Startseite Foren Politik - Zentrale Instrumentalisierung

  • GSaremba61

    Mitglied
    4. August 2019 um 11:55

    Nicht dass ich Seehofer verteidigen will! Ein "Zugeständnis" habe ich nicht erkannt. Nur vermeintliche (mehr) Sicherheit, die es in meinen Augen nicht gibt.

    Wer erinnert sich noch? Muss auch so Mitte der 80ziger gewesen sein. Auf einmal gab es in München und Frankfurt (in diesen Städten habe ich es erlebt) den "schwarzen Sheriff", der die unsicheren Bahnsteige sicherer machen sollte. Auch heute gibt es das Sicherheitspersonal auf den Bahnsteigen. Geht man zu nah an die Bahnsteigkante kommen sie unauffällig auf dich zu und automatisch gehst du einen Schritt zurück. Also auch der Gedanke an Sicherheit ist nicht neu.

    Sogar die von Seehofer benannten Schranken habe ich vor Kurzem in meiner Heimatstadt erlebt. Große Kirmes – Gedränge an allen Ecken und Kanten. Bei der Rückfahrt stellte ich fest, die Bahnsteige waren alle mit Schranken gesichert. Polizei und weiteres Sicherheitspersonal hob nur die Schranken an, wenn die Bahnen standen.

    Vielleicht sind Bürger inzwischen auch überempfindlich bei der Interpretation dessen was sie hören? Mal so ein Gedanke. Dann sind wir wieder bei der Instrumentalisierung!

    GeSa

  • Cocco

    Mitglied
    4. August 2019 um 11:54

    stimmt Peter; allein durch diesen Automatismus wird ihnen ständige Aufmerksamkeit zuteil und manche, gewollt oder nicht, zu deren Wahlhelfer…

    LG Cocco

  • Paesi

    Mitglied
    4. August 2019 um 11:48

    Nicht wundern, es ist so – mit Wundern kommt man nicht weiter.

    Herr Höcke – Wahlkampf Thüringen. Da sagt er doch tatsächlich "wir" bezüglich des Lebens und der diktatorischer demokratischer Einschnitte in der DDR, sagt "wir" in Bezug auf die Einleitung der Wende.

    Im "wir" steckt "ich". Er hat doch gar nicht das Recht vom "Wir" zu sprechen. Nun könnte man sich wundern, warum ihm das abkauft wird – es wird einfach überhört – er erzeugt das Gefühl des Verstandenwerdens (wie immer das verstanden werden will). Es ist Manipulation, es werden Ereignisse verfälscht, er hat nie in der DDR gelebt, war nicht an der Wende beteiligt.

    Und schon der Slogan: "Die Wende vollenden".
    Klingt doch super, bleibt im Kopf. Nur ist es falsch. Die Wende wurde vollendet. Es wird Bezug auf den Einheitsprozessgenommen: gleiche Lebensbedingungen, gleiche Renten,…
    Das hatte mit der Wende nichts zu tun. Wieder Manipulation, weil dieser Begriff "Wende" etwas darstellt, was in den Köpfen verankert ist – also vermischt man ihn. Und da die Vereinigung rasch folgte, gelingt es.

    Wer sich dann bei Diskussionen auf Vereinigungsergebnisse verlegt oder darauf, dass alles viel zu rasch vollzogen wurde, gerät aufs Glatteis. Dorthin will man ja die Diskussion haben.

    Einziger Diskussionsschwerpunkt sollte auf "Wende" beschränkt" bleiben. Man darf sich nicht "verführen" lassen, wo doch wirklich "einfache" nachvollziebare falsche Vorlagen geliefert werden, ohne dass man Zahlen im Kopf haben muss.

    Frage wäre für mich: Kann man nicht diese geschichtlich verlogenen Wahlplakate abhängen lassen?

  • SFath

    Mitglied
    4. August 2019 um 11:21

    Was mich immer wieder wundert:

    Zunächst die vehementen Zweifel an allem und jedem, das "aus dem Westen" kommt. Erst recht an deren Politikern!
    Und dann die bedingungslose Gläubigkeit an das, was -ausnahmslos aus dem Westen stammende- führende AfD-ler ihnen vorflöten.

  • Manjana

    Mitglied
    4. August 2019 um 10:47

    Stimmt, selbst die verbleibende Zeit ist noch zu viel für diesen Innenminister.

    Wie erfolgreich die Verbreitung dieses Gefühles bei einem bestimmten Wählerklientel ist zeigt sich leider permanent.

    Hatte Deine Ergänzung vorhin noch nicht gelesen. Halte es für ein gutes Bespiel.

  • Paesi

    Mitglied
    4. August 2019 um 10:26

    Hast recht, viel Zeit bleibt ihm nicht mehr – aber vielleicht reicht sie noch, um gewissen Kräften bei der Sachsenwahl indirekt Vorschub zu leisten.

    Das ist das Fatale für mich an der Sache, setzt doch die AfD in ihrem Wahlkampf vor allem auf das "Wir-sind-uns-unseres-Lebens-nicht-mehr-sicher- Gefühl".

  • Paesi

    Mitglied
    4. August 2019 um 10:23

    Ich verbreite keine Fake-Geschichten – es war ein Faktencheck (Polizeibericht/Thüringen), der aufklären wollte. Und das war OK, nur hat er es eben falsch oder unklug angestellt. So etwas darf nicht passieren, sondern sachliche Aufklärung, ohne eine zusätzliche Angriffsfläche zu liefern.

