Startseite Foren Politik - Zentrale Sachsen-Anhalt wählt – rücken Ost und West weiter auseinander?

  • GSaremba61

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 15:11

    @SFath Inwieweit die Politik Branchen Tarifverträge aufzwingen könnte,…..

    Bisher keine – da sind wir wieder bei meiner Aussage – sich aus Tarifbindungen rausschleichen muss unterbunden werden – durch… die Politik. Da rufe sogar ich nach dem Staat WinkDann benötigen wir auch keine weiteren Eingriffe in die Lohnpolitik.

    Hier mal ein paar Zahlen, zwar von 2020, ich denke immer noch reell:

    https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/ost-west-lohndifferenz-dreissig-jahre-nach-wiedervereinigung-100.html

    Auszüge:

    Aus Sicht der Gewerkschaften ist die geringe Tarifbindung wichtiger Grund für die weiterhin klaffende Ost-West-Lohnlücke. Wirtschaftswissenschaftler meinen, dass die Lücke geschlossen werden kann, wenn die Produktivität in den Zentren erhöht werden kann. Das wird nach ihrer Einschätzung aber noch lange dauern.

    Eine Produktivitätslücke existiert in Betrieben aller Größen. Sie ist im städtischen Raum größer als im ländlichen“, erklärt IWH-Präsident Prof. Reint E. Gropp. Um gegenzusteuern, solle die Wirtschaftspolitik nicht nur auf zusätzliche Subventionen setzen, die an die Arbeitsplatzschaffung und -erhaltung gebunden sind. „Die Produktivitätspotenziale der ostdeutschen Städte gilt es zu heben“, fordern die Halleschen Wirtschaftswissenschaftler in ihrer Bilanz 30 Jahre nach dem Mauerfall. Um das zu erreichen, sollte nach ihrer Auffassung die Wirtschaftspolitik dafür sorgen, dass Verkehrsinfrastrukturen bedarfsgerecht fortentwickelt werden. So könne man den Menschen im ländlichen Raum das Pendeln in die Arbeitsmarktzentren erleichtern. „Grundsätzlich können auch Clusterinitiativen und Innovationsnetzwerke dazu beitragen, Akteure im ländlichen Raum in regionale Innovationssysteme einzubinden, deren Netzknoten häufig in den Zentren liegen“, heißt es weiter. Zudem machen die Hallenser einen neuen Entwicklungsengpass in Ostdeutschland aus: den Fachkräftemangel. Um dieses Problem zu lösen, fordern sie eine „qualifizierte Zuwanderung mit einer entsprechenden Willkommenskultur in Ostdeutschland.“

    Und der letzte Satz sagt eben auch aus, dass die politischen „Umtriebe“ wie Pegida, starker Rechtsextremismus und der Hang zur AfD nicht zu unterschätzen sind. Diese Strömungen machen den Osten nicht attraktiver.

    GeSa

  • Momo37

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 14:26

    @klaus46

    dennoch wundert man sich schon über die immer noch vorhandenen Unterschiede

    https://www.lohnspiegel.de/thematische-analysen-20014-14943.htm

    ganz abgesehen davon, daß ja auch die Renten immer noch nicht ganz angeglichen sind,was in diesem Jahr endlich mit einer Nullrunde Erhöhung westlicher Rente ein klitzekleines bißchen reguliert wird.

    “ Kleinvieh macht auch Mist “ sagt man ja so

    momo

  • SFath

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 14:08

    Weshalb die Entlohnung Ost/West so unterschiedlich ausfällt, hat auch wesentlich mit Tarifgebundenen Wirtschaftszweigen zu tun.

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/deutschland-arbeitmarkt-tarifbindung-101.html

    Inwieweit die Politik Branchen Tarifverträge aufzwingen könnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass es überhaupt zum Abschluss von Tarifverträgen für Belegschaften kommt, hängt vor allem von den Vertretungen der Beschäftigten, also Betriebsräten, Gewerkschaften… ab. Existieren diese nicht, oder steht die Belegschaft nicht dahinter, passiert auch nichts.

    Also erstmal dort ansetzen, bevor wieder nach dem Staat gerufen wird.

  • GSaremba61

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:57

    Mmmmh… Danke @Momo37 – ich habe diese 2 Sätze im Zusammenhang gelesen:

    Dass ich weniger Rente bekomme, sehe ich irgendwo ein, denn ich habe
    lange in der DDR gearbeitet und nicht in die BRD-Kassen eingezahlt. Aber
    wer von Anfang an in der BRD gelernt und gearbeitet hat, warum bekommt
    der weniger???

