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  • „satisfaction paradox“ ... kann das sein?

     GSaremba61 antwortete vor 1 Jahr, 5 Monate 12 Teilnehmer · 63 Beiträge
  • GSaremba61

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 12:52

    Wer wählt die AfD… Abgehängte? Unzufriedene? Oder doch wie in diesem Artikel dargestellt, die gut Situierten?

    Den meisten Menschen im Osten geht es so gut wie nie nach 1990. Auch die allgemeinen Zufriedenheitswerte sind so hoch wie nie.

    Der typische AfD-Wähler ist ein Mann jüngeren oder mittleren Alters, er verdient gut und gehört zum eher gehobenen Bildungsdurchschnitt. Ihn treiben vorrangig nicht wirtschaftliche oder soziale Sorgen um, sondern die sogenannten SOS-Themen – Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit.

    Ein Faktor indes könnte sein, dass Menschen, denen es gut geht, genug Zeit und Energie haben, um sich über Schweinefleischverbote in Kindertagesstätten aufzuregen, über Unisex-Toiletten, die Einführung eines „dritten Geschlechts“ oder das Kopftuch der Kassiererin im Supermarkt.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/protest-trotz-wohlstand-sie-waehlen-die-afd-weil-es-ihnen-gut-geht/24861420.html

    Muss ich mir wirklich wünschen, dass es der Welt schlechter geht, damit der Verstand wieder einsetzt? Das wäre wirklich paradox!

    GeSa

  • Manjana

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 15:17

    Außerordentlich schade, dass man diese Leute nicht sofort und direkt nach den kommenden Wahlen in diese gähnende Leere von Rente und sozialer Absicherung schicken kann. Diese Partei hat in dieser Richtung nichts und gar nichts aufzuweisen. Man kann sich da einfach nicht einigen. Muss man auch nicht. Sind ja genügend Dösige da, die einfach nur Protest um des Protestes wg. wollen ohne dass ihnen daraus irgendwelche Folgen entstehen.

    Was ich allerdings bezweifle ist, dass hauptsächlich jüngere Männer zu diesen Wählern zählen.

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 16:44

    ja, damit habe ich auch nicht gerechnet. Doch dann mal gesucht und siehe da, schon 2014 gab es eine entsprechende Aussage:

    Vor allem Angestellte (62 Prozent) und Rentner (34 Prozent) finden Gefallen am eurokritischen Kurs der Partei, Selbständige (20 Prozent), Beamte (10 Prozent) und Arbeiter (8 Prozent) eher nicht.

    https://www.stern.de/politik/deutschland/forsa-analyse-wer-die-afd-waehlt-3172084.html

    Und auch 2017 scheint die Aussage zu bestätigen:

    Bei allen drei Landtagswahlen des Jahres 2017 war die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen und der 35- bis 44 Jährigen am stärksten bei den Wählern präsent: im Saarland mit sieben bzw. sechs, in Schleswig-Holstein mit neun bzw. sieben und in Nordrhein-Westfalen mit zehn bzw. neun Prozent. Die bis 24-Jährigen und die über 60-Jährigen stimmten demgegenüber nur unterdurchschnittlich für die AfD: im Saarland sechs bzw. vier, in Schleswig-Holstein fünf bzw. vier und in Nordrhein-Westfalen sechs bzw. fünf Prozent.

    https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtspopulismus/248916/wer-waehlt-warum-die-afd

    Für mich erschreckend! Wie war das noch mit – den Schlächter selber aussuchen?

    GeSa

  • Paesi

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 16:53

    Ich finde den Artikel (Link) in seiner Art der Darlegung sehr fragwürdig.

    Da geht es zum einen um die Problematik rechtspopulistischer Parteien in Europa, um die AfD-Wählerschaft in ganz Deutschland.
    Da steht nicht: "der typische ostdeutsche AfD-Wähler".

    Zum anderen erweckt der Beitrag (Link) dennoch den Eindruck, als ginge es sehr wohl nur um die ostdeutsche Wählerschaft.

    SOS-Themen des "typischen AfD-Wählers" betreffen Ost und West. "…aber eine Stimmabgabe für die AfD könnte aus ähnlichen Motiven erfolgen, in Ost wie in West." So endet der Artikel.

    Nachtrag:

    Ich fand einen Artikel vom Vorjahr über "typische Wählerschaft" in Sachsen. Ich bin nicht der übergroße Fan von Umfragen, aber in diesem Fall decken sich die Aussagen mit meinem Empfinden.

    https://www.lvz.de/Region/Mitteldeutschland/Von-AfD-bis-SPD-das-sind-die-typischen-Waehler-in-Sachsen

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 17:25

    Da steht nicht: "der typische ostdeutsche AfD-Wähler".

    Nein, steht da nicht! Hat auch niemand hier geschrieben! Es geht allein um den typischen AfD-Wähler! Ich sehe nicht, dass ich einen Unterschied Ost-West hervorgehoben hätte.

    Doch interessant, dass Du einen Unterschied siehst. Dann noch darauf hinweist, was im Artikel nicht steht. Allerdings nicht bemerkst, dass es in den Beiträgen auch nicht steht!!!!

    Vielleicht liest Du noch mal meinen ersten Absatz. Vielleicht erkennst Du dann worum es im Artikel und mir ging!

    GeSa
    Noch ein kleiner Nachtrag:
    Zum anderen erweckt der Beitrag (Link) dennoch den Eindruck, als ginge es sehr wohl nur um die ostdeutsche Wählerschaft.
    Aus meiner Sicht nicht. Es werden lediglich anstehende Wahlen und die damit verbundenen hohen Umfragewerte als Beispiel genutzt. Ich schmunzel, denn da sind wir wieder beim "Empfänger".

