Sorgenfreier Umzug im Alter: Tipps für einen stressfreien Neuanfang

Mehr Barrierefreiheit, geringere Kosten oder einfach nur in die Nähe der Familie und Freunde ziehen – es gibt viele Gründe für einen Umzug im Alter. Viele älteren Menschen stehen diesem Vorhaben jedoch skeptisch gegenüber. Für sie ist es ein Schauder, bloß an die etwaigen Vorbereitungen und Schritte zu denken, bevor der Umzug vollbracht ist. Auch kann es eine emotionale Herausforderung sein, das gewohnte Umfeld zu verlassen. Dieser Artikel erläutert, wie die Ängste und Bürden des Umzugs überwunden werden können, sodass man sorgenfrei in den neuen Wohnräumen ankommt.

Vorwort: Lassen Sie sich nicht beunruhigen!

Je älter Menschen werden, desto schwieriger werden Veränderungen für sie: Gerade alte Menschen vertrauen meist auf Routinen, insbesondere wenn noch eine Demenz hinzukommt. Ein kompletter Neuanfang kann daher oftmals verunsichern. Dies ist jedoch vorerst keine ungewöhnliche Sache. Selbstverständlich binden wir Menschen uns an vertraute Dinge, die wir lernten zu schätzen. Wenn ein Umzug in Betracht gezogen wird, sollte man sich deshalb von der Angst vor Veränderung nicht schämen. Denn sie macht uns menschlich.

Grundsätzlich kann die Angst vor Veränderung viele Ursachen haben. Häufig ist es die Furcht vor dem Unbekannten, die Sorge, die gewohnte Umgebung zu verlassen und sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden zu müssen. Diese Gefühle sind völlig normal und verständlich. Wer von diesen Ängsten betroffen ist, hat verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. So könnte man zum Beispiel mit der Familie, Freunden oder sogar dem Hausarzt oder der Krankenkasse reden.

Diese Personen können eine unterstützende Hand bieten oder über Maßnahmen gegen die Ängste beraten. Eine weitere Option wäre es, sich intensiv mit den Umzugsschritten zu befassen. Im folgenden Beitrag geben wir deshalb eine Einführung darüber, wie ein stressfreier und vor allem sorgenfreier Umzug gelingen kann. Und wer weiß: Vielleicht erkennen Sie im Verlauf, dass die Bürden des Umzugs alle beseitigt werden können und kleiner sind als gedacht.

Achtung: Wenn Angst den Alltag bestimmt

In einigen Fällen können weitere Faktoren die oben genannten Ängste verstärken. Besonders einschneidende Erlebnisse, wie schwere Stürze oder traumatische Erfahrungen wie Raubüberfälle, können zu langanhaltenden, krankhaften Ängsten führen. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte generalisierte Angststörung. Diese kann sich unter anderem in der „Sturzangst“ manifestieren. Diese spezielle Angst hindert Betroffene oft daran, sich frei zu bewegen oder soziale Kontakte zu pflegen, aus Furcht vor Dunkelheit oder widrigen Wetterbedingungen.

Es ist wichtig zu erkennen, dass solche Ängste und die damit verbundenen Herausforderungen nicht ungewöhnlich sind und dass sie auch hier niemanden zu schämen brauchen. In diesem Fall handelt es sich sogar um krankhafte Ängste, welche dringend mit dem Hausarzt, pflegenden Personen oder der Krankenkasse besprochen werden sollten. So können aktive Maßnahmen gegen die generalisierte Angststörung im Alter unternommen werden. Indem wir uns diesen Ängsten stellen und Unterstützung annehmen, können wir die notwendigen Schritte unternehmen, um sicher und sorglos in ein neues Zuhause zu ziehen.

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Schritt 1: Die Wohnungssuche

Die Wohnungssuche ist heute so einfach wie noch nie. Sie erfolgt im Internet und kann von überall aus stattfinden. Es gibt zahlreiche Webseiten und Portale, die sich auf das Wohnen spezialisiert haben. Filterfunktionen ermöglichen es dabei, gezielt nach barrierefreien und zentral gelegenen Wohnungen zu suchen. Hier gilt: Nehmen Sie sich die Zeit, verschiedene Angebote zu vergleichen und sich gegebenenfalls auch vor Ort ein Bild zu machen. Ein Umzug muss nicht hektisch und chaotisch ein, wenn man sich bewusst dafür entscheidet und sich Zeit nimmt.

