realo
Erstellte Foren-Antworten
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Bin kein großer Fan von oberflächlichen Höflichkeitsfloskeln nur der Etikette wegen, das erinnert mich an biederes und steifes Gebaren am Hofe, weil es der vornehme Adel verlangte. Ich bin für eine innere Höflichkeit aus tiefster Überzeugung, da können es auch mal plumpe Worte sein als äußeres Gehabe, vor allem zu Konkurrenten sein, aber innerlich bleibt der zwischenmenschliche Respekt erhalten. Ich kann auch sehr gut Kavalier der alten Schule zu Damen sein, aber nur wenn sie mir wirklich etwas bedeuten, meist jüngere. Wenn mir die Frau unsympathisch ist, gibt es keine Höflichkeit. Ich heuchele nicht. Höflichkeit, wenn es wertvoll ist, ansonsten gibt es Verachtung. Ich arbeite noch in der psychosozialen Beratung, da bekommt jede Klientin mit seelischen Konflikten von mir eine achtungsvolle Höflichkeit, denn das Behandeln ihres Problems ist es wert. Hier im Forum bin ich auf so viel westdeutsche Arroganz gestoßen, da bleibt nicht viel Höflichkeit übrig, es hat keinen Wert.
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Hallo Webra,
Du gehörst zu den Altsenioren während ich zu den Jungsenioren gehöre, eine ganz Generation liegt zwischen uns und trotzdem kenne ich diese Höflichkeitsregeln alle. Ich wurde streng erzogen und wir bekamen, als Jugendliche den ‚Knigge‘ zu lesen, die zwischenmenschlichen Umgangsformen. Jedoch bin ich inzwischen der Ansicht, man sollte aus der Höflichkeit kein Dogma machen, manchmal sind andere Ausdrucksweisen wichtiger und dringender als bitte und danke. Sollte das gute Benehmen zu Höflichkeitsfloskeln verkommen, wird es scheinheilig und ist negativ. Deshalb ist weniger die äußere Form entscheidend, als viel mehr die innere Haltung. Wir sind in Deutschland mit Political Correctness schon genug gestraft. Ich weiß, in den Medien wird über Verrohung der Gesellschaft geklagt, wegen eines Messerstechers, ich halte das für Quatsch. Die meisten Menschen sind nach wie vor umgänglich und nett.
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Dieses miteinander schreiben, als übereinander, gestaltet sich insofern schwierig, als ich hier meistens nur einmal am Tag hineinschaue und wenn die Damen erregt sind, braucht es ständigen Ausdruck. So gesehen ist es meine Schuld, wenn über mich hergezogen wird und nicht mit mir. Kann es verkraften, bin auch nicht besser. Ich sehe es überhaupt nicht so, dass die virtuelle Welt die Realität als Grundlage hat. Die User online mit dem Avatar führen ein Eigenleben, völlig unabhängig von der analogen Welt. Ich lasse online gerne die Sau raus und verkrafte das Echo, wie gesagt, Masochist.
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@Zoe Ist das ein Wunder, wenn die tiefsinnigen Gedanken vorenthalten werden? Schau Dir doch in der Forenübersicht die Unterforen an, woraus das Seniorenforum besteht. Hauptsächlich Spiele und Tagesfloskeln. Wo soll da Tiefsinn Platz haben? Wenn ich etwas schreibe, dann schreibe ich so tiefsinnig wie möglich, aber es wird mir als große Klappe ausgelegt. Webra schreibt gut, das sehe ich auch so, er könnte mein Vater sein. Schwierig sind die mathematischen Abhandlungen, die kann ich nicht nachvollziehen. Wie auch immer, hier schreiben ist halt Kurzweil in der virtuellen Welt, da hast Du völlig recht, die entscheidenden Dinge passieren in der analogen Welt vor Ort.
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@Webra Hier im Seniorenforum erscheint unter Philosophie so gut wie gar nichts, obwohl das damals mein Einstieg war. Google zeigte an, dass es hier ein Philosophieforum gibt, das stimmt auch, nur die Spiele-Foren dominieren um ein Vielfaches. Da ich mir vorgenommen habe in meinem Alter keine Threads mehr zu eröffnen, so wichtig ist es nicht, kann ich nur mitschreiben, wenn sich etwas ergibt und das Thema Philosophie ergibt sich hier so gut wie nie. Macht ja nichts, um dummes Zeug zu brabbeln, gibt es andere Möglichkeiten. So weit, dass ich ersatzweise Dialoge mit der Maschine (KI) führe, um die Zeit zu vertreiben, ist es noch nicht. Noch bin ich gut zu Fuß, mache meine Exkursionen durch die Stadt und treffe dabei Menschen, denen ich in die Augen gucken kann. Die virtuelle Welt ist und bleibt ein Lückenfüller, macht aber auch viel Spaß.
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Tja, auch das Stöckchen aufgreifen und darüber springen will gelernt sein. Wie gesagt, meine Stiefmutter hatte die Macht als Schuldirektorin inne, da bestand die ganze Kindheit aus über das Stöckchen springen, wenn ich nicht opponiert habe, was habe ich sie verflucht.
