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Wieder ein Auto als Waffe gegen Menschen?
realo antwortete vor 1 Monat, 1 Woche 10 Mitglieder · 23 Antworten
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Genau, die Onlinespekulation ist jedem User frei gestellt, ich habe halt den fachlichen Hintergrund was psychische Krankheiten angeht. Wichtig dabei ist, dass so eine Amoktat etwas sehr Seltenes ist im Vergleich zum Alltag und das dies die Angst im Zaume halten sollte. Dennoch nehmen diese Taten zu, ob es Nachahmer oder selbst verzweifelte sind, weiß ich nicht, aber auch in Deutschland ist der Druck bei Einzelnen groß genug, um zu einer Kurzschlussreaktion zu führen. Ein Mensch der ohnehin in psychiatrischer Behandlung ist, egal ob freiwillig oder Zwangs-eingewiesen hat auf jeden Fall persönliche Krisen die zur Isolation führen können und dann eine Amoktat ermöglichen. Es ist richtig, der Täter ist bei dieser Tat nicht umgekommen und er wird nach der Verurteilung auf die forensische Station der Psychiatrie kommen, dem Maßregelvollzug, die Einrichtung für psychisch kranke Straftäter. Dort wird mit Therapie gearbeitet, solange, bis keine Gefahr mehr besteht.
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Sie bezeichnen sich als Heilpraktiker für Psychotherapie – sollten Sie da nicht wissen,dass pauschale
Ferndiagnosen von Menschen, die Sie vermutlich nie kannten oder kennenlernen oder gar therapieren werden, wenig bis keine Bedeutung haben?Und wenn Sie auf die Krisen unsererZeit hinweisen – wäre es dann nicht logisch, wenn solche Taten hauptsächlich in de Ukraine oder dem Iran stattfänden? Was ist denn bei uns in Deutschland so exorbitant krisenhaft, dass es immer mehr Nachahmer-Täter gibt, die mutmasslich ihrem Leben ein Ende bereiten wollen, aber dies nicht allein für sich, sondern möglichst viele noch mitnehmen möchten – auch wenn diese nichts mit dem persönlichen Schicksal des Suizidalen zu tun haben?
Klappt auch oft nicht -auch im aktuellen Fall wird diesen Menschen nun eine sehr lange Zeit in einer forensischen Klinik erwarten nach einem entsprechenden Prozess mit Gerichtsurteil, bei welchem dann auch u.a. psychologische Sachverständige involviert sind. Aglo
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Natürlich sind es immer wieder psychisch kranke Menschen die Gewalttaten begehen, es ist die seelische Störung die zu dieser Verirrung führt. Wenn die psychisch kranken Menschen in der Gesellschaft insgesamt steigen, dann steigt auch die Anzahl der Gewalttäter. Trotzdem ist die Situation, dass ein Auto als Waffe gegen Menschen eingesetzt wird, selten im Vergleich zu den vielen Autos und den vielen psychisch kranken Menschen. Zwei Tote und mehrere Verletzte sind zu viele, jedes Leben zählt, aber ist es verwunderlich in Anbetracht der vielen Krisen, dass es zu solchen Taten mit Kurzschluss kommt?
Was Amok angeht, habe ich mich als Heilpraktiker für Psychotherapie, in Zusammenhang mit den Amokläufen in den Schulen damit beschäftigt und dabei kam heraus, ein Amoktäter ist ein vor allem isolierter Mensch, er ist abgeschottet von allen liebevollen und zwischenmenschlichen Umgangsformen, er fühlt sich allein und hilflos, in die Sackgasse gedrängt, dort beginnt der Kurzschluss und der Schmerz enthält sich durch die Amoktat andere Menschen mit in den Tod zu reißen, völlig willkürlich. Es ist eine zutiefst empfundene Verzweiflung, alle Menschen sind schuld an meinem Leid und die Aggression sucht sich nach außen Bahn. Im Gegensatz zur Depression, die Gefühle sind ähnlich, aber da sucht sich die Aggression nach innen Bahn und es wird zu einem selbstverletzenden Verhalten bis hin zum Suizid, mit Tabletten, von der Brücke springen oder vor den Zug. Beim Amok geht es nach außen und andere Menschen werden mit in den Tod genommen. Wie verzweifelt muss man sein, um sich bewusst in ein Auto zu setzen und die Fußgängerzone entlangzurasen?
