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     GSaremba61 antwortete vor 3 Jahren, 6 Monate 11 Teilnehmer · 36 Beiträge
  • Mondin

    Teilnehmer
    8. August 2019 um 20:07

    Tipp für alle Ost-West-Interessierten, besonders die im Westen:
    Heute Abend 22.15 auf ZDF

    Die erste Folge habe ich leider verpasst und bin gespannt auf die zweite.

    Mondin

  • SFath

    Teilnehmer
    8. August 2019 um 20:32

    Mondin, kannst du nachgucken.
    http://www.zdf.de/dokumentation/deutschland-bilanz/deutschland-bilanz-100.html
    Ich schaue mir das auch gerade an.

  • SFath

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 11:28

    Es wäre überhaupt interessant, wie sie die Doku insgesamt gefunden haben. Ob sie als "authentisch" empfunden wurde. Der 'westliche' Blick darauf wird ja immer wieder gern als unzureichend angesehen.

    Günther Jauch´s Verwunderung darüber, daß nach 30 Jahren mehr bemängelt und kritisiert wird, als nach 5 oder 10 Jahren, kann ich irgendwie nachempfinden.
    Das klingt, als hätte es in diesen Jahrzehnten weder Chancen, noch Verbesserungen, oder positive Veränderungen gegeben.
    Natürlich gibt es immer was zu bemängeln, wenn Erwartungen nicht erfüllt wurden. Aber gilt das generell für die enttäuschten Aussagen?

  • Paesi

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 13:48

    Was beinhaltete das Gelöbnis?
    Die Treue zur Verfassung, Freundschaft zur Sowjetunion und den anderen soz. Staaten, sich für den Frieden einzustzen, Zusammenarbeit, gegenseitige Achtung und Hilfe, sich stetig weiterzubilden, gute Leistungen im späteren Beruf , … so im Groben, was mir noch einfällt. (Es veränderte sich in den Jahren mehrmals)

    Wir saßen in den ersten beiden Reihen, standen dazu auf, ein Text (3 oder 4 Abschnitte wurden vorgelesen und die gemeinsame Antwort war: "Ja, das geloben wir." Das war, bevor wir in Gruppen auf die Bühne durften, um Urkunde, Buch und Blumen überreicht zu bekommen.

    So wichtig war uns dieses Gelöbnis gar nicht.

    Zur Vorbereitung gab es monatliche Jugendstunden ab der 8. Klasse im Klassenverband bis zur Jugendweihe – meist um die Osterzeit.
    Wir besuchten einen Betrieb, eine Universität, die KZ-Gedenkstätte in Buchenwald, Dresden(Hygienemuseum und Gemäldegalerie) und Leipzig /Messegelände, ein Pflegeheim, gingen ins Theater, nahmen an einer Buchlesungen teil, ein Vortrag vom Frauenarzt, waren im Planetarium.
    Es waren keine durchweg politischen Veranstaltungen.

    Zwang zur Jugendweihe – (ja)nein – eine Nichtteilnahme hatte Auswirkungen zur Zulassung eines Studiums. Manche machten daher beides: Konfirmation und Jugendweihe.

    Die allermeisten jungen Leute wollten die Jugendweihe: Wir fühlten uns mehr als Erwachsene, man durfte mit "Sie" angesprochen werden, wir freuten uns auf die Feier nach der Veranstaltung im Familienkreis oder auch im Klassenverband, dabei feierten meist Klassenfreunde und deren Familien gemeinsam. Wir trugen die ersten tollen Kleider mit Absatzschuhen, wir durften uns schminken, auch der Friseurbesuch war ein Erlebnis. Man durfte auch von da ab nachmittags bis 20.00 Uhr in die Jugenddisko. Es gab Geschenke. Oft waren da kleine elektronische Geräte dabei, für die meisten Mädchen der erste Schmuck in Gold oder Silber. Ich erinnere mich an mein erstes mini Kofferradio, Marke "Micki" und meinen ersten eigenen Fotoapparat. Wie oft konnte ich abends im Bett damit noch Musik hören.

    Nach der Jugendweihe, am Ende der 8. Klasse hatten die meisten noch eine Klassenfahrt. Meine Klasse fuhr für 4 Tage nach Berlin.

    Die Jugendweihe ist bei den meisten eine schöne Erinnerung, spielt bei Klassentreffen immer wieder eine Rolle.

    Auch meine Kinder nahmen an der Jugendweihe teil – nach der Wende. Viel anders war der Ablauf nicht, nur das Gelöbnis gab es nicht mehr. Bei der Jugendweihe meiner jüngsten Tochter waren mein Cousin und seine Fmilie aus dem Ruhrgebiet dabei. Sie waren positiv überrascht über die Veranstaltung.

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 14:17

    Vieles in der Doku war/ist individuelle Einstellung. Dem ein oder anderen konnte ich zustimmen. Bei Vielem habe ich geschmunzelt und den Kopf geschüttelt. Ich werde jetzt keine Teile rausziehen. Doch eine Hilfe können solche Berichte nicht sein. Sie werden nur die jeweiligen individuellen Vorurteile des Einzelnen bestätigen. Für mich eher kontraproduktiv.

