendweihe ist bei den meisten eine schöne Erinnerung, spielt bei Klassentreffen immer wieder eine Rolle.

    Auch meine Kinder nahmen an der Jugendweihe teil – nach der Wende. Viel anders war der Ablauf nicht, nur das Gelöbnis gab es nicht mehr. Bei der Jugendweihe meiner jüngsten Tochter waren mein Cousin und seine Fmilie aus dem Ruhrgebiet dabei. Sie waren positiv überrascht über die Veranstaltung.

  • SFath

    Mitglied
    9. August 2019 um 11:28

    Es wäre überhaupt interessant, wie sie die Doku insgesamt gefunden haben. Ob sie als "authentisch" empfunden wurde. Der 'westliche' Blick darauf wird ja immer wieder gern als unzureichend angesehen.

    Günther Jauch´s Verwunderung darüber, daß nach 30 Jahren mehr bemängelt und kritisiert wird, als nach 5 oder 10 Jahren, kann ich irgendwie nachempfinden.
    Das klingt, als hätte es in diesen Jahrzehnten weder Chancen, noch Verbesserungen, oder positive Veränderungen gegeben.
    Natürlich gibt es immer was zu bemängeln, wenn Erwartungen nicht erfüllt wurden. Aber gilt das generell für die enttäuschten Aussagen?

  • SFath

    Mitglied
    8. August 2019 um 20:32

    Mondin, kannst du nachgucken.
    http://www.zdf.de/dokumentation/deutschland-bilanz/deutschland-bilanz-100.html
    Ich schaue mir das auch gerade an.

Seite 3 von 3

Sie müssen angemeldet sein, um zu antworten.

Verstoß melden

Schließen