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Die meisten Probleme gibt es mit Zwangseinweisungen. Auch bei Minderjährigen. Die Entscheidung trifft immer ein Richter. Bei Einweisung und Beendigung der Zwangseinweisung. Die Psychiater und auch Eltern -aber auch der Betroffene- werden gehört, aber entscheiden müssen die Richter. Deshalb kommt es auch zu sehr vielen 24-Stunden-Einweisungen. Weil der Richter testet, ob es eine Ausnahmesituation war, die einen Menschen in eine bestimmte Situatuon gebracht hat. Eigentlich auch gar nicht so verkehrt.
Nach 24 Stunden wird der Zwangseingewiesene wieder einem Richter vorgestellt. Die Ärzte/Psychiater hatten gar nicht die Möglichkeit, den Menschen genauer kennen zu lernen und die Eltern werden nicht mehr gehört. Der ausgerastete Mensch aber hatte eine ganze Nacht lang Zeit, sich zu beruhigen. Und macht dann oft vor einem Richter einen hervorragenden Eindruck. Also einmaliges Ausrutschen. Er kann gehen.
Ich komme ja aus der Drogenarbeit und habe es mehrfach erlebt, dass verzweifelte Eltern die Polizei gerufen haben, weil der drogenabhängige Sohn/Tochter ausflippte,meistens weil er z.B. kein Geld bekam. Das randalierende Kind wurde mitgenommen, ein Richter ordnet in der Regel eine 24-stündige Unterbringung an, am nächsten Tag wurde er entlassen. Verabschiedete sich noch mit den Worten an den Richter: Gucken Sie sich mal meine Eltern an, die müssten Sie in die Klappse schicken. Die kommen nicht mehr klar.
Mein traurigstes Erlebnis: ein randalierender drogenabhängiger Sohn wird von der Polizei mitgenommen und am nächsten Tag entlassen. Sein erster Weg führt zu seiner Oma, von der er Geld verlangte und auch oft genug bekam. Die gab ihm dieses mal nichts – auch wegen Verbotes der Eltern – . Es kam zu Gewalt und die Großmutter wurde getötet.
Wir dürfen nicht nur den Psychologen und Einrichtungen Schuld zuweisen. Sie sind nur die sichtbarsten.
Ich glaube, es ist heute immer noch so, dass ein Richter gehört werden muss bei Zwangseinweisungen.
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Das gibt es öfter als wir denken. Und zwar so wie ich es geschrieben habe. @Carlinette
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Diese Antwort wurde in vor 1 Monat, 1 Woche um
Emmie09 geändert.
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Diese Antwort wurde in vor 1 Monat, 1 Woche um
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Hallo @Emmie09,
vermutlich ist es doch extrem selten, dass jemand gegen seinen Willen in der Psychiatrie festgehalten wird, oder? Denn das geht nur mit Gerichtsbeschluss!
Ich hatte vor langer Zeit eine Kollegin, die sich, gerade aus der Psychiatrie entlassen, gleich vor einen Zug geworfen hat. Also, wenn die Psychiater eine Kristallkugel hätten, um vorher zu wissen, was nachher passiert, wäre die Welt um Längen besser. Nur haben wir leider keine bessere Welt zur Auswahl…
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19:27 @happyday
Wie viel Unwissenheit gerade beim Thema Traumata und mögliche Spätfolgen bei Medizinern in Deutschland herrscht, darüber darf ich nicht nachdenken
Da gebe ich Dir vollkommen recht. Und man kann über so mancher Reaktion derer nur den Kopf schütteln. 😒
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19:03 @Aglo doch, es ist möglich, jemanden, der freiwillig in die Psychiatrie geht, da zu behalten. Z.B wenn der Patient sich psychotisch verhält etc., dann kann dieser einen Beschluss bekommen und darf dann nicht entlassen werden.
Wer weiß, vielleicht waren bei diesem Täter Drogen im Spiel.
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Diese Antwort wurde in vor 1 Monat, 1 Woche um
Emmie09 geändert.
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Diese Antwort wurde in vor 1 Monat, 1 Woche um
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Stimme dir zu, liebe @Carlinette , es wird nicht möglich sein, diese Art von Amokfahrten in Zukunft zu verhindern. – Was ich nur vermuten kann, dass Menschen, die diese Taten begehen, entweder gar nicht oder nur ungenügend in Hinblick auf Trauma behandelt wurden. – Wie viel Unwissenheit gerade beim Thema Traumata und mögliche Spätfolgen bei Medizinern in Deutschland herrscht, darüber darf ich nicht nachdenken…😢😞
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