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So spielt das Leben...
Die 10 Monate Schüleraustausch in den USA meiner Enkelin Paula sind rum. Gestern vor einer Woche traf sie in Schönefeld ein.
Ich habe ihr diesen Aufenthalt sehr gegönnt und mich mit ihr gefreut. Aber meine Freude wurde immer verhaltener…. Meine Enkelin fehlte mir sooo sehr.
Jedoch während dieser Abwesenheit fielen mir so viele schlimme und schöne Erlebnisse mit ihr ein. Warum ich darüber schreibe? Weil eines dieser schlimmen Erlebnisse indirekt auch mit dem Forum für Senioren zu tun hatte.( Ja ich war schon früher viele Jahre hier Mitglied, habe mich dann für einige Jahre verabschiedet und bin jetzt wieder hier.)
Vor neun Jahren gab es in unserer Stadt einen heftigen Scharlachausbruch. Wir hatten keine Bedenken, denn Paula wurde einige Wochen nach ihrer Geburt dagegen geimpft. Wie erstaunt war ich eines Tages als ich sah, dass sich Paulas Haut an den Fingerkuppen schälte, das war für mich das Zeichen einer überstandenen Scharlachinfektion. Aber meine Schwiegertochter zog das Impfbuch hervor: sieh mal, das kann nicht sein und sie hat auch keine Symptome.
Doch es konnte, und es kam wesentlich schlimmer: Paula fing nach einigen Wochen an nachts zu fantasieren und Alpträume zu bekommen. Sie war manchmal verwirrt. Drei Mal wurde sie in die Kinderstation unseres hiesigen Klinikums gebracht, zwei Mal gleich wieder zurück geschickt, ein Mal für eine Woche aufgenommen: alles ohne Befund.
Als ich dann hier im Forum davon berichtete, meldete sich eine Userin mit einem dringenden Apell bei mir: bitte sofort nach Berlin fahren, die Charité hat eine Kinder-Neurologie-Station. Ich gab den Apell weiter, weil Paula immer noch diese Symptome hatte. Der Kinderarzt hatte dann wohl ein schlechtes Gewissen und wies sie sofort dorthin weiter.
Also wurde Termin in der Kinder-Neurologie der Charité gemacht. Ergebnis war nach einer für ein neunjähriges Mädchen sehr schmerzhaften Lumbalpunktion: Die Scharlach-Viren hatten sich im Gehirn ausgebreitet.
Sie konnte gerettet werden, denn ohne Behandlung hätte sie einen Gehirnschaden bekommen oder sogar daran sterben können.
Die Userin, die den Hinweis gab war „Tauperle“, der meine ganze Familie für alle Zeiten dankbar ist, auch wenn sie nicht mehr unter uns weilt: DANKE!
Es gibt sicher noch einige Mitglieder hier, die Tauperle kannten.
Heute war Paula nach ihrem langen USA-Aufenthalt für einige Stunden bei mir. Und wir sprachen auch über damals. Ihre Erinnerung war nur dieser heftige Schmerz der Lumbalpunktion. Aber an die Hintergründe hatte sie wohl keine Erinnerung mehr.
Ihre Reaktion war: für solche Fälle ist eine Internet-Community also doch Gold wert!
Da kann ich nur beipflichten: stimmt!
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