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 17:36

    Ich fand einen Artikel vom Vorjahr über "typische Wählerschaft" in Sachsen. Ich bin nicht der übergroße Fan von Umfragen, aber in diesem Fall decken sich die Aussagen mit meinem Empfinden.

    Du meinst jetzt, Paesi, Sachsen sei typisch Deutschland und sei entsprechend zu verallgemeinern? 🙂

    GeSa

  • Manjana

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 17:56

    Paesi, im Tagesspiegel ist im ersten Teil der Osten angesprochen. Insgesamt die AfD-Wähler an sich. In den Beiträgen auch.

    Der von Dir eingestellte Artikel beschreibt es aber für dort m.E. recht gut und in etwa wie ich es eingeschätzt hab.

    "AfD  Innerhalb der AfD-Anhängerschaft zeichnet sich ein recht deutliches Bild ab: Der typische Wähler ist männlich, zwischen 50 und 65, will die Zuwanderung begrenzen, hat erhebliche Angst vor Straftaten und verfügt von allen Befragten über den am meisten ausgeprägten Sachsenstolz. Der Bildungsgrad ist häufig geringer als bei Sympathisanten anderer Parteien, Abschlüsse von der achten bis zur zehnten Klasse überwiegen deutlich. Sozialen Themen wie Bildung, Rente oder Gesundheit wird – im Vergleich zu anderen Parteien – kaum eine beziehungsweise keine größere Bedeutung beigemessen."

    Es bestätigt was ich schrieb. Diese Punkte interessieren wenig bis gar nicht, eben weil sie sich gut abgesichert wähnen. Würde diese Partei sich durchsetzen wären es vermutlich genau diese Themen, die ihnen und ihrer Sicherheit darin ganz mächtig auf die Füße fielen. Rente bei einzig bei Eigenvorsorge, KV nur als Selbstzahler. Dann möchte ich sie hören .. oder besser nicht.

    Welche Partei kommt dann nach Deutschland, Deutschland über alles, Fremde weg, wir wollen renten- kranken- und überhaupt sozial rundum versorgt sein?

  • Paesi

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 18:04

    Ich verallgemeinere nicht. AfD-Wähler sind in Sachsen vorwiegend 40+.
    Das heißt für mich, dass ich mich dadurch bis jetzt wenig wundere, dass hier so eine hohe %-Zahl bei Wahlen erricht wird im Vergleich zu den westlichen Bundesländern. Aber irren ist menschlich.

    Ich bezog mich auf diesen Artikel und jener ist – zumindest für mich nicht eindeutig.
    Rot zu Beginn: "Was ist los im Osten?"

    Erst in der zweiten Hälfte wird es europäisch und gesamtdeutsch. Bloß bim Arbeitslosenbeispiel, wird erneut erst einmal ein Beispiel herausgepickt und dann verallgemeinert.

    Außerdem ein Artikel mit viel: vielleicht, könnte, eventuell, …

    Warum wählen Wähler was? Mal vermutet man dies, mal das.

    Meckern manchmal nicht gerade jene am meisten, von denen es man nicht vermuten würde – die von allem fast alles haben? Paradox, aber wahr(nehmbar) genauso wahr wie: wer Macht hat, will noch mehr, wer Profit hat, will noch mehr.
    Paradox und wahr ist ebenfalls: In einer Welt, in der wir immer erreichbar sind und prinzipiell mit jedem Kontakt aufnehmen könnten, kennen viele ihre eigenen Nachbarn nicht mehr.
    Paradoxes begegnet uns immer, ruft Irritierung und Verwunderung hervor.

    Zum Abschluss: (don`t take ist personal)
    Dein Beitrag enthält im 1. Abschnitt mit "die meisten Menschen im Osten".

    Der 2. Abschnitt: "typische AfD-Wähler"

    Nach meiner Leseart beziehen sich Abschnitte aufeinander, wenn mit keiner Abgrenzung eingeleitet wird. So fasste ich 1+2 zusammen und da kam heraus: typische ostdeutsche … Wähler

    Ist wohl gerade das "typische Sender-Empfänger-Problemchen"? Kann passieren.

  • Paesi

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 18:14

    Im Moment bleibt nur abzuwarten, wie das Ergebnis am 1. September sein wird. Leicht konnte ja die CDU zulegen, aber was sind schon 3% mehr im Moment?

    Wird sie die Mehrheit bekommen, welche Regierungskoalition wird gebildet werden? Koalition oder doch eine Minderheitsregierung nach skandinavischem Modell?

    Nachdem sich Herr Urban so deutlich zu Herrn Höcke bekannt hat, wünschte ich, es weckten noch paar seiner Partei oder/und seiner Wählerschaft auf. Aber manche haben wohl doch einen tiefen und langen Dauerschlaf.

    Herr Urban möchte ja gern das Bildungsministerium für seine Partei in Anspruch nehmen. Da wird mir schlecht. Und Ministerpräsident will sowieso werden – da wird mir noch schlechter.

  • Constantia

    Teilnehmer
    7. August 2019 um 18:23

    Erst Gesa's Beitrag, dann den Artikel gelesen. Leicht irritiert dann auf den Namen des Autors geklickt. Ein welterfahrener Journalist. Das verwirrt mich noch mehr. Er hat in seinem Artikel so viel hineingepackt, springt von ostdeutsch zu deutsch zu europäisch, zu weltweit und zwischendurch zurück. Was bleibt hängen "ostdeutsch". Gekonnt gemacht oder schlechter Journalismus? Letzteres kann ich mir bei der beruflichen Biografie nicht vorstellen. Kritikern gegenüber ist er jedenfalls fein raus.

    Constantia

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