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Boris Palmer und Corona...
Von seestern47 am 28. April 2020 um 20:05In einem Interview legte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer nahe, dass man auf alte und kranke Menschen in der Corona-Krise keine Rücksicht nehmen muss. ☹️
Zitat:“Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären, aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankung.“
Mir fehlen gerade die Worte. Gelinde gesagt, ist das absolut daneben! 😠 Was hat Herr Palmer für ein menschenverachtendes Menschenbild?!
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-palmer-gruene-1.4891944
Ricarda01 antwortete vor 5 Jahre, 9 Monaten 11 Mitglieder · 26 Antworten -
26 Antworten
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Liebe Sanao – ich verstehe deine Gefühle und Empfindungen.
Aber ich möchte nicht missverstanden werden. Ich sprach in meinem Beitrag von der wissenschaftlich-statistischen Seite des Problems und nahm keinen Bezug auf die menschlich-emotionale. Die Statistik muss immer eine möglichst große Trennschärfe haben, sonst ist sie nur wenig aussagekräftig. Gute Nacht – Ricarda

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wenn ein Angehöriger von mir mit Merkmalen von Corona sterben würde wäre es mir egal, ob er an oder mit Corona gestorben ist. Einer Obduktion würde ich nicht zustimmen, weil ich nicht möchte, dass der Leichnam geöffnet und seine Organe entnommen und genauer untersucht werden. Natürlich wird alles wieder an Ort und Stelle gepackt, aber mir würde schon die Vorstellung dieser Leichenöffnung widerstreben.
Das ist jetzt sehr vorsichtig formuliert, stellt nicht die Bilder dar, die mich heimsuchen würden.
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Nein, liebe Trixi – denn ganz streng betrachtet, sollten Verstorbene, die nicht ausdrücklich an Corona gestorben sind, nicht als ‚Corona-Tote‘ statistisch geführt werden. Wissenschaftler stört es daher, dass bis jetzt viel zu wenig Obduktionen stattfinden. Dem stimme ich zu. Ricarda
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Ricarda, ist es nicht eigentlich egal, ob die Menschen „an“ oder „mit“ Corona gestorben sind?
Wie ich irgendwo gelesen habe, kann man an Corona direkt gar nicht sterben, sondern an Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung, Organschädigungen usw.
Verstorbene Asthma- oder COPD-Kranke hätten mit ihrer Erkrankung durchaus noch eine zeitlang mehr oder weniger gut leben können. Corona hat das verhindert. Zählen sie dann zu denen, die „nur mit“ Corona verstorben sind?
Und „mit“ Corona sterben ist leider nicht weniger tot als „an“ Corona.

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Ich habe gelesen, dass nur in Hamburg umfassend obduziert wird.
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Der Lebensgefährte einer Freundin befand sich als Pflegefall schon sehr lange im Pflegeheim. Er ist dann Ende März nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt verstorben (keine Corona-Symptome).
Bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus wurde das Zimmer im Pflegeheim verschlossen und erst wieder geöffnet, nachdem das Krankenhaus ihn als Corona-negativ gemeldet hat.
Ich gehe aber davon aus, dass der Test nach dem Tod wohl nicht in jedem Fall gemacht wird.
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‚ob die Patienten an Covid 19 oder am Medikamenten-Cocktail sterben…‚
Das ist ganz zweifellos so. Wissenschaftler sagen, dass immer nur ganz allgemein von Todesfällen gesprochen wird, jedoch letzten Endes viel zu wenig obduziert würde.
Daher weiß man im Grunde gar nicht, ob die ‚Patienten m i t Corona oder a n Corona gestorben sind.
Wünsche euch trotz allem einen recht schönen Tag – und bleibt gesund! Ricarda
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Danke, bluebird! Interessante Infos.
Etwas Ähnliches hat mir mein Hausarzt auch gesagt. Dazu komme, dass diese Patienten hochdosierte Medikamente, vor allem Cortison, erhalten. Er meinte, letzlich wisse man nicht, ob die Patienten an Covid 19 oder am Medikamenten-Cocktail sterben…

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So sehe ich das auch, Mondin. Meine Patientenverfügung ist auch eindeutig. Sie ist verteilt. Da ich keine Krankenhaustasche habe – da muss ich jetzt drüber nachdenken. Fest steht für mich die Patientenverfügung ist heute wichtiger als je zuvor. Nicht nur für mich, sondern auch um Ärzten keine Entscheidung aufzubürden und Politiker keine „dummen“ Sprüche machen müssen. Auch wenn ich den Gedankengang „verstehe“. Ein Politiker sollte in der Lage sein es vernünftig zu formulieren.
GeSa
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Eure Empörung verstehe ich durchaus! Meine bezieht sich aber eher darauf, dass er Dinge bestimmt, die ich selbst in der Hand haben möchte, wo weit als möglich.
Aber mal ganz ehrlich, habt ihr euch gefragt, ob ihr euch das antun wollt:
mit 85, als herzkranke Diabetikerin mit Atembeschwerden drei Wochen beatmet werden? Anschließend, falls ihr überhaupt überlebt, zwei Jahre brauchen, um wieder einigermaßen fit zu werden, nie mehr so wie jetzt, wahrscheinlich pflegebedürftig und dann ein oder zwei Jahre später doch sterben. Wollt ihr das?
Ich nicht! Meine Patientenverfügung ist in meiner „Krankenhaustasche“. Ich habe sie noch einmal durch Unterschrift mit April-Datum bestätigt. Darin habe ich schon vor Jahren, unabhängig von Corona, verfügt, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr durchgeführt werden sollen, falls ich mich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden sollte.
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