Startseite Foren Themen des Tages Pegida heute

  • Paesi

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 15:48

    Pegidas „Geburtsstadt“ ist Dresden. In Leipzig und zahlreichen anderen Städten bildeten sich Ableger von Pegida, die nie diesen Zulauf erreichen konnten. Die Leipziger Messestadt, weil erwähnt, ist viel „linker“ als Dresden, daher weniger Zulauf und mehr „Gegenwind“.
    Sachsen war für über 25 Jahre eine konservative Hochburg, Dresden eine sehr konservative Großstadt im Vergleich zu anderen Großstädten. Pegida speist sich aber nicht nur aus Dresden, sondern auch aus dem Umfeld und für dieses Umfeld ist Dresden zum einen sehr zentral und damit gut erreichbar gelegen und zum anderen hat Dresden einen „Namen“ – über Ländergrenzen hinaus. Hier bekommt man die Aufmerksamkeit. (Nicht zufällig wurde oft vor der Frauenkirche protestiert.)

    Auch die sogenannte „Nazi-Keule“, als die Bewegung relativ „klein“ war, erzeugte so etwas wie eine Trotzeinstellung. Die Stigmatisiertung, ein Nazi zu sein, war sicher auch ein Grund, das die Bewegung wachsen konnte. Stattdessen hätte man sich hier der Ernsthaftigkeit bewusst werden müssen, was aus der Bewegung entstehen wird.

    Die Pegida-Organisatoren gingen immer sehr geschickt vor, das zeigt sich in ihrem sehr gemäßigt formulierten Thesenpapier und der ständigen Betonung auf gewaltfreies Demonstrieren.

    Die Organisatoren wollen Pegida in Dresden halten. Das ist für sie zum „Image“ geworden, nachdem die Ableger in der Minderheit blieben. Dennoch ist hin und wieder von den Organisatoren zu hören, dass sie mit der Teilnahme ihrer Anhänger nicht mehr zufrieden sind, dass die mediale Aufmerksamkeit in der Presse so gut wie bei Null angekommen ist.

    Bis vor 2 oder 3 Jahren konnte man nach jeder Veranstaltung die Teilnehmerzahlen einen Tag später nachlesen sowie eine Kurzzusammenfassung der Themen mit entsprechendem Kommentar. Davon gibt es nichts mehr – die Organisatoren sind verärgert – einerseits schimpfen sie über die Presse, andererseits sind sie verärgert über mediales Desinteresse. Darüber konnte ich schon einmal leicht schmunzeln.

  • Wattfrau

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 15:40

    Na endlich! Die Staatsanwaltschaft leitet ein
    Verfahren gegen Pegida-Demonstranten ein, wegen
    Billigung von Straftaten!

  • Manjana

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 15:19

    "Warum klappt es nicht in Dresden,
    aber in Leipzig. Dort hat sich 'Legida' doch tot-
    gelaufen."

    Ich wüsste es auch gern. Vielleicht hat das ja etwas mit den Gründungmitgliedern und deren nicht locker lassen zu tun. Vermutlich treffen sich dort "nur" die Restanten aus mehreren Städten. Von daher von der Anzahl her eigentlich zu vergessen, wenn nicht ……….. Und wenn man sie zudem einfach so laufen und vor allem pöbeln lässt, na dann ….

  • happyday

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 14:54

    "Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt, ob verbal oder physisch…" SFath

    Das ist auch meine Überzeugung.

    "Ent-schuldigen", wenn überhaupt möglich, können das "nur" die Opfer von Gewalt.
    Jede einzelne der vielen Geschichten ist und kann auch nur sehr persönlich sein. Verallgemeinerung(en) sowie Vergleiche werden diesem Thema nicht im Ansatz gerecht ( ich beziehe mich auf den Beitrag von Manjana….)

    Da meiner Erfahrung nach hier keine Diskussionen, sondern bestenfalls "Debatten" (Streitgespräche) mit oder ohne Schuldzuweisung statt finden, klinke ich mich wieder aus.

  • Wattfrau

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 14:49

    So ist es, kein Lebenslauf ist eine Entschuldigung
    für rechtsradikales Gedankengut, Hetze und Mord!
    Die Mehrheit muss bei solchen Aufmärschen/Kundgebun-
    gen dagegenhalten. Warum klappt es nicht in Dresden,
    aber in Leipzig. Dort hat sich 'Legida' doch tot-
    gelaufen.
    Auch in Westdeutschland sind solche Aufmärsche
    durch Gegendemonstrationen zum Erliegen gekommen.
    "Wir sind mehr" muss die Parole sein!

