Hausmittel gegen Ohrenschmerzen: Altbewährte Tipps und Tricks

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen
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Ohrenschmerzen können sehr unangenehm sein und unterschiedliche Ursachen haben. Während in einigen Fällen ein Arztbesuch unumgänglich ist, gibt es auch viele Hausmittel, die bei Ohrenschmerzen helfen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über wirksame Hausmittel und wichtige Hinweise, wann medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte.

Ohrenschmerzen und ihre Ursachen

Ohrenschmerzen können bei Erwachsenen und Kindern auftreten, wobei Kinder aufgrund ihrer kürzeren und weiteren Eustachischen Röhren häufiger betroffen sind. Ursachen können Infektionen, Erkältungen oder eine Mittelohrentzündung sein. Besonders bei letzteren ist Vorsicht geboten, da sie schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen können.

Natürliche Hausmittel
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Natürliche Hausmittel bei Ohrenschmerzen

Die Verwendung von natürlichen Hausmitteln kann eine effektive Methode sein, um Ohrenschmerzen zu lindern. Hier sind einige altbewärte Methoden:

Zwiebel und Knoblauch

Zwiebeln und Knoblauch haben seit Langem einen festen Platz in der Hausapotheke, vor allem wegen ihrer antibakteriellen Eigenschaften. Ein Zwiebelsäckchen wird hergestellt, indem eine Zwiebel gehackt, in ein sauberes Tuch eingewickelt und dann auf das betroffene Ohr gelegt wird. Die feuchte Wärme zusammen mit dem Allicin, einem schwefelhaltigen Wirkstoff der Zwiebel, kann entzündungshemmend wirken und Schmerzen lindern. Ähnlich kann Knoblauch angewendet werden, indem zerdrückte Knoblauchzehen in einem Tuch um das Ohr gewickelt werden. Die Wärmeabgabe der Knollen zusammen mit ihren ätherischen Ölen bildet eine angenehme Mischung für das schmerzende Ohr. Bei beiden Methoden ist auf eine angenehme Temperatur und die Vermeidung von Hautkontakt mit den Zutaten zu achten, um Reizungen zu verhindern.

Wärmebehandlung

Die Anwendung von Wärme ist eine altbekannte Methode zur Schmerzlinderung. Ein Körnerkissen, eine Wärmflasche oder ein warmes, feuchtes Tuch können auf das Ohr gelegt werden, um die Durchblutung zu fördern und die Muskeln zu entspannen, was zur Schmerzlinderung beitragen kann. Wichtig ist, dass die Wärmequelle nicht zu heiß ist, um Verbrennungen zu vermeiden und dass sie nur für kurze Zeit angewendet wird.

Senfwickel und Dampfbäder

Senfwickel, hergestellt aus Senfmehl und warmem Wasser, können aufgrund ihrer durchblutungsfördernden Wirkung helfen, Ohrenschmerzen zu lindern. Sie sollten jedoch nicht direkt auf die Haut aufgetragen werden, um Hautreizungen zu vermeiden. Häufig ist eine unzureichende Belüftung des Mittelohrs die Ursache für eine Mittelohrentzündung. Sobald die Schleimhäute abschwellen, verbessert sich normalerweise auch die Belüftungssituation. Ebenso kann ein Dampfbad mit Kamille gegen die Entzündung helfen. Dampfbäder, bei denen das Gesicht über einen Behälter mit heißem Wasserdampf gehalten wird, können helfen, die Nasennebenhöhlen zu öffnen und Druck im Ohr zu reduzieren.

Kartoffelwickel und Olivenöl

Kartoffelwickel, bei denen gekochte, zerdrückte Kartoffeln in ein Tuch gewickelt werden, können eine ähnliche Wirkung wie Zwiebelsäckchen haben. Die Wärme der Kartoffeln kann beruhigend und schmerzlindernd wirken. Olivenöl kann bei äußerer Anwendung die Haut pflegen und schützen, sollte aber wegen des Risikos von Infektionen nicht ins Ohr geträufelt werden.
In der Regel wird davon abgeraten, leicht erwärmtes Olivenöl direkt ins Ohr zu träufeln. Insbesondere bei einem perforierten Trommelfell kann diese Methode die Symptome sogar verschlimmern. Es ist wichtig, dass kein Öl in das schmerzende Ohr gelangt, um das Risiko einer Keimübertragung in den Gehörgang zu vermeiden.

Salz, Rotlichttherapie und Globuli

Eine Salzauflage, bei der erhitztes Salz in ein Tuch gewickelt und auf das Ohr gelegt wird, kann ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen.
Die Rotlichttherapie, bei der Infrarotlicht zur Erwärmung des betroffenen Bereichs eingesetzt wird, kann ebenso helfen, sollte aber mit Vorsicht angewendet werden. Infrarotlicht wird häufig eingesetzt, um die Blutzirkulation im Ohr zu verbessern, was den Stoffwechsel anregen und den Heilungsprozess beschleunigen kann.
Homöopathische Mittel wie Globuli werden oft als unterstützende Maßnahme eingesetzt, wobei die Wirksamkeit individuell sehr unterschiedlich sein kann.

Bei all diesen Methoden ist es wichtig, auf die Reaktionen des Körpers zu achten und bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen ärztlichen Rat einzuholen. Hausmittel können eine sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Behandlung sein, ersetzen diese aber nicht.

Hausmittel
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Zusätzliche Maßnahmen zur Linderung

Ruhe und ausreichend Schlaf sind wichtig für die Genesung. Nasenspülungen können helfen, die Nasennebenhöhlen frei zu halten, was bei Mittelohrentzündungen wichtig ist. In manchen Fällen können auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sinnvoll sein, um die Beschwerden zu lindern. Falls die Entzündung über einen längeren Zeitraum anhält, beide Ohren involviert sind oder eitriger Ausfluss beobachtet wird, deutet dies möglicherweise auf eine bakterielle Infektion hin. Unter diesen Umständen kann die Anwendung von Antibiotika zur Behandlung der Mittelohrentzündung notwendig werden.

Vorsichtsmaßnahmen und ärztliche Beratung

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn Anzeichen wie anhaltende starke Schmerzen, Schwindel, Fieber oder Ausfluss aus dem Ohr auftreten. Auch wenn Hausmittel Linderung bringen können, sollten sie nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung angesehen werden.

Prävention und Schutz

Vorbeugende Maßnahmen, wie das Vermeiden von Zugluft, das Tragen von Mützen bei kaltem Wetter und eine gute Hygiene, können helfen, Ohrenschmerzen zu vermeiden. Auch das Vermeiden von Wattestäbchen zur Reinigung des Gehörgangs ist ratsam, da diese oft mehr Schaden anrichten als nutzen.

HNO Arzt untersucht Patient
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Zusammenfassung

Ohrenschmerzen sind ein häufiges Problem, das mit verschiedenen Hausmitteln gelindert werden kann. Von Wärmebehandlungen bis hin zu natürlichen Produkten wie Zwiebeln und Knoblauch gibt es viele Optionen. Wichtig ist jedoch immer, bei ernsten Symptomen oder anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen und sich nicht ausschließlich auf Hausmittel zu verlassen. Mit der richtigen Vorsorge und Behandlung können Ohrenschmerzen effektiv gelindert.

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