Die Baumzeremonie - Teil 1

Fand heute einen sehr schönen Bericht über folgendes,....da der Bericht zu lange ist ,werde ich ihn aufteilen müssen

Eine Baumzeremonie.....

Autor: F. Lilly

Geschrieben: 09.09.2009

Sichtbarkeit: für alle

......die Reise zum Inneren Kind

Es kann gar nicht genug Fragen und Antworten geben, die ein Leben in all seinen Facetten beleuchtet und es wie ein Puzzle zu einem ganzen Bild gestaltet.
Vielleicht sind es unsere Träume und Sehnsüchte, die da hoffen, das gelebte Leben werde ein Ganzes.

Und so suche ich: beim Lesen, beim Tanzen, beim Musikhören, bei meiner Lebens – und Familiengestaltung, in meinem Beruf, bei meinem Partner und habe das Gefühl, die Suche hört niemals auf.

Finde ein Angebot der VHS mit dem Titel: „ Reise zum Inneren Kind“ und denke, ja …auch das gehört zu deinem Leben. Mach dich auf die Suche, geh auf die Reise.

Über das Innere Kind habe ich schon einiges gelesen, auch schon Übungen mitgemacht und vor mehr als einem Jahr wurde sogar in einer indianischen Seelenteilerückholung ein Seelenanteil wieder integriert.

Verrücktes Zeug…werden jetzt manche Leser denken. Andere werden gespannt weiterlesen.

Ich habe mich auf dieses Wochenende vorbereitet. Kinderbilder hervor gekramt und die entsprechenden Ereignisse alle wieder in mein Gedächtnis zurückgeholt. Habe die Gefühle von Freude und Trauer, Angenommensein und Zurückgestoßensein gespürt und zugelassen und seitenlang Tagebuch geführt.

War gespannt wie ein Flitzebogen und aufgeregt. War erfreut bei dem Workshop drei bekannte Gesichter zu treffen. In einem familiären Rahmen fällt es sicherlich leichter, in die Erfahrung zu gehen, sich zu öffnen und dem Inneren Kind zu begegnen.

Viele Übungen haben wir gemacht, gelacht und geweint. Aber das Highlight dieses Wochenendes war dann doch die „ Baumzeremonie“.

Nachdem wir samstags schon den ganzen Vormittag und Mittag durch Übungen dem Inneren Kind immer näher kamen, hieß es dann, ins Auto steigen, hinaus in die Natur fahren.

Ein stilles Waldstück wurde angefahren und jeder von uns lief ganz für sich los, auf die Suche nach dem Baum, der uns ruft, der uns anspricht.

Natürlich hatten wir vorher unsere Instruktionen bekommen. Hatten eine Decke mit, Schreibpapier, ein Bogen mit Fragen, Schreibzeug und hatten das bange Gefühl, ob wir überhaupt den Baum finden würden.

Ich wurde von einer Lichtung angezogen, musste über Schlammpfützen springen, durch Brombeerhecken, um meinen Baum zu erreichen.

Eine alte, knorrige Kiefer empfängt mich mit ihrer schrumpeligen, warmen Borke, angestrahlt vom Licht der warmen Nachmittagssonne.
Ich breite meine Decke aus, setze mich und lehne mich mit dem Rücken an den Stamm des Baumes.
Eigentlich soll ich jetzt beginnen dem Baum die Fragen zu stellen, doch irgendwie kommen ganz andere Gedanken, werden zu Worten und der Kugelschreiber fliegt nur so über das Papier:

Willkommen, alter Baum.
Kiefer, im kleinen Waldstück.
Meinem Rücken gibst du Halt.
Hast mich gerufen und gelockt.
Hier stehst du zwischen deinen anderen Geschwistern,
die schon teilweise gefällt am Boden liegen.

Deine braune Borke ist mit Flechten und Moosen durchzogen.
Ein weißer Strich sagt mir,
deine Zeit neigt sich dem Ende zu.
Nach dem Willen der Menschen wirst du bald fallen.

Es macht mich traurig und ich weine.
Um mich herum die kleinen Kiefernzapfen.
Du wirst den Buchen weichen müssen,
die dünnstämmig sich dem Licht entgegen strecken.
Sie werden nun deinen Platz einnehmen
Und das Kronendach des Waldes bilden.

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