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Kinder berühmter Eltern
Zumindest mir fällt dabei die Familie Thomas Mann ein. Gerade ja das Buch „Monascella – Monika Mann und ihr Leben auf Capri“ gelesen. Da ging es mal nicht um den Vater, sondern um das Verhältnis zwischen dem „Mönle“ und Katja Mann. Auch wenn ich denke, nun sind ja alle besprochen – es wird sicher noch Bücher über diese Familie geben.
Damit es mir nicht langweilig wird, erschien ebenfalls in diesen Tagen die Biografie über August von Goethe „Im Schatten des Vaters“ von Stephan Oswald.
Hier verhält es sich ähnlich. Es gibt viele Bücher über Johann Wolfgang von Goethe, über dem Weimarer Hof, über Kontakte, tiefere Verbindungen und Beeinflussungen. Wenn man aber nach seinem Sohn das Internet befragt, erscheint vergleichsweise wenig und nicht unbedingt Positives. Darauf baut der Autor ergänzend auf.
Wie ist das, wenn man im Weimar des 18. Jahrhunderts als uneheliches Kind zur Welt kommt? Auch wenn der Vater eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Herzogtums ist? Von der Mutter ist gar nicht zu reden.
Welche Rolle nimmt der kleine August im Leben des Vaters ein? Oder umgekehrt, wie sehr ist er auf den Vater fixiert?
Johann Wolfgang von Goethe kennt Gott und die Welt und zumindest die Welt kennt Goethe. So kommt es, egal wo Sohn August hinkommt, der Schatten des Vater ist schon da. Seine Position in der herzoglichen Verwaltung, der Titel Geheimer Rat, sein Fleiß, seine Umsicht, seine nicht geringen Verdienste – immer ist da der Vater in irgendeiner Weise dabei.
Eine Hochzeit mit der aus altem Adel stammenden Ottilie von Pogwisch ist erst nach dem Tod seiner Mutter Christiane möglich. Aber sie macht ihm das Leben nicht einfacher.
Stephan Oswald, bewandert in deutersch Sprache und Literatur, hat an verschiedenen italienischen Universitäten gelehrt und zeichnet ein sehr komplexes Bild der Verhältnisse.
Im Jahre 1830 reist August von Goethe nach Italien. Schon lange geplant und auch irgendwie notwendig, wird ja bekanntermaßen eine Reise ohne Rückkehr. Was sich aber schon zeigt, ist so etwas wie eine „Zeitenwende“. Das 19. Jahrhundert wird viel verändern. Es ist zu spüren.
Wieder verändert sich für mich das Bild des großen Dichters. Parallelen zur Familie Thomas Mann sind nicht zu übersehen. Große Namen werfen große Schatten und es ist schwer oder unmöglich daraus hervorzutreten.
Ich habe das Buch mit viel Freude, Begeisterung gelesen und wieder einiges lernen dürfen über Personen und Zeit.
Im Schatten des Vaters – August von Goethe, eine Biographie
Autor: Stephan Oswald, erschienen im C. H. Beck
Constantia

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