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Erstellte Foren-Antworten
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Gehirn zerschießen ist bei Menschen, die unter psychischen Störungen leiden, durchaus nachvollziehbar. Sie versuchen den Teil des Gehirns beim Zerschießen zu treffen, der von der Störung geplagt ist. Nur wenn sie nicht treffen, geht alles Andere kaputt, nur das Kranke nicht, dann wird es immer schlimmer. So ist es egal, welches Zeugs man zum Zerschießen einsetzt, wichtig ist, dass man genau dahin trifft, wo das Übel sitzt und das ist bei flächendeckendem Zeugs kaum der Fall. Zuerst sollte man das Übel im Gehirn identifizieren und dann lokalisieren, um es dann gezielt zu eliminieren. Das geht nicht mit Drogen, da schießt man mit Kanonen auf Spatzen, aber mit einer Präzisionswaffe geht es, das ist Psychotherapie.
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Wenn es ums Sparen geht, habe ich mit der Wohnung mal so richtig Glück. Seit zwanzig Jahren keine Mieterhöhung und sie ist von Anfang an günstig. Mein Vermieter, der auch gleichzeitig der Besitzer des Hauses ist und selbst dort wohnt, verdient sein Geld über die Vermietung der Gewerberäume, da sind ihm die kleinen Privatmieten nicht so wichtig. Das Haus in exklusiver Lage im Zentrum der Kleinstadt, da habe ich das Gefühl den Hauptgewinn bekommen zu haben. Ich bin so unendlich dankbar für die Wohnverhältnisse und dann noch die Untermiete dazu, das spart noch obendrauf und für Sozialkontakt ist auch gesorgt. Tausendmal besser als in einer festen Liebesbeziehung, zumindest für mich, der nicht so gerne kitschig ist oder liebe Gefühle heuchelt.
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Natürlich gab es in der DDR Christen und die Kirche. Wir hatten ein Mädchen in der Klasse, dass nach der Schule in die Gemeinde zum Religionsunterricht ging, wir anderen alle hatten an der POS keinen Religionsunterricht. Sicher, Dogmen der Partei, aber das ist keine Religion. Die Dogmen der Partei gibt es bei CDU und SPD auch, die gibt es bei jeder Partei, beim Verein auch. Wenn man Freiheit auf Äußerlichkeiten bezieht, ist die BRD groß da, aber was innere Freiheit angeht, waren wir im Osten besser. Der Mangel machte kreativ und geistig rege, genauso wie die seelischen Empfindungen besser ausgeprägt waren. Der christliche Glaube ist doch in großen Teilen Märchenfantasie als Vorgabe, wir im Osten hatten die blanke Realität ohne Kirche, konnten aber fantasieren wie junge Götter. Die Freiheit im Gehirn war grenzenlos, nur der reale Mangel machte in der Praxis, was die Umsetzung anging, einen Strich durch die Rechnung. Aber in der Wendezeit in Berlin 1989/90 war so gut wie alles möglich, was für eine tolle Zeit von Kreativität und Freiheit.
Ja, die Westverbindungen in die DDR waren hauptsächlich über die Kirche gegeben, deshalb die erste DDR Opposition aus der Kirche heraus, auch die spätere Friedensbewegung, mit Schwertern zu Pflug-Scharen, wurde aus der Kirche organisiert, genauso wie die Montagsdemos. Man könnte sagen, den Untergang der DDR hat die Ostkirche mit westlichen Beratern ermöglicht. Dazu nötig natürlich das Mobilisieren der Massen, aber das war 1989 einfach, denn die politische Unzufriedenheit und der Mangel an Gütern im Vergleich zum Westen war groß.
