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Archaismen - Wer kennt noch welche?
Fagus antwortete vor 1 Jahr, 10 Monaten 73 Mitglieder · 4,095 Antworten
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@Ricarda01 Ich war und bin mir bei Schreibweise keinesfalls sicher. Habe das Wort aber noch gut im Ohr.
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Beitrag von 16:45
Hallo, Constantia – wieder einmal stelle ich fest, dass Sachsen und Niederschlesien viele Ausdrücke gemeinsam hatten! Renftel kenne ich auch noch, obwohl ich Niederschlesien schon als Kind verlassen musste, aber ich meine, es wurde bei uns Ränftel geschrieben (manchmal auch Ranft genannt). Schöne Grüße nach Dresden – Ricarda
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@Paesi , bei uns war das harte Ende der Test, ob man wirklich Hunger hatte. „Wer Hunger hat, ist alles. Auch das harte Renftel.“
Meistens war es dann ein gut mit ausgelassenen Fett beschmmiertes. Ich bin jetzt mal in der Küche 
Constantia
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Mir fällt auch nichts anderes ein. Renfdl (Renftel) muss wohl doch für den Anfang und das Ende genommen worden sein. Schließlich wusste man, ob das Brot frisch war oder schon älter. Jedenfalls war das Anfang-Renfdl sehr begehrt. Im Erzgebirge war das Ende jedoch eindeutig das Ärschl. „Ärschlesser“ waren vorwiegend meine Oma und mein Vati, die Kaninchen bei den anderen Großeltern und bei mir waren es ich, mein Mann und die Meerschweinchen. Wir hatten also so etwas wie eine „Renfdl-Ess-Ordnung“

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@GSaremba61 Brotanfang und Brotende? Das war in meiner Kindheit ein Renftel. Das Ende war dann manchmal schon arg hart und musste gut gekaut werden.
Constantia
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Hupfdohle kenne ich aus meiner Teenagerzeit während der Tanzstunde.
Später war es ein lockerer Ausdruck für Tänzerinnen.
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@Paesi der Anfang? Vielleicht – Knäppchen – Krüstchen -Knörzchen -Knäuschen -Knützschen
Ende – mehr fällt mir jetzt für Brotanfang und Ende nicht mehr ein

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Hier noch, was das Wort „Verknusen“ betrifft :
Dieser Ausdruck ist auch im Moselfränkischen geläufig und bedeutet hier nichts anderes als:
“ Ich kann eine bestimmte Person nicht ausstehen / b.z.w. „verknusen“
@Zoe – @GSaremba61
– @Paesi -
Die Asche im Aschkasten glühte meist nicht mehr beim Hinausbringen. Wir hatten erst nur Blechmülltonnen. Als die anderen Tonnen nach der wende kamen, stellte unser Hauswirt einen Blecheimer neben die Tonne, in dem zu heiße Asche zuerst entsorgt werden musste. In unserer Familie gab es lange Zeit keine Mülleimer in der Küche.
„Verknusen“ keine ich auch fast nur als Nein-Form – eine Sache, Ding oder Person nicht ausstehen können. Aber auch: „Er kann das besser verknusen, als er dachte.“ („verknusen“ im Sinne von „verkraften“, „verdauen“.)
„Verknusen“ muss von knusen abgeleitet sein. Und wenn „Knust“ das harte Stück Brot ist, dann liegt da schon eine übertragene Bedeutung vor, z.B. schwer verdauen – etwas ertragen oder nicht verdauen/ertragen können. „An der Nachricht, die sie las, hatte sie lange zu knusen.“ („knusen“ im Sinne von „kauen“)
Knust ist mir für mich ein Begriff nur für den Brotkanten. Der Anfang ist weicher und schmeckt lecker. Bei uns wollte jeder den Anfang haben mit Butter und Salz oder Speckfett. Lecker! Das Ender war schon trockener, harter. Es hieß bei uns meist Ärschl oder auch Renfdl. (Kann mich gar nicht erinnern, wie wie den Anfang nannten.)
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