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Licht und Schatten
„Ich bin so gern im Kino“ – mit diesem Zitat überschreibt die Sächsische Zeitung heute eine Buchrezension von Karin Grossmann. In der Unterzeile lese ich „Neues vom Dresdner Chronisten Victor Klemperer: Er überrascht als Filmkritiker, urteilt pointiert und schwärmt für Diven.“ Ein Kinotagebuch der Jahre 1919 – 1945 soll es sein.
Ja, ich erinnere mich nur zu gut. In seinen Tagebüchern schreibt er oft von Kinobesuchen und ich habe mich beim Lesen schon ein wenig gewundert. Ein so hochgeschätzter Kenner und Liebhaber der deutschen Sprache ein Fan des mitunter doch aus heutiger Sicht simplen Spielfilms?
Ich lese in der Buchkritik u. a. , dass der Germanist Walter Nowojski (gemeinsam mit Christian Löser und Klemperers zweiter Ehefrau Hadwig) bei der Veröffentlichung der Tagebücher in Bezug auf die Kino-Notizen Kürzungen vorgenommen hat. Jetzt also zum Thema Film und Kino ein ganzes Buch.
Wie spiegelt sich die so dunkle Zeit in Klemperers Film-Einschätzungen wieder? Mir springen ein paar bekannte Titel ins Auge. Montags 20 Uhr gehörte das DDR-Fernsehen alten Filmen, auch in Willi Schwabes Rumpelkammer begegnete man ihnen.
Ich habe mich über Jahrzehnte immer mal wieder mit Victor Klemperer beschäftigt – auch die Zeit vor 1933 und nach 1945 war dabei für mich interessant.
Noch überlege ich, ob ich das Buch meiner kleinen „Klemperer-Abteilung“ zufügen sollte. Ich muss sowieso ein bestelltes Buch abholen, vielleicht kann ich es mit einem Blick in „Licht und Schatten“ verbinden.
Für alle, die es ebenfalls interessieren könnte:
Victor Klemperer: Licht und Schatten. Kinotagebuch 1929-1945. Aufbau-Verlag, 363 Seiten, 24 Euro. Mit einem Vorwort von Knut Elstermann
Constantia
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. Danke für die Vorschau.