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@Zoe Die Schwierigkeit bei Philosophieforen ist, wenn sie zu theoretisch sind und zu weit weg vom Alltag, erfüllen sie nicht den praktischen Nutzen der Philosophie um die Lebensqualität zu verbessern. Wenn es nur um Denkspiele geht, um Sport mit den grauen Zellen zu betreiben, habe ich kein Interesse. Das ist auch der Grund, warum ich das Philosophiestudium an der Universität nach zwei Semestern aufgegeben habe. Nur geistige Selbstbefriedigung. Ich nutze Internetforen, um meine Gedanken und Gefühle schriftlich zu sortieren und es ins Netz zu schicken. Ein ganz praktischer Lebensbewältigungsaspekt und so auch bei Philosophieforen. DIA-Logos habe ich genau aus diesem Grund verworfen, alles viel zu theoretisch. Beim “Philosophie-Raum” bin ich hin und wieder, da tummeln sich Massen. Dann bin ich noch im Philosophieforum von spin.de, aber da ist meistens tote Hose. Was noch ergiebig ist, wenn es um Lebensfragen und Lebensbewältigung geht, sind Psychologie-Foren. Da kommen oft ganz lebenspraktische Fragen auf und auch das Thema Gefühle ist nicht tabu. Es gibt viele Möglichkeiten im Netz, um online zu kommunizieren, auch ohne die neuen Plattformen von Social Media.
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@Sangoma Natürlich, nicht nur der Kaffee hat seine Funktion, sondern auch das Getränk im Schwenker. Es sind die kleinen Wirkstoffe mit wichtiger Wirkung. Auch ich genieße Hochprozentiges, aber nur hin und wieder. Es macht das Immunsystem resilienter. Was wäre alles Geld der Welt ohne Gesundheit und Lebensfreude?
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Halte gar nichts von religiösen Dogmen, egal bei welcher Religion, aber bis die Menschheit so weit ist, sie nicht zu brauchen wird es noch lange dauern. Gerade die heutige ältere Generation ist noch streng religiös erzogen worden, außer in der DDR. Ich als Nachkriegsgeneration habe in der Erziehung keine Kirche mehr gehabt. Sture Wessis bezeichnen es als Diktatur, um das Negative des besiegten Feindes zu bekräftigen, politisch gesehen hatte ich eine wunderbare Kindheit. Sie hat mir so viel Stärke mitgegeben, dass ich heute keinen Papst brauche als Vaterersatz mit frommen Gefühlen und kirchlicher Gesinnung. Der Vaterersatz in meiner Fantasie ist Gehirnforscher und Neurobiologe. Übrigens auch im Osten geboren.
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Solche Beschwörungsformeln zum Guten gibt es wohl seit der industriellen Fertigung von alkoholischen Getränken in großer Masse und billig. Jedoch, sie helfen nicht. Zu groß ist das Leid bei Stress und zu leicht sich mit einem alkoholischen Rausch zu trösten, da hilft alle Aufklärung nicht. Es ist weniger die Feier das Problem, sondern der Konflikt im Alltag, bei dem keine Lösung in Sicht ist. Die Probleme wachsen über den Kopf und der Alkohol lässt sie vergessen und täuscht so Erleichterung vor. Wir bräuchten weniger Gesetze, Regeln und Normen, mehr Toleranz für Ausschweifungen so, dass Alkohol zum Abschweifen nicht notwendig ist.
In der DDR war Alkohol die einzige Droge, die es gab und sie wurde reichlich genutzt, auch im Sozialismus gab es viele Alkoholkranke. Dasselbe Prinzip, Stressbewältigung durch Alkohol, er entspannt, lockert und lässt die Probleme vergessen. Ich glaube nicht, dass die Verfügbarkeit das Problem ist, auch nicht der Preis, es ist die psychologische Verführung. Es ist mit anderen Drogen auch nicht besser, auch die illegalen werden konsumiert, meist bis zum bitteren Ende.
Wie erreicht man weniger Stress im Alltag, das wäre die entscheidende Frage. Menschen mit genetischer Vorbelasstung und Menschen mit Prägung von Alkoholikereltern oder anderen Traumatisierungen haben es besonders schwer. Umgang mit Gefühlen, in modernen indusrtiellen Gesellschaftsordnungen hüben wie drüben ein Tabu. Dann wird es eben ersoffen oder mit anderweitigen Stoffen lahm gelegt. Dabei sind gute Gefühle eine wunderbare Motivation für die Lebensgestaltung. Wie wandelt man schlechte Gefühle in gute um, das wäre ein Lehrbereich der praktischen Lebenshilfe.
