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    Von Madame.C am 3. Oktober 2019 um 4:55

    In Loriots "Ödipussi" begegneten wir dem Vater der Psychotherapeutin als dem pensionierten Herrn Direktor einer Müllentsorgungsanstalt, der sein Rentnerdasein zwanghaft damit verbrachte, die Undizipliniertheit der nachbarlichen Mülltrennung in den Griff zu bekommen. Was sogar dazu führte, dass er in den diversen aufgestellten Behältern rumgrabbelte, um nachträglich vor sich hin schimpfend "richtig" zu trennen.

    Wenn ein Mensch von Amts wegen z. B. sein halbes Leben damit verbrachte, die Wunschnamen für Neugeborene pflichterfüllend täglich in Geburtsurkunden einzutragen, dann ist es nachzuvollziehen, dass er nach seiner Berufsausübung nicht anders kann, als alle Menschen als Träger von diversen Vornamen wahrzunehmen, Vornamen oft vernarrter Eltern mit absonderlichen Wunschvorstellungen. Namensfolgen, die nicht nur an dem jeweiligen Kind ein Leben lang haften, sondern an einem Standesbeamten, falls er sich so nennt, kleben wie ein Bonbonpapier.

    Das führt zu der Frage, welche Anhaftungen gibt's denn noch so, die Euch bekannt sind, die nach dem Ausscheiden aus dem vielleicht lange ausgeübten Beruf noch mitgschleppt werden vielleicht durch das gesamte Rentnerdasein?

    Gelöschter Benutzer antwortete vor 6 Jahre, 5 Monaten 8 Mitglieder · 30 Antworten
  • 30 Antworten
  • Gelöschter Benutzer

    Gelöschter Benutzer
    12. Oktober 2019 um 14:46

    Oder wie in den Medien berichtet wurde:

    Mann hatte 540000 E? versteckt. Im Ofen!
    Er fährt weg und läßt den Freund das Haus hüten.
    Es wurde kalt. Freund zündet den Ofen an!
    Alles futsch!!!
    20.000 konnten noch gerettet werden.
    Welch ein Schicksal.

    Also, verstecken ja – aber Ort bewußt wählen.

  • Florena

    Mitglied
    5. Oktober 2019 um 11:10

    @Dabbes

    """Frau Diplom-Psychologin Margarethe Tietzes "Sitzgruppe" """

    war für mich die amusanteste Szene im ganzen Film 🙂 🙂 🙂

    http://www.youtube.com/watch?v=mNcMWfzayWw

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  • Madame.C

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 19:45

    "Du unterschätzt Loriot, wenn Du die Ödipussi-Geschichte auf die Müll-Trennungsmanie des senil gewordenen Psychologinnen-Vaters beschränkst."

    @Joschele, das kommt nur bei Dir so an. Du bist ja, wie Du selber shriebst, seit einiger Zeit besonders tief am Graben und vermutlich auf der Suche nach Deinem Ödipus-Komplex. Sonst würde Dir das Thema doch nicht so wichtig sein. Wenn Du es auch der ganzen Menschheit zugeschrieben hast.

    Für mich war die Erwähnung lediglich ein anschaulicher "Aufhänger" für das Thema "Anhaftung".

    So sehr ich den Film liebe, die Szene mit der getanzten und gesungenen Betriebsshow "Polyester, die kleine Schwester …" ist mir jedes Mal lästig.

  • Robert13

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 15:22

    Hallo Zusammen,
    bei dem gesetzten Thema fällt mir ein, dass ich
    von jeher meinen Schlüsselbund sortiert habe.
    Der Haustürschlüssel (viereckig, BKS ) ist immer
    rechts neben dem Kellerschlüssel. Links neben
    dem Kellerschlüssel ist mein Wohnungsschlüssel
    ( rund, BKS ). So kann ich selbst in stockfinsterer Nacht,
    auch bei Stromausfall, immer die Schlüssel
    auseinanderhalten.
    Und wie es sich für einen –chinesischen Erd-Büffel-
    gehört, finde ich auch im Dunkeln in meinem
    Wäscheschrank „mit verbundenen Augen“ meine
    Unterwäsche, Hemden, Hosen und Pullover.
    Alles eine Frage der Organisation, oder ?
    Nettes WE
    Robert13

