Ein paar Gedanken über das Klagen

Ein paar Gedanken über das Klagen (IHausH)

"Gut geklagt, ist halb gelitten", sagt ein Sprichwort...wie wahr. Allerdings sollte der Klagende seinen geduldigen Zuhörer nicht überstrapazieren, denn wer kann schon ständige Klagelieder auf die Dauer ertragen? Man muss sich zwar hin und wieder jemandem mitteilen können - und dann kommt es auf diesen "jemand" an, denn nicht jeder ist an diesem persönlichen Schicksal interessiert. Auch sollte man bedanken - wer ständig klagt, zerbricht letztlich an sich selber.

Und dennoch - das Klagen gehört seit Urzeiten zu Mensch und auch Tier. Tiere geben auf verschiedene Weisen ihrem Schmerz oder Kummer Ausdruck. Wenn ein Kind hinfällt sagt es "aua", weint und wird von der Mutter getröstet, denn Kinder haben eine natürliche Anlage zum Klagen. Bei Erwachsenen ist das Klagen sehr unterschiedlich. Frauen, meine ich, klagen häufiger und lassen ihren Gefühlen schneller Lauf als Männer, besonders Ältere, bei ihen heißt es teilweise noch - ein Indianer kennt keinen Schmerz. Diese Redensart ist in meinen Augen fast bösartig. Warum sollen Männer nicht klagen, wenn sie etwas quält oder schmerzt? Ein Gedanke von Goethe mag hier passen: "Ein Mann der Tränen streng entwöhnt, mag sich ein Held erscheinen. Doch wenn's im Innern brennt und dröhnt, gab ihm ein Gott zu weinen."

Auch in Religionen wird das Klagen wichtig genommen. Die Bibel zum Beispiel enthält viele Klagelieder. Nelly Sachs, die jüdische Dichterin, bezieht sich auf David. So wie er, sind Menschen auf dem Weg der Verzweiflung, sie klagen und werden letztlich von Gott, an den sie glauben, getröstet. Die Psalmen sprechen für sich, klagen laut oder leise.

Ein letztes Wort zum Thema Klagen: Der echte Kummer muss raus, sonst zerreißt er uns von innen.

Ein Text von IHausH

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Ausladung Nicht selten führt an schlechten Tagenschon leichter Schmerz zu lauten Klagen,weshalb, daran sei stets gedacht,Vorsicht äußerst angebracht! Denn kaum, dass du erwähnt ihn hast,fühlt…

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