Das Sagbare und das Zeigbare

Die Hauptthese des Philosophen Ludwig Wittgenstein in seinem bahnbrechenden Buch »Tractatus logico-philosophicus« wurde im letzten Satz zusammengefasst: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen.« Die Frage, die ihn zu dieser These trieb, war: wie sieht ein sinnvoller Gebrauch der Sprache aus?

Wittgenstein unterscheidet zwischen Sagbarem und Zeigbarem. Nur im Bereich des Sagbaren ist ein sinnvoller Gebrauch der Sprache möglich. Dieser liegt dann vor, wenn sinnvolle Aussagen möglich sind. Das sind Aussagen, die wahr oder falsch sein können. Ein Beispiel wäre: Heute regnet es.

Im Gegensatz dazu liegt der Bereich des Zeigbaren. Darunter fallen für Wittgenstein alle religiösen und ethischen Probleme. Über diese Erfahrungen soll man laut Wittgenstein schweigen, weil nichts darüber gesagt werden kann. Dennoch sind sie für Wittgenstein wichtig, denn sie markieren die Grenze zwischen dem, was die Wissenschaft sagt, und dem, was die eigentlichen Lebensprobleme des Menschen betrifft.

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Kommentare

  1. Zum Sagbaren bzw. sinnvoller Anwendung der Sprache; ein aktueller Aspekt:

    Eines der großen Probleme mit dem Internet, den viel zu leicht gemachten Kommentiermöglichkeiten sowie dem damit falsch verstanden Schnell-Schnell inklusive drauflos Meinen ist, dass eine signifikante Menge gar nicht mehr in der Lage ist - wahrscheinlich war das auch schon früher so, nur gab es da nicht diese pseudo-eleganten Möglichkeiten -, sich zurück zu halten. Statt dessen wird nicht zu selten ohne erkennbar vorheriges Nachdenken auf alles und jedes eingegangen, man darf ja schließlich mitmischen. Statt zu überlegen, ob überhaupt Sinnvolles, Zutreffendes beizutragen wäre. Also wo und wann besser Schweigen angebracht wäre, da Worte, genauer Gedanken, fehlen; si tacuisses ...

    Wird mangelnde Rechtschreibung moniert, die auch immer auf mangelnde Überlegung hinweist, gilt man sofort als altmodischer Spießer. Schöne neue Welt.

    Ist in Teilen auch im FfS zu beobachten; nun ja, ist halt ein modelliertes Abbild der Welt da draußen (obwohl ... die Betreffenden müssen im Innersten furchtbar einsame Zeitgenossen ohne Zugang zu sinnvoller Kommunikation sein. Oder falsch verstandene "Originalität" liegt vor).

    {Hinweis: wurde unterwegs mit dem Mobilgerät, dementsprechend kleinem nicht sehr überschaubarem Bildschirm und Fitzeltastatur bei automatisierter Textkorrektur geschrieben - es können unbeabsichtigt Schreibfehler vorkommen! Ist dann nicht 'mea maxima culpa".}

    1. Deinen Gedanken stimme ich zu.
      Dein letzter Satz,gefällt mir besonders gut, denn Rechtschreibefehler können passieren.Es ist nicht immer die mangelnde Ueberlegung.
      Die Ursachen könnTen vielfältig sein.
      Mal...Deutsch als Fremdsprache, hartnäckige, unkorrigierbare Sehfehler einer Augenkrankheit,ungeübte Tastaturschreiber, oder wenn die Fehlerkorrekturen nach dem Senden, nicht mehr möglich sind. usw.
      Ich ärgere mich selbst wenn ich Fehler mache,dann muss man es nicht unbedingt noch hervorheben.
      Schönen Abend

  2. Ein Aufzeichnen der Bereiche des Sagbaren und des Zeigbaren ist für mich eine Hilfe, ob ich mich informiere, oder ob ich Diskussionen meide, die gelegentlich in persönliche Streitereien münden.

    Wittgensteins Schlusssatz habe ich leicht verändert. Er schreibt, dass man schweigen muss, mir liegt näher, dass man schweigen soll. Letztendlich ist es eine Frage des Vertrauens.

    Gruß/Florian.

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