  • SFath

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 14:35

    Und umso wichtiger ist es, dass die Vielseitigkeit der Ursachen für Hass und Gewalt wieder und wieder ein Thema sind.
    Auch klar.
    Was ich als kontraproduktiv sehe, ist, mögliche Ursachen immer wieder, wie ein Schutzschild, entschuldigend vor sich herzutragen. Oder tragen zu lassen.
    Das mag in Strafprozessen strafmildernd wirken.
    Bei Verurteilungen Rechtsradikaler hat das nach meinem Wissen bislang nicht funktioniert.
    Auch dann nicht, wenn Alkohol im Spiel war.

    Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt, ob verbal oder physisch, die aus freier Willensentscheidung von einem Erwachsenen ausgeht, auch wenn sie "empfohlen" wurde.

  • Manjana

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 14:25

    Frau Geipel bemüht sich sehr, die dortige Vergangenheit in allen Bereichen aufzuarbeiten. Ihr selbst ist anzumerken, dass auch sie noch immer an den Folgen trägt. Das ist äußerst bedauerlich! Allerdings sind ihre Hilferufe und Forderungen z.B. in Sachen Doping nicht unbedingt von Gerechtigkeit begleitet. Sie erwartet in der Jetztzeit immer mehr Hilfe und finanzielle Wiedergutmachung von jenen, die genau von diesen Leuten dort beschimpft und verunglimpft werden und an dem damaligen System wenig bis gar nicht beteiligt waren.

    Ja, es gab Opfer. Viele Opfer! Das ist entsetzlich. Da wurden Menschen erschossen, Fam. Kinder entzogen, Frauen im schlimmsten aller Gefängnisse

    http://www.deutschlandfunk.de/ddr-dopingopfer-wir-hatten-mehr-angst-vor-dem-trainer-als.890.de.html?dram:article_id=416501

    "Neben Aufmerksamkeit bräuchten die Opfer konkrete Hilfe. Die DOH-Vorsitzende Ines Geipel fordert das Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz zur finanziellen und moralischen Unterstützung der DDR-Dopingopfer auch über 2020 hinaus fortzusetzen, sowie einen Appell „an den deutschen Olympischen Sportbund den Hilfsfonds ‚Sport und sexualisierte Gewalt‘ neu aufzulegen und den DFB uns zu unterstützen bei der Einrichtung eines Notfonds für Sportopfer“. Denn es würden sich zunehmend auch Fußballspieler aus der DDR-Oberliga melden."

    Immer wieder frag ich mich, was hat eigentlich der vermutlich größte Teil der Bevölkerung gemacht? Alle Fensterbretter mit den drei Affen dekoriert und darauf gewartet, dass es irgendwann vielleicht! ein paar Mutige geben wird, die dem ein Ende bereiten? Oder war der größte Teil doch eher der der Überzeugten, der das alles vollkommen i.O. fand?

    Um wieder die Kurve zum eigentlichen Thema zu drehen: So unbestritten schrecklich viele Lebenläufe und Umstände verlaufen sind, entschuldigen sie keinesweg das aktuelle Verhalten.

  • happyday

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 13:53

    Völlig klar…Und umso wichtiger ist es, dass die Vielseitigkeit der Ursachen für Hass und Gewalt wieder und wieder ein Thema sind.
    Genauso wichtig ist es, dass mehr und mehr Menschen verstehen, mit Hass und Gewalt wird es keine Lösung der dringendsten Fragen geben.
    Andererseits werden die "ewig Gestrigen" auch nicht einfach verschwinden.
    Veranstaltungen – wie gestern in Chemnitz – stärkt die Mehrheit.

  • SFath

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 13:33

    …Hass und Verleugnung führen unter Umständen zu schlagkräftigen Argumenten.

    Um so weniger ist es verständlich, daß dieser "Weg" von einigen nicht nur gepredigt, sondern auch noch von Menschen als Mittel der Wahl begrüßt und befolgt wird!

  • happyday

    Mitglied
    5. Juli 2019 um 13:23

    Ines Geipel hat über viele Jahre mit ihrem Bruder, der ihr sehr nahe stand, genau das erlebt: es wird weg geschaut, es gibt keine Gespräche, in der Familie herrscht Schweigen und auch Verleugnen.
    Wovon sie redet und schreibt, das kann ich aus eigenem Erleben gut nachvollziehen.
    Wer sich wie sie in die Öffentlichkeit wagt (siehe Doping im Leistungssport), wird oftmals ausgegrenzt… bis zusammengeschlagen. Hass und Verleugnung führen unter Umständen zu schlagkräftigen Argumenten. Und trotzdem schweigt sie nicht…

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