Startseite Foren Politik - Zentrale Thomas Kemmerich tritt zurück Antwort auf: Thomas Kemmerich tritt zurück

  • philosophin

    Teilnehmer
    7. Februar 2020 um 12:20

    @Florena,
    der Unterschied zwischen den Briten und den neudeutschen Politikern scheint zu sein, dass die Briten mit einem demokratisch erzielten Ergebnis umgehen, sich ihm letztlich stellen und es damit vor allem ernst nehmen.

    Ich halte es für eine sehr verheerende Maßgabe der Bundeskanzlerin, zu fordern, dass dieses Ergebnis rückgängig gemacht wird. Das ist eines Despoten würdig, aber nicht einer Bundeskanzlerin die ebenso demokratisch gewählt wurde und in einem Land lebt, dass sich demokratisch nennt.

    Es ist völlig wurscht wie ekelig man die AfD im einzelnen findet: Solange sie nicht verboten ist oder sonst irgendwie aus dem Spektrum, der in demokratischen Prozessen wählbaren Parteien ausgeschlossen ist, ist sie nach dan Regeln der Demokratie zu respektieren.

    Das schließt etwas höhere Anforderungen an den Umgang mit ihr ein, als das bisher meistens praktiziert wird, weil es eben nicht diesen Konsens gibt, den man letztlich mit allen anderen Parteiien hat, neuerdings sogar mit der Linken.
    Die war ja bis vor kurzem auch noch Bäh.

    Die höheren Anforderungen sind zum Beipiel die klare Abgrenzung von Naziideologie, die man im Rahmen des demokratischen Prozesses natürlich nicht ignoriert auch, wenn man mit ihnen arbeitet(AfD Abgeordneten).
    Aber man arbeitet mit ihnen, was nicht heißt, dass man mit ihnen koalieren soll Nachtrag

    Das schließt auch ein, dass man sich solche primitiv dümmlich und ahistorischen Vergleiche mit 1933 verkneift .
    Das ist nicht das Jahr 1933.
    Die Ursachen für die jetzige Misere sind andere, die Voraussetzungen zur Lösung ebenso und die Mittel der Naziideologie heute Herr zu werden ebenfalls.
    Kursiv ist Nachtrag zum besseren Verständnis

    Wenn die AfD im Osten stärker gewählt wird als im Westen, so ist das nicht mit der bisher schlichten Denkart zu verstehen, die üblich ist und in den Schulen weitervermittelt wird an die nächste Generation.
    Es ist eben nicht mit dem Denkmuster: einmal Diktatur immer Diktatur zu erklären.

    Das zu respektieren und weiter zu denken, scheint etwas zuviel Denken zu verlangen, folgt man den offiziellen Verlautbarungen in Politik und den meisten Medien.

    Mein Fazit aus der ganzen Choose ist: Das weiße Band wirft lange Schatten und die Nazidiktatur ist noch lange nicht verstanden worden.

    Offensichtlich auch nicht in manchen sich bildungsdbürgerlich nennenden Kreisen.
    Sonst käme man nicht auf die Idee, solche unsinnigen, die Nazidiktatur verharmlosenden, Vergleiche zu ziehen.

    Diese Art der Argumentation offenbart für mich eine erschreckende Sprachlosigkeit und einen heftigen Mangel an geistiger Durchdringung dessen, was da grad wirklich passiert ist in Thüringen.
    Aber die Bekenntnisse sind kraftvoll – nur reichen sie eben nicht. Und sie dienen nicht der Stärkung der Demokratie.

    Außerdem finde ich es unerträglich, wenn, auch in diesem Forum, mit Naziideologie(Jargon) kokettiert wird, um gegenwärtige Prozesse zu beschreiben und sich selbst als Antinazi zu profilieren.

    Schönen Tag
    phil

    P.S. habe gerade einen Artikel in der Zeit zum Thema gefunden:
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-02/ostdeutschland-thueringen-fdp-afd-landtagswahl-demokratie

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