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     Unbekannt antwortete vor 1 Jahr, 4 Monate 8 Teilnehmer · 31 Beiträge
  • Madame.C

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 4:55

    In Loriots "Ödipussi" begegneten wir dem Vater der Psychotherapeutin als dem pensionierten Herrn Direktor einer Müllentsorgungsanstalt, der sein Rentnerdasein zwanghaft damit verbrachte, die Undizipliniertheit der nachbarlichen Mülltrennung in den Griff zu bekommen. Was sogar dazu führte, dass er in den diversen aufgestellten Behältern rumgrabbelte, um nachträglich vor sich hin schimpfend "richtig" zu trennen.

    Wenn ein Mensch von Amts wegen z. B. sein halbes Leben damit verbrachte, die Wunschnamen für Neugeborene pflichterfüllend täglich in Geburtsurkunden einzutragen, dann ist es nachzuvollziehen, dass er nach seiner Berufsausübung nicht anders kann, als alle Menschen als Träger von diversen Vornamen wahrzunehmen, Vornamen oft vernarrter Eltern mit absonderlichen Wunschvorstellungen. Namensfolgen, die nicht nur an dem jeweiligen Kind ein Leben lang haften, sondern an einem Standesbeamten, falls er sich so nennt, kleben wie ein Bonbonpapier.

    Das führt zu der Frage, welche Anhaftungen gibt's denn noch so, die Euch bekannt sind, die nach dem Ausscheiden aus dem vielleicht lange ausgeübten Beruf noch mitgschleppt werden vielleicht durch das gesamte Rentnerdasein?

  • Mondin

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 10:53

    Warum machst du zu diesem ganz anderen Thema nicht einen eigenen Thread auf?

    Mondin

  • Florena

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 11:14

    @Madame.C

    """Das führt zu der Frage, welche Anhaftungen gibt's denn noch so, die Euch bekannt sind, die nach dem Ausscheiden aus dem vielleicht lange ausgeübten Beruf noch mitgschleppt werden vielleicht durch das gesamte Rentnerdasein?"""

    oh, da kenne ich eine ganz große Anhaftung.

    Nämlich Geld zählen. Geldscheine sortieren und alles fein säuberlich aufschreiben.
    Auch Geldscheine zusammenfalten in kleine Vierecke und stapeln und je nach Betrag dann zwei Gummiring drumrum 🙂

    Nun ja, wer 2 Weltkriege erlebt hat in der Familie, 2mal alles verloren hat, dem verzeiht man solchen Tick. Diese Person war übrigens jahrelang in einer Post beschäftigt am Schalter "Ein- und Auszahlungen" und 3 Tage im Monat am Schalter "Rentenauszahlung" ;-). Nach Schalterschluss musste die Kasse stimmen, auch dafür war sie verantwortlich und oft musste bis in die Nacht hinein alles xmal durchgezählt werden, bis die Kasse stimmte. Wehe, es fehlten 5 Pfennige, dann ging die Arbeit von vorne los.

    Ihr Vermögen, schön gestapelt mit Gummiringen gesichert, fand man nach ihrem Tod tief in ihrem Schrank vergraben. Sie selbst hatte keinerlei Interesse, sich von dem Vermögen etwas zu gönnen, alle Menschen in ihrem Umfeld dachten, sie wäre wie man heute sagt "altersarm".

  • Mondin

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 11:42

    Wie schade für sie, dass sie sich nach einem kargen nciht wenigstens das Alter schön gemacht hat. Aber da war wohl auch die Prägung durch den Mangel vor der Berufstätigkeit sehr groß.

    Meine beruflichen Anhaftungen beschränken sich darauf, dass ich immer noch Zeiten und flüssige Mengen sehr gut abschätzen kann. Jahrelang habe ich im Labor Flüssigkeiten gemessen und nach einer definierten Zeit ihre Farbeigenschaften abgelesen.

    Eindeutig geprägt bin ich aber von der Nachkriegszeit, die ich als Kleinkind erlebte: ich kann ganz schlecht Essen wegwerfen und sehr schwer Früchte ungeerntet lassen.