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Genau, die Nullen und Einsen kamen mir auch gerade in den Kopf, das Alphabet, die Buchstaben sind ganz ähnliche Chiffren, warum soll man die aus bestimmten Vorlagen nicht neu auf digitale Art und Weise zusammensetzen können. Die KI schaut auf die Frage nicht nach dem Satz im Netz, auf allen Servern der Welt und da ist ein Haufen Schwachsinn gespeichert, der Mensch macht gerne viel Blödsinn, sondern er schaut nach der Chiffre. So bekommt man auf die Chiffre der Frage die passende Antwort als Chiffre in Worte umgewandelt aus dem Netz.
@Webra, ich habe den von Dir eingestellten Text nicht alles gelesen, ein Dialog mit KI reicht für mich aus, um die Bewertung zu fällen und dann auch noch über das menschliche Bewusstsein. Zu dem Thema findet man im Netz unendlich viel Material und über das Thema Religion auch.
Alleine in den Philosophieforen, in denen ich mitschreibe, werden diese Themen rauf und runter diskutiert. Du bringst mich auf eine Idee, ich sollte dort mal schauen, wer alles die KI benutzt, um ‚kluge‘ Verse zu posten.
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Ja, die Bücher, ich würde es inzwischen als Hassliebe bezeichnen, meine Gefühle die ich zu Büchern habe. Die Regale, die Tische, der Boden, alles voll mit Büchern, dabei habe ich schon so viele in die Bibliothek getragen. Dort wurden eine Zeit lang gebrauchte Bücher angenommen und im Antiquariat angeboten. Ein Lieblingsbuch, um zum Thema zu kommen, habe ich nicht, ich liebe alle Bücher, aber wie es im Leben so ist, man kann nicht immer alles haben, was man liebt. So versuche ich mich zu beschränken, es gelingt mir kaum. Gerade gestern habe ich in einem online Gebrauchtbuchhandel 20 Bücher bestellt, hauptsächlich Psychothriller und Krimis, die sich im Alltag zur Unterhaltung und Entspannung weglesen. Solche Bücher kann man nur einmal lesen, dann weiß man wer der Mörder ist, die muss man nicht ins Regal stellen, die kommen nach dem Lesen gleich wieder weg, damit sie andere Menschen lesen können. Die Bücherei, sie ist hier in der Stadt nicht so groß, habe ich in dem Genre durch, alles gelesen.
Um ein Buch zu erwähnen, ich habe es in meiner Jugend in der DDR gelesen und es beeindruckt mich bis heute. Es ist der ‚Samenbankraub‘ von Gert Prokop.
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Also mir schmeckt das, wenn die dreckige Wäsche durch die Lauge geht, wieder und wieder, das ist den Waschweibern so eigen. Das Thema lässt sich ausweiten, iss was Dir schmeckt.
Durch den Kakao gezogen werden schmeckt mir, als Berliner eine große Klappe haben ist Teil der Zunft und gehört zum guten Ton. So gut erkannt und gedeutet werden, kommt in der virtuellen Welt selten vor, es berührt und begeistert mich.
Iss was Dir schmeckt auf die Psyche oder Seele bezogen bedeutet, die Anfeindungen und Beleidigungen so verarbeiten zu können, dass aus dem Negativen positive Gefühle entstehen. Das erzeugt wunderbare Lebensenergie. Deshalb ist mir der politische Gegner, der mich zur Strecke bringen will, tausendmal lieber, als die vielen netten Mitmenschen. Die Mitmenschen wollen von mir Zuneigung, Sympathie und Nettigkeiten, aber die Gegner geben mir die Kraft aus dem Negativen etwas Positives zu machen. Ein großes Geschenk. Die große Klappe ist dafür natürlich notwendig, um nicht einzuknicken und um Gnade winseln zu müssen.
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Papagei ist für die KI ein guter Vergleich, sie plappert nach. Jedoch das machen viele Menschen auch, wie oft erlebe ich es, dass Zitate als Argument angeführt werden und es kommen andere Menschen zu Wort, um die eigne Meinung auszudrücken. Mich ärgert das, denn dass Albert Einstein ein kluger Kopf war, wissen wir ja alle, aber wenn Fritzchen Müller ein Zitat von Einstein verwendet, um auch mal zu glänzen, finde ich es lächerlich. Da ist es besser einen eigenen Ausdruck zu finden, auch wenn er holprig ist, aber es ist persönlich. So ist es mit der KI auch, das ändert sich auch nicht, denn Maschine bleibt Maschine und Mensch bleibt Mensch. Wer also den von der KI aus dem Internet wiederholten Text liest und davon begeistert ist, hat eben ein einfach gestricktes Gemüt, warum nicht. Genauso ist es am Telefon, wer sich von der netten und schmeichelnden Stimme der KI einlullen lässt, sitzt dem Fake eben auf. Es ist wie der Enkeltrick, man kann alles Geld verlieren, aber das Leben ist nicht bedroht. So wird die KI erst bedrohlich, wenn sie anfängt Menschen zu killen, so wie ein Soldatenroboter. Da sollte man über den Kellnerroboter im Restaurant wirklich schmunzeln wie über Tier- und Kinderdarstellungen auch.