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Sa. 24.12.
Weihnachten 1943
Papa war (in Wehrmachtstuch)
auf Heimaturlaub – für mich: Besuch.
Stets kannte ich ihn glatt rasiert,
doch eines Tags war dies passiert:
Ein fremder Mann mit langem Bart
klopfte an die Türe hart.
Mutti schwieg, ich dachte mir:
Ach wäre Papa doch jetzt hier!
Der Bartmann fragte nebenbei,
ob ich stets lieb und artig sei
und reicht‘ mir ein Geschenk, Indessen-
was es war, hab ich vergessen.
Papa hat ihn nicht gesehn
(wollt´ vorher kurz nach draußen gehn . . . )
Glaubt mir, liebe Leserschaft,
Für mich war alles rätselhaft.
EIN Geschenk kam dann noch später
– denn auch Soldaten werden Väter:
Im Jahr darauf, es war August,
lag Bruderherz an Muttis Brust.
. . . .
Ein Kind wünscht sich halt dies und das.
Als Opa sag ich heut noch das:
Anstatt viel Kitsch und Süßigkeiten
Sollt man der Jugend dies bereiten:
Dass – wo sie auch hinschau’n, sehen werden
all überall Friede auf Erden!
Dann sind nicht nur die Kleinen froh,
Omas und Opas ebenso.
© KLABU
* * *
Gruß aus der Südheide. -k
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