-
Anhaftung
In Loriots "Ödipussi" begegneten wir dem Vater der Psychotherapeutin als dem pensionierten Herrn Direktor einer Müllentsorgungsanstalt, der sein Rentnerdasein zwanghaft damit verbrachte, die Undizipliniertheit der nachbarlichen Mülltrennung in den Griff zu bekommen. Was sogar dazu führte, dass er in den diversen aufgestellten Behältern rumgrabbelte, um nachträglich vor sich hin schimpfend "richtig" zu trennen.
Wenn ein Mensch von Amts wegen z. B. sein halbes Leben damit verbrachte, die Wunschnamen für Neugeborene pflichterfüllend täglich in Geburtsurkunden einzutragen, dann ist es nachzuvollziehen, dass er nach seiner Berufsausübung nicht anders kann, als alle Menschen als Träger von diversen Vornamen wahrzunehmen, Vornamen oft vernarrter Eltern mit absonderlichen Wunschvorstellungen. Namensfolgen, die nicht nur an dem jeweiligen Kind ein Leben lang haften, sondern an einem Standesbeamten, falls er sich so nennt, kleben wie ein Bonbonpapier.
Das führt zu der Frage, welche Anhaftungen gibt's denn noch so, die Euch bekannt sind, die nach dem Ausscheiden aus dem vielleicht lange ausgeübten Beruf noch mitgschleppt werden vielleicht durch das gesamte Rentnerdasein?
Sie müssen angemeldet sein, um zu antworten.