  • Florena

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 14:52

    @Madame.C

    Ich kann das gut verstehen, auch wenn Dein Beispiel lustig sich liest. Wer einmal Schuhe mit Leib und Seele verkauft und was vom Handwerk versteht, streift das nie mehr ab. Wo er doch selbst mit Schuhen immer in Kontakt kommt. Nämlich mit seinen eigenen und wenn im Rentenalter vielleicht seine Füße nicht mehr so stabil sind, dann erst recht 🙂

    Wer nur als Verkäuferin im Laden Pullover und Kleider aufräumt oder einräumt, wie das heute so ist, die Mode ständig wechselt, wird sich wohl nicht so viele Gedanken im Rentenalter darüber machen, als damals, als man noch die Kunden beriet und die Stoffqualität unterscheiden konnte und das glatte 3 Lehrjahre brauchte. Heute brauchts das alles nicht mehr, nur noch hauptsächlich Computerkenntnisse und in kleineren Geschäften noch Bedienung der Kasse. Rechnen braucht sie auch nicht mehr, das macht die Kasse von allein und zeigt auch an, wieviel Wechselgeld ausgezahlt werden muss.

    Ich glaube, dass die heutigen Verkäuferinnen ihren langweiligen Job gerne abgeben und in der Rentenzeit sich andere Hobbies suchen 🙂

    Leider ist das ja in vielen Berufen jetzt so und die Zukunft bringt im Berufsleben auch nicht mehr so viel Abwechslung und Freude. Da helfen nur schöne Abwechslungen im privaten Bereich.

    Eigentlich wollte ich nur schreiben, dass ich glaube, wer seinen Beruf mit Leidenschaft ausübt, wird sich schwerer tun, im Berufsleben auszuscheiden und vielleicht solche Ticks, also Anhaftungen, wie im Film von Loriot entwickeln.

  • Madame.C

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 14:12

    Jetzt habt Ihr Euch doch tatsächlich auf die lustigere Fährte locken lassen, den Film, in dem ja der Herr Direktor a.D. der Müllbeseitigungsanlage sich nicht trennen konnte von seinen zwanghaften Gedanken, obwohl er ja nun Pensionär war.

    Wie wär`s zu dem Thema "Anhaftungen" zurückzukehren? Gibt es da Berufe, die besonders dazu verleiten, die einen auch nach Ausstieg immer weiter im Griff haben?

    Mir fällt gerade eines ein, ob gelungen, müsst Ihr beurteilen:

    Ein Fachmann aus der Schuhverkaufenden Branche, jetzt im Ruhestand, bietet einem ihm bekannten nun werdenden Vater eine kompetente Schuhberatung an. Der Nachwuchs befindet sich zwar noch in der Gebär-Mutter. Aber sobald er beginnt zu laufen, stünde er bereit mit seinen Erfahrungen.

    Dieser Herr vom Fach kriegt auch nach Jahren einfach die Fußbekleidungen nicht aus seinem Kopf. 🙂

  • Florena

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 11:57

    ja, ging mir genau so.

  • zigeunermaedche

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 11:50

    das bezweifle ich keineswegs, daß es vorkommt, ich erinnere mich nicht dran, schrieb ich.

  • Florena

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 11:41

    Doch – das mit dem Mülltrennen vom Vater der Therapeutin – kommt im Film vor. Nur eine kurze Sequenz.

  • zigeunermaedche

    Mitglied
    4. Oktober 2019 um 11:28

    aha, also doch Irrtum, aber mir geht es auch so, daß ich mich an Müll nicht erinnere…was sagt mir das:nochmals ansehen, den Film, nicht den Müll;-)…und des weiteren: ich mag keine Zwanghaften, die Müll sortieren (siehe meine Anhaftung *grins*), aber an "Mamma nennt mich Pussi" erinnere ich mich sehr gut..igitt… wenn dies ein Mann je zu mir gesagt hätte, ich wäre geflüchtet…und an die Farbe grau kann ich mich auch sehr gut erinnern, zumal meine Schwester als ich 50 Jahre alt war, gesagt hat, ich dürfe nicht lila tragen, in meinem Alter müsse ich grau oder beige tragen (ein halbes Jahr später war sie tot).
    Daß man hier im forum über Farben spektuliert, ist mir entgeangen…jetzt werde ich gleich mal nachschauen, was ich für Farbe angegeben habe, auf keinen Fall grau, das weiß ich;-)
    Gruß zi

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