    Mondin

  • philosophin

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 12:03

    @Joschele, nur weil du vermutest, dass hier ein Bezug zum Ödipuskomplex möglich ist, dir sogar wahrscheinlich vorkommt, bedeutet es nicht, dass Mondin davon auch getragen war .

    Man könnte ja mal nachfragen, bevor man dieses Faß aufmacht, und auch nicht süffisant antworten, wenn jemand deine Gedanke nnicht teilt.

    Ich denke auch du könntest einen etwas geeignteren Rahmen finden für die Diskussion, die du, wie mir scheint, führen möchtest.
    Beispiel Philosophie
    Möchtest du diese Diskussion führen?

    Auch dir einen Schönen Tag
    phil

  • philosophin

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 12:07

    @Joschele,
    Pardon, ich war grad auf dem falschen Dampfer, habe deshalb meinen Beitrag wieder gelöscht.

    Schönen Feiertag
    phil

  • Florena

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 12:08

    @Mondin

    ja, wie schade, dass sie im Alter nicht mehr das lebte, was sie sich verdient hatte.
    Meine wahre Geschichte ist im ersten Durchlesen vielleicht amusant, aber wie Du schriebst, eher traurig. Nur lustig für die Erben.

    Mich hat auch die Nachkriegszeit erst geprägt und das mit dem Essen in die Tonne kenne ich zu gut, nämlich das schlechte Gewissen danach, aber hilft ja nix. Daher kaufe ich nur noch kleinere Mengen ein, auch wenn sie teurer sind als die großen-verpackten Lebensmittel. Wenn man keine große Familie mehr zu versorgen hat, geht das nur noch so.

    Eine richtige Anhaftung hab ich eigentlich nicht, eher das Gegenteil. Im Berufsleben musste ich immer früh aufstehen obwohl ich eher ein Nachtmensch bin und war. Die vielen Berufsjahre waren für mich morgens eine Quälerei. Dies hörte schlagartig auf, als ich in Rente kam und ist bis heute so geblieben, morgens ausschlafen, vor 9 h gibts keine Diskussion ;-). Anfangs meldete sich mein Gewissen, wie ich nur so schlampen könnte. Aber das hab ich dann erfolgreich überwunden und wenn es sein MUSS, stehe ich halt auch morgens mal früher auf – aber nur in dringenden Fällen – 😉

  • Florena

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 12:32

    @Dabbes

    Ich glaub das Nietsche gerne, aber bei mir hat die Vernunft gesiegt, vielleicht auch ein wenig Trotz dabei – schlechtes Gewissen hab ich lang nicht mehr.
    Oder ich kanns gut vergraben 😉

  • Madame.C

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 16:54

    Mein Anhaftung: Ist die an den Tasten mit den Buchstaben, die sich verbinden mit Gedanken, die aus aneinandergereihten Buchstaben Worte formen, die zu mehr oder minder sinnvollen Sätzen führen. Diese Sätze allein sind nicht das Ziel, sondern was sie transportieren und ob das auf einen annehmenden Empfänger stösst.

    Manchmal gibt es Empfangsbestätigungen, meist keine, manchmal Rezensionen, manchmal wohlmeinende, manchmal ablehnende. Jedenfalls ließ sich damit ein Teil des Berufslebens zum Broterwerb nutzen.

    Und was bleibt ist für das Rentnerdasein die Schreibfreude, eine unter vielen anderen nicht weniger erfüllenden Hobbies.

    P.S. Meine sechs Vornamen sind vor dem pensionierten Jäger nach Beute in Sicherheit. 😉

  • zigeunermaedche

    Teilnehmer
    3. Oktober 2019 um 19:31

    Madame, ich glaube, Tisnet hat recht; irgendwie hab ich gespürt, daß irgendwas nicht stimmt, wußte nur nicht was.
    Übrigens wenn ich hier so lese, erinnert mich das an "heiteres Beruferaten" *schmunzel*
    Ich hab auch eine schreckliche Anhaftung (was ein Wort;-), ich sehe alles und höre alles mit Ps-Augen, ich kann gar nicht anders, zum Glück kann ich wenigstens meinen Mund halten,nur Gatte kriegt es hin und wieder ab.
    Abendgruß zi

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