Insgesamt ist die Suche nach einer neuen Wohnung im Alter ein wichtiger Schritt, der gut durchdacht sein will. Gerade im fortgeschrittenen Alter stellen sich besondere Anforderungen an den neuen Wohnraum, welche berücksichtigt werden sollten, um ein komfortables und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Diese Anforderungen können in die digitale Wohnungssuche integriert werden. Sollte es Schwierigkeiten bei der Suche geben, kann auch hier nach Unterstützung gesucht werden. Zu den Anforderungen, welche die neuen Wohnräume unbedingt erfüllen sollten, gehören:

  1. Stichwort Barrierefreiheit: Barrierefreie Wohnungen sind so gestaltet, dass sie mögliche Hindernisse minimieren und die Sicherheit erhöhen. Dies bedeutet unter anderem, dass Handläufe und Haltegriffe vorhanden sind, höhenverstellbare Armaturen installiert sind und rutschhemmende Bodenbeläge genutzt werden. Ebenfalls wichtig sind gut erreichbare Schränke sowie ebenerdige Dusch- und Badewanneneinstiege. Vermeiden Sie Wohnungen mit steilen Treppen, es sei denn, es gibt einen Lift.
  2. Die Lage der neuen Wohnung: Die neue Umgebung sollte zentral gelegen sein, insofern man nicht in die Nähe der Familie oder Freunden zieht. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ebenso wichtig wie die Nähe zu Supermärkten, Apotheken und Hausarztpraxen. Auch die Verfügbarkeit von Grünanlagen in der Nähe, die zu Spaziergängen einladen, sollte nicht unterschätzt werden.

Während der Wohnungssuche ist es ebenso wichtig, die nächsten Lebensjahre mit all ihren Hürden zu berücksichtigen. So sollte man frühzeitig überlegen, wie man auch in Zukunft wohnen möchte. So kann ein erneuter Umzug oder Schwierigkeiten im Wohnumfeld vermieden werden.

Schritt 2: Die Vorbereitung

Nun zu Schritt 2: Nachdem sich für eine Wohnung entschieden wurde, gilt es sich auf den Umzugstermin vorzubereiten. Hier kann sich vorerst mit der Frage auseinandergesetzt werden, ob man die Hilfe von Familie und Freunden in Anspruch nimmt oder doch lieber ein Umzugsunternehmen beauftragt.

Wenn man sich für die zweitere Option entscheidet, empfiehlt es sich, verschiedene Unternehmen aus der Nähe miteinander zu vergleichen. Dadurch können Pauschalpreise miteinander verglichen und kostengünstige Option gewählt werden. Es ist ratsam, auf unparteiischen Plattformen nach den Unternehmen zu suchen. So kann man beispielsweise auf gelbeseiten.de Umzugsunternehmen in der Nähe finden, welche unparteiisch aufgelistet sind. Hier handelt es sich um ein digitales Branchenbuch, welches Unternehmen mit ihrem Namen, der Adresse, Telefonnummer und Internetseite auflistet.

Ein weiterer Schritt, der im Schritt der Vorbereitung unternommen werden kann, sind ist die Aussortierung älterer Möbel, kaputter sowie ungenutzter Dinge. Die Zeit vor dem Umzug kann dafür genutzt werden, um jeden Raum gründlich zu durchsehen und sich von ungenutzten Dingen zu trennen. Auch kann man sich damit auseinandersetzen, ob man sich neue Dinge wie etwa ein Pflegebett anschaffen möchte.

Tipps für die Beauftragung eines Umzugsunternehmens Die Verbraucherzentrale warnt vor Umzugs-Abzockern, welche bewusst zu hohe Preise anbieten und so den Wohnungswechsel zur Kostenfalle machen. Um dem Betrug gegenzusteuern, sollten laut der Verbraucherzentrale, mehrere Vergleichsangebote eingeholt, alle Leistungen geprüft und unterschiedliche Abrechnungsverfahren eingesehen werden. Des Weiteren sollte ein Festpreis vereinbart und der Umgang mit Umzugsschäden besprochen werden. Mehr dazu auf verbraucherzentrale.de. Bei der Pflegekasse können Zuschüsse für Umzugskosten beantragt werden. Auch ein Zuschuss für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes (§ 40 Abs. 4 SGB XI) kann bei der Pflegekasse gestellt werden.

Schritt 3: Formalitäten nach dem Umzug

Nachdem der Umzug mithilfe von Familie und Freunden oder eines Umzugsunternehmens erfolgreich abgeschlossen ist, stehen noch einige wichtige Formalitäten an. Diese können alleine oder wieder zusammen mit einer pflegenden Person bearbeitet werden. Dazu gehört die Ummeldung des Wohnsitzes bei den örtlichen Behörden sowie die Benachrichtigung anderer relevanter Institutionen und Kontakte über die neue Adresse. Besonders wichtig ist es, die neue Adresse der Rentenversicherung mitzuteilen. Wenn Schritt 3 beendet ist, kann es mit dem Ankommen beginnen.

Tipp: Für die Angehörige kann unter gewissen Voraussetzungen ein Entlastungsbetrag beantragt werden, welcher diese mit bis zu 125 Euro monatlich unterstützt.

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