    GeSa

  • Paesi

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 16:44

    So „gezwungen“, waren die Brieffreundschaften nicht. Es musste nicht jeder Schüler schreiben. Russischlehrer brachten Adressen mit. Sie hatten ja Verbindung zu sowjetischen Schulen, weil viele während ihrer Studienzeit auch einige Wochen in der SU verbrachten. Es wurde gefragt, wer eine Adresse möchte, meist gab es mehr Wünsche (oft von Mädchen, Jungen schrieben kaum) als Adressen. Dann wurden die Schüler gefragt, die in Verbindung standen, ob die Brieffreundin eine Adresse mitschicken kann von jemanden, den sie kennt und der/die auch schreiben möchte.

    Jeder Brief der ankam, wurde mit in die Schule genommen, herumgezeigt, gelesen. Zu Hause stand er auf dem Nachttisch – es war etwas aus einem anderen Land. So ab der 8. Klasse ließ das Schreiben nach. Manche Brieffreundschaften hielten aber auch länger. Eine Freundin von mir hält jetzt noch Kontakt und es gab Besuche nach dort und hier.

    Es war auch möglich in andere Länder zu schreiben. Ich lernte ja auch Englisch und hatte Kontakte nach Finnland (seit Klasse 9 bis heute) und Sri Lanka.

    Kurios: Eine russische Brieffreundin hatte noch einen weiteren Kontakt nach Deutschland, gleich im Nachbarort. Über diese Schreibfreundin lernte ich eine sehr nette deutsche Familie kennen, wie wurden befreundete Familien und fuhren mit unseren Kindern mehrmals gemeinsam in den Urlaub.

    Mein Mann erwähnte einmal, dass er ebenfalls noch einen Kontakt in Deutschland hat (seit 1985). Einen Brieffreund, mit dem er Briefmarken tauscht. Er dieser Freund wohnt in meiner Nähe. Ich rief da an – was für eine Überraschung am anderen Ende der Leitung. Immer, wenn mein Mann zu Besuch war, besuchten wir auch seinen Freund nebst Familie.

    Sorry, war etwas viel jetzt.

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 16:48

    (z.B. die fast durchgängige Berufstätigkeit der Frauen) die zumindest interessant sind.

    Staatlich angeordnet. Das ist für mich weit entfernt von Emanzipation,

    GeSa

  • Paesi

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 16:49

    Was verstehst du unter "staatlich" angeordnet?

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 17:17

    Das jede Hand gebraucht wurde um zu überleben und von daher mussten Frauen als Arbeitskräfte gefördert werden. Ein ökonomisches und kein emanzipatorisches Konzept.

    GeSa

  • Paesi

    Teilnehmer
    9. August 2019 um 17:26

    Wir durften arbeiten, wir mussten nicht. Wer nicht verheiratet war, ging selbstverständlich arbeiten.

    Wer verheiratet war, ging ebenfalls überwiegend arbeiten. Man wollte es. Man war unabhängig und fürs Familieneinkommen war es nicht zum Nachteil. Mit Kindern hatten wir geminderte Arbeitszeiten, pro Kind mehrere Wochen bezahlte Freistellung, wenn das Kind krank war. Jede werktätige Frau hatte ihren pro Monat einen bezahlten Haushaltstag.

    Es gab sehr wenige, die auch nicht auf Arbeit gingen, oft der Kinder wegen bis zur Einschulung oder weil auf einen Kindergartenplatz gewartet werden musst. Manche waren Hausfrau und halfen im Geschäft des Mannes.

    Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, nach dem Studium Hausfrau zu werden. Wozu hat man denn sonst seine Ausbildung gemacht? Man hat sich gefreut nach der Ausbildungszeit, endlich arbeiten zu können, sein eigenes Geld zu verdienen, in ein neues Umfeld einzutreten. In habe wie alle anderen meiner Studienkolleginnen freiwillig 1978 meine Arbeit angetreten und letzten Monat beendet. Mein (jetzt) Ex-Mann (Schichtdienst) hätte durchaus mich und ein Kind gut „ernähren“ können. Mich hätte niemand „gezwungen“ zu arbeiten. Bei 2 Kindern hätten wir uns schon einschränken müssen – aber wir hatten 3 Kinder (geboren 1998, 1980, 1981). Nein, die Kinder waren nicht der Grund fürs Arbeiten – ich wollte nicht zu Hause bleiben. Kinder, Arbeit und Familie – es funktionierte, nichts bereue ich.

    Ich habe auch noch nie auf Klassentreffen gehört, dass jemand sich im Nachhinein „gezwungen“ fühlte, dass man es anders lieber gehabt hätte.

    Auch meine Tochter hatte spätestens nach einem Jahr Babyzeit den Wunsch, zurück zur Arbeit. Und auch nach dem zweiten Kind war sie nur ein Jahr zu Hause. Ihr Mann hätte seine Familie ernähren können.

    Eins stimmt: Wir mussten für die Emanzipation nicht kämpfen wie ihr es tatet. Aber man sollte sie uns deshalb nicht absprechen.

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