Novemberblues und mein Schutzengel
An sich haben Blues und Engel nichts gemeinsam. Doch irgendwie fügten sich bei mir diese Elemente zusammen. Einen Schutzengel an seiner Seite zu haben, ist immer gut. Denn schon ein kurzer Fehltritt im Leben kann gravierende Folgen haben, wenn nicht eine schützende Hand zur Stelle ist. Der Novemberblues dagegen, ist allenfalls ein notgedrungenes Übel, der mit seinen Wetterkapriolen in allen Facetten von sich reden macht. Er ist auch kein afroamerikanischer Rhythmus, der von einem farbigen Künstler auf seiner Trompete geschmettert wird und uns zum Tanz anregen soll oder dessen Gesang vom traurigen Alltag eines Sängers berichtet. Nein, er verdeutlicht nur die allgemeine Wetterlage dieses herbstlichen Monats.
Man kann an übersinnliche Dinge glauben oder nicht, das bleibt jedem Selbst überlassen. Doch der Winter naht, das ist gewiss. Das Beste für mich, zu dieser garstigen Jahreszeit, ist eine kuschelige Decke und ein gutes Buch vorm Kaminofen. Dort lässt es sich aushalten. Doch leider kann man nicht immer alles so realisieren, wie es erwünscht ist. Da sind die alltäglichen Dinge, welche erledigt werden müssen, auch an grauen Novembertagen. So stand der Werkstattbesuch für mein WoMo an. Und da dieser Betrieb einige Kilometer vom heimeligen Herd entfernt liegt, wird er immer einen Tag vorher angefahren, inklusive Übernachtung. Frühstücksbrötchen hängen morgens an der Türklinke, danach erfolgt um acht Uhr der obligatorische Werkstattbesuch.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Das größte Leid ist das, was der Mensch sich selbst antut; gewollt oder ungewollt. Dieser ominöse Novemberblues, hat sich für mich in einen "Bad Soul Day" verwandelt. Durch Unachtsamkeit bin ich in eine zwei Meter tiefe Arbeitsgrube gestürzt, auf der mein Auto stand. So ein Sturz kann schon in jungen Jahren krasse Folgen haben; im Alter ist eine Bruchlandung noch bedenklicher. Mein Schutzengel hat mich wieder mal vor größerer Unbill verschont. Allerdings gibt es bei mir kaum einen Körperteil, welches nicht schmerzt. Doch ich hatte Glück im Unglück.
Nach diesem grauslichen Absturz, mit anschließendem Blaulichteinsatz, kam ich mit reichlich Pflaster und Mullbinden dekoriert und einem zweiten Bein aus Alu zurück. Ein anwesender Kölner meinte: »Der sieht aber lecker aus.« Mein Hund schaute mich nur kurz an, legte seinen Kopf auf meinen Schoß, als wenn er sagen wollte: »Keine Sorge mein Alter, ich liebe dich so, wie du bist, in jedem Outfit.«
Mein Schutzengel hat es in den vergangenen Jahren wirklich nicht leicht mit mir gehabt, dafür möchte ich ihm noch mal herzlichen Dank sagen.
Rocky
Rocky ,Du schreibst es so ,als wenn es dir so leicht von der Feder kommt ,,es lässt sich alles sehr schön lesen .
Ich freue mich ,das du ein Schutzengel hast . Ich hoffe er verlässt deine Seele nicht und du trägst ihn immer in deinem Herzen . Es hätte ja noch viel schlimmer ausfallen können .Ich lege auch mal meinen Kopf auf deinem Schoß .
Ich habe auch einen immer und überall ,den braucht man .Ich bin immer nur mit Kratzer davon gekommen .Carla