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Habe es ausprobiert mit dem Malzkaffee, der hieß in der DDR ‚Im nu‘ sinnigerweise, den gibt es noch, nur nicht in Bayern im Supermarkt. Dort gibt es ‚Caro‘ Landkaffee von Nestlé, auf den verzichte ich. Im Discounter gibt es keinen Getreidekaffee und so bin ich ins Reformhaus gegangen. Da gibt es verschiedene Sorten, aber wesentlich teurer. Ein Glas Getreidekaffee mit Früchten war gerade im Angebot für 5 €. Den habe ich genommen und gleich am Nachmittag ausprobiert. Zwei Teelöffel Pulver in eine große Tasse, heißes Wasser darauf, umrühren, fertig. Schmeckt logischerweise anders als Bohnenkaffee, aber nicht schlecht. Also am nächsten Morgen noch einmal einen aufgebrüht, ist ja schnell gemacht und genossen. Jedoch dann, nach eine Weile, kam die schleichende Müdigkeit auf, ständiges Gähnen und die Augen vielen schier im Stehen zu. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich hinzulegen. Dadurch wurde es eine Weile besser, aber kaum hatte ich eine ruhige Minute fing es wieder an, mich, übermannte eine Müdigkeit. Mit so einer Wirkung habe ich nicht gerechnet. Machte dann zum Branch in der Mittagszeit nach dem Intervallfasten wieder einen Bohnenkaffee und die Müdigkeit war verflogen. Der Organismus ist also so sehr an den Kaffee mit Koffein gewöhnt, dass er, wenn man es ihm vorenthält, schlapp macht. Eine interessante Erfahrung, die ich so nicht erwartet habe, bin davon ausgegangen, dass der Wachmacher Bohnenkaffee vor allem ein Mythos ist. Jedoch es zeigt sich, ohne dem Stoff Bohnenkaffee macht der Organismus schlapp. Zumindest bei mir war es so, nach vielen Jahren mehrere Tassen Bohnenkaffee pro Tag regelmäßig. Ich glaube zwar immer noch, dass eine Entwöhnung möglich ist, aber nur mit gewissen Strapazen. Es war ein Versuch wert, er ist gescheitert, aber die Erfahrung hat zugenommen.
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Halte diese Obrigkeit-Frömmigkeit grundsätzlich für bedenklich, schwächt sie doch das Selbstvertrauen. Beim Papst wird es besonders deutlich, ist er doch ein kirchlicher Würdenträger, aber bei der Monarchie ist es nicht minder fraglich. Mich erinnert das alles an, ich brauche einen Führer, sonst fühle ich mich unsicher, denn mir selbst traue ich nicht über den Weg. Warum ist das so? Warum ist das Selbstvertrauen dermaßen gering? Wieso braucht es diese Führerpersönlichkeiten, die dann auch noch so sehr verehrt werden? Ist das in unseren Genen verankert und somit ein Naturgesetz? Bin davon nicht überzeugt.
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@Ricarda01 Ein klarer Kopf ist ja schön und gut, aber was nutzt es, wenn er endlos Kopfschmerzen macht, weil die Entspannung fehlt. Ich halte einen Rauch für ein Vergnügen, bin in einer Zirkusvorführung berauscht, oder an einem warmen Frühlingstag. Der Alkohol ist nur eine Methode für den Rausch, ich ziehe das natürliche Ausschütten von Belohnungsstoffen im Gehirn vor und das passiert über die Wahrnehmung der Sinne, über die Empfindungen der Seele. Ich esse keine vergorenen Früchte wie die Affen, aber ich braue Bier selber, nutze die alkoholische Gehrung für das alltägliche Getränk. Ein Bier am Abend macht noch keinen Rausch, aber es schmeckt und beruhigt. Die abendliche Entspannung geht leichter umzusetzen und das Nervengift Alkohol in kleiner Dosis schafft Resilienz im Gemüt. Nicht die Existenz von vergorenen Früchten oder von Alkohol auf der Welt sind das Problem, sondern der Umgang damit. Das Gift in der Flasche richtet keinen Schaden an, erst wenn ich es zu mir nehme. Ein süchtiger Zeitgenosse ist ein psychisch kranker Mensch, da sollte man fragen, wo die seelischen Ursachen liegen und nicht mit weiteren Strafen drohen. Aber in unserer aktuellen Gesellschaft wird versucht alles über das Geld zu regeln (Krankenkasse), auch die seelischen Empfindungen. Wenig Geld Depression und viel Geld Glücksgefühle…