    Natürlich ist es ein Negativbeispiel, ein Beispiel, wo man ein starkes Argument in der Hand hat und es sich im selben Moment wieder aus der Hand nehmen lässt.

  • Manjana

    Mitglied
    4. August 2019 um 10:13

    Aus Deinem Link

    "Medienwissenschaftler werfen der AfD vor, die Furcht vor Zuwanderern bewusst zu schüren. In Mitteilungen verzerre die Partei die Statistiken zu Straftaten konsequent."

    Und willige Gläubige sind nur zu gern dabei.

    Viel! Lesbares dazu:

    http://kripoz.de/2019/05/29/kriminalitaet-in-deutschland-im-spiegel-von-pressemitteilungen-der-alternative-fuer-deutschland-afd/

    Ich habe noch nicht alles gelesen. Habe es mir gespeichert.

    Paesi, was Herrn Seehofer und seine, nun schon hinreichend bekannten, unseligen Reflexe betrifft absolute Zustimmung! Dieser Mann lernt es nie. Aber so viel Zeit dazu bleibt ihm ja Gott sei Dank nicht mehr.

  • Paesi

    Mitglied
    4. August 2019 um 9:16

    Ja, andere Argumente als ewig diese statistischen
    Zahlen.

    Dumm ist nur, wenn die Gegenseite betreffs gefühlt erhöhter Sicherheitsgefahr, auch Argumente frei Hand geliefert bekommt.
    Dazu zähle ich die fast sofortigen Anmerkungen von Seehofer, die Bahnhöfe besser zu bewachen. Klingt wie ein "Zugeständnis", es sind in Zukunft noch mehr solche Fälle zu erwarten – irgendwie unbewiesen vorprogrammiert.

    Solche rasche (Über)Reaktionen sind falsch, genauso falsch wie die in Aussicht gestellten mehr Kontrollen an der Schweizer Grenze, denn so wie der Täter eingereist ist, war seine Einreise legal – auch mit Kontrolle. Hat man ja eindeutig erst belegt und nun widerspricht man sich irr-sinnigerweise.

    Als klug oder besonders intelligent kann ich so etwas nicht bezeichnen. Ginge ganz einfach nach dem Prinzip: Nachdenken, überlegen, dann äußern.

    Ergänzend:

    "Aber"-Argumente sind nicht immer das Rezept einer Auseinandersetzung. Sie können ins "Unendliche" führen. Auf ein "Aber" folgt ein weiteres.

    Las heute, dass wieder ein Fake-Foto im Netz herumgeistert. Hintergrund: verletzter Mann, Arme verbunden – Kommentar der Fake-Verbreiter: im Streit von "Gästen" Hände abgehackt.
    Richtig: Streit mit Mutter, sich selbst beim Zerbruchgehen von Glas geschnitten und verletzt, Nachbarin hat ihm im Treppenhaus verbunden. (beide Deutsche)

    Nun hatte aber der Berichterstatter den Ausdruck "schon länger hier Lebende verwendet" . In den Kommentaren zum Bericht ging es nur noch darum, wem wurde dieser Ausdruck im Bericht unterstellt, woher stammt er wirklich. Thema gleitete ab, auch ansatzweise in Richtung "Lügenpresse", ohne dass es expliziert genannt wurde.
    Diese Formulierung überhaupt in die Berichterstattung aufzunehmen, das war völlig überflüssig und sinnlos, denn …

    Jeder schoss sich auf die Formulierung ein: für und wider – keiner auf das Wesentliche: der Fake und seine Auswirkungen. Nur einmal ein Beispiel, wie schnell man sich aber auch Argumente aus der Hand nehmen lässt, wo es nicht passieren sollte, denn da hätte man noch 2-3 Beispiele ohne "Aber" beisteuern können – z.B. das Fake-Foto des getöteten Jungen in Frankfurt mit völlig falschem Foto-Kommentar. Und dann sollte man die Gegenseite zu einer Aussage dazu bewegen und sich selbst nicht mit "aber" auf eine andre Schiene leiten lassen.

    Was unternahm die bericht-erstattende Seite: korrigierte, von wem, was formuliert wurde, anstatt wenigstens noch darauf hinzuweisen, worum es in Wirklichkeit ging. Manchmal vergibt man sich einfach Chancen und steht letztendlich als der Gelackmeierte da.

  • Paesi

    Mitglied
    4. August 2019 um 7:29

    Alles richtig, denn

    Fakt ist, basierend auf Statistiken, die Kriminalrate ging zurück und es ist wichtig, es zu erwähnen.

    Aber:

    Richtig ist auch, wenn von der Gegenseite behauptet wird: Ohne Zuwanderung wäre sie noch geringer. Gegen die Mathematik ist schwer anzukommen, wenn überhaupt. Was will man dann entgegensetzen? Nichts, was die reinen statistischen Zahlen betrifft.

    Mit einer reinen Statistikzahlenargumentation kommt man nicht weit, ist mehr oder weniger in einer Art Dauerschleife gefangen – man bewegt sich im Gunde genommen auf dünnem Eis und landet nicht selten in einer Art Defensivposition.

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