    Das auf den Beruf zu beziehen ist mir nicht mal eingefallen. Es wäre ja noch ungerechter, wenn es einen Unterschied machen würde, wo
    man den Beruf erlernt hat bzw. Erfahrungen gesammelt hat. Wenn zwei an einem Schreibtisch sitzen, dann wird auch gleiches Gehalt gemäß Einstufung gezahlt. Entscheidend ist, wo der Schreibtisch steht, ob Beide mehr oder weniger bekommen. Und ja, da ist nicht entscheidend wo wer gelernt und gearbeitet hat, sondern der Ort an dem er jetzt arbeitet.

    Die Unterschiede liegen in den Ost-West Tarifen und wo die her kommen habe ich versucht darzustellen.

    GeSa

  • Manjana

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:37

    Stimmt, man muss es nicht selbst erlebt haben. Für diese Generation reicht es, die Depression, Traurigkeit, ja Wut und Schlimmeres der Eltern und Großeltern in der Kindheit prägend erlebt zu haben, um ihre Schlüsse zu ziehen und zu leben. Dazu kommt die eigene Erkenntnis der noch immer vorhandenen Ungleichheit und schon setzt sich das ganze fort ohne die eigentlichen Ursachen, die im Nachhinein dann aus unterschiedlichen Gründen evt. von den älteren Generationen schöngeredet werden, überhaupt beurteilen zu können.

    Eben gerade wieder in den Nachrichten .. für die gleiche Arbeit hüben und drüben einige hundert Euronen Unterschied. Wer soll das denn einsehen und verstehen? Da helfen, m.E. absolut verständlich, noch so viele, der Wirtschaft geschuldeten, Erklärungen nichts.

    Schlimm nur, dass dieser beschriebene Teil der Menschen nicht bemerkt, dass sie zwar eine (viel zu) große Gruppe aber GsD keineswegs die Mehrheit darstellen. Von der Mehrheit werden sie als das wahrgenommen, was diese von ihnen gewählte (Protest)Partei darstellt und der Mehrheit vemittelt, als Demokratiefeinde! Und so wird sich die Frustspirale des Gegeneinander wohl noch lange fortsetzen. Schade, sehr schade!

  • SFath

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:31
  • SFath

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:29

    @Momo37, bist du dir sicher, dass MA am selben Arbeitsplatz in den Alten Bu-Lä. unterschiedlich nach Herkunft/Wohnort bezahlt werden?

    Das Lohnverhältnis je nach Arbeitsplatz Ost/West liegt in den neuen Bu-Lä. unter dem der Alten Bu-Lä. Das stimmt.

  • happyday

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:22

    @SFath , das war Frank Richter…Er hat dann das Handtuch geworfen, überwiegend deshalb, weil ihm die „Oberen“ der Stadt nur Sand ins Getriebe geschüttet haben…( vorsichtig formuliert )

  • Momo37

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:16

    @GSaremba61

    mit dieser Aussage zu ihrer Tochter meinte @reggae nicht die Rente !!!!! sondern ihre jetzige Entlohnung !!

    DAS ist doch eben das Unverständnis der Leute

    und hier in Berlin ganz krass

    da sitzen zwei —im, sagen wir..Finanzamt Reinickendorf…an EINEM Schreibtisch mit gleicher Qualifikation und Einstufung !!

    Der EINE aus Zehlendorf verdient wesentlich mehr, als der ANDERE aus Hellersdorf…..und DAS ist doch nun wirklich nicht mehr zu verstehen…für beide…

    momo

  • SFath

    Mitglied
    1. Juni 2021 um 13:12

    @GSaremba61, vor einigen Jahren gab es in Dresden eine unabhängige Anlaufstelle zum Bürgerdialog, die von einem versierten und hochmotivierten Leiter geführt wurde.

    (@happyday, erinnerst du dich – ich komme nicht mehr auf den Namen.)

    Nach ein paar Jahren gab der Leiter den Kampf gegen Vorbehalte entnervt auf.

    Kommen solche Angebote z.B. von Parteien, erhalten jene den größten Zulauf, die Erwartungen wecken und mit „passenden“ Versprechungen locken.

    @reggae, hier im FfS gab es seit Jahren unzählige Diskussionen zum Thema. Kann mich nicht erinnern, dass Menschen aus den Neuen Bu-Lä. je als „Menschen II.Klasse“ bezeichnet wurden. Dass sich Menschen von dort in ihrer Enttäuschung über unerfüllte Erwartungen, Frust… selbst so einschätzten, das ja.

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