Hunde

Im Einkaufstempel am Teatro gibt es ein großes Geschäft für Alles was das Tierbesitzerherz begehrt. Am Eingang stehen Glaskäfige mit jungen Hunden drin. Das ist der absolute Hingucker. Die Kinder drücken sich dort ihre Nasen platt. Obwohl ich nicht so gut Spanisch kann, versteht man doch, um was sich die Gespräche zwischen den Kleinen und ihren Eltern drehen. Klar möchten die einen solchen putzigen Hund. Frau b. geht immer schnell vorbei. Sie kann das Hundeelend nicht mit ansehen. Sie ist der Hundenarr schlechthin. „Hunde im Käfig“ geht für sie überhaupt nicht.

So kommt es wohl vor, dass der ein oder andere Hund auch hier in Spanien zu Weihnachten (hier Heilige drei Könige) unter dem Gabentisch liegt. Dass ein Hund Arbeit macht und das Leben einer Familie gehörig durcheinander bringen kann, bedenken erst mal die Wenigsten. So kommt die Ernüchterung bei manchen schon nach wenigen Tagen. Einen Hund kann man bei Nichtgefallen allerdings nicht einfach in die Kinderzimmerecke legen und gut ist. Dann ist guter Rat teuer, oder man macht es so, wie wir es gestern Morgen beobachten konnten.

Ich setzte mich nach dem Frühstück an den Tisch am Fenster, fuhr den Computer hoch und schaute in der Zwischenzeit zum Strand, wo schon emsiges Treiben herrschte. Ich nahm auch wahr, dass an der Bronzestatue des Fischers (ich erwähnte das Teil schon mal) ein kleines Hundchen angebunden war. Der war echt trollig. Herrchen oder Frauchen waren sicher in der Nähe. Er guckte immer in die gleiche Richtung. Dort mussten sie wohl sein.

Nach ungefähr einer Stunde stand Hundi immer noch da. Ich rief Frau b. zum Fenster und wir beäugten das Tier näher. Wir sahen aus der Ferne, dass am Halsband eine Art Geschenkschleife angebracht war und am Ende der Leine ein großer roter Zettel hing. Auch sahen wir, dass sich Passanten nach dem Hund umdrehten. Das Kerlchen konnte einem Leid tun. Es schaute immer noch in die gleiche Richtung. Ich konnte Frau b. nur mit Mühe daran hintern, vor die Tür zu gehen und den jungen Hund abzumachen. Dann hätten wir ihn „an der Backe“ gehabt. Das Problem löste sich aber wenige Minuten später. Eine ältere Dame kam, betätschelte den Hund, las den Zettel an der Leine, schaute kurz nach links und rechts, machte die Leine los und nahm den Hund mit.

Ich nehme stark an, dass die Besitzer in einer der Freiluftbars in der Nähe gesessen und die Sache beobachtet haben. Der Hund hat ständig zu ihnen hin geguckt. Die hätten sicher eingegriffen, wenn ihr Trick – Hundi auf die Promende des Canteras zu setzen und ihn zu verschenken – nicht funktioniert hätte.

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