Schlendern ist Luxus

  • Schlendern ist Luxus

     Constantia antwortete vor 3 Jahren, 7 Monate 1 Teilnehmer · 1 Senden
  • Constantia

    Organisator
    24. Juni 2019 um 9:55

    Auf einem Fußgänger-Boulevard allemal. Vor der Zerstörung 1945 war die Straße doch recht belebt. Zwar in der Mitte schon begrünt fuhren rechts und links einer grünen Insel in der Mitte Straßenbahnen. Eine Linie bog dann auch noch nach links ab in eine schmale Straße. Woher ich das weiß? Das war in meiner Kindheit noch so. Mit dieser Bahn fuhr ich als Schulkind im Klassenverband zum Schwimmunterricht in die wohl einzige Schwimmhalle der Stadt. Ein paar Schienen liegen noch in der Erde und erinnern daran.

    Ein Blick von oben. Der breite grüne Streifen ist unsere Bummelzone.

    http://up.picr.de/36094631jx.jpg

    Euch Fotos aus der Gegenwart zu zeigen ist kein Problem. Da habe ich eine Menge. Eigentlich auch historische Fotos. Ich tue mich allerdings schwer die einfach hier so reinzusetzen. Ihr wisst ja mit den Urheber-Rechten ist das so eine Sache.

    Da haben mit doch glatt die Marketing-Strategen der Stadt unter die Arme gegriffen und eine Schautaufel angebracht. Von der darf man ja wohl ein Foto machen.

    http://up.picr.de/36094694ct.jpg

    Außerdem habe ich mir gestern mal wieder einen Blick in die alten Adressbücher der Stadt gestattet und hätte mich fast nicht wieder rausgefunden 🙂 . Auf der Straße fanden sich meist recht einfache Geschäfte. Einige Friseure sind in den Erdgeschoss-Etagen registriert. Blumenhandel, Tabakwaren. Also nichts Spektakuläres.

    Bis zu dem wirklich spannenden Teil der Straße gab es rechts und links je drei Querstraßen. Die verschwanden mit der Neubebauung in den Siebzigern. Wohnzeilen entstanden, zu ebener Erde eine Reihe von Geschäften. Dahinter konnte man gut die immer mehr verfallenen Häuser verstecken.

    Von den Geschäften damals fehlt heute fast jede Spur. Mein Erinnerungsvermögen hat da auch Lücken. Zuviele Veränderungen in den letzten 30 Jahren. Da kamen so viele und gingen wieder.

    Eins aber kann gesagt werden, die Straße behielt immer ein gewisses Niveau. Billiganbieter fanden hier keinen Platz oder keine Zulassung.

    Rechts neben der Eisbar und euch schon ganz am Anfang gezeigt (ich stelle es aber noch mal rein) wurde den Bauarbeiter gedankt mit den Wappen der einzelnen Städte der Beteiligten.

    http://up.picr.de/36094637ip.jpg

    Auch auf der linken Seite war so eine Häuserzeile. Hier befand sich die Kinder- und Jugendbibliothek. Ein großer Raum diente als Puppentheater. Ein Besuch gehörte zur Feriengestaltung mit meinem Sohn.

    Anschließend gab es dann einen Gaststättenbesuch im gegenüberliegenden "Äberlausitzer Töpp'l. Hier haben wir dann preiswert (wenn auch aus heutiger Sicht ungesund 🙂 ) gegessen. Das Ambiente war einmalig. Butzenscheiben, Lausitzer Keramik – ich lass auch mal in ein Prospekt der damaligen Zeit blicken.

    http://up.picr.de/36094691yn.jpg

    Nach der Wende wollte man zumindest hier an dieser Stelle wieder den vollkommenen Durchbruch in die Seitenstraße schaffen. Also Abbruch des Wohnblocks, Umzug der Bibliothek und zwei würfelartige Häuser der Zeit gemäß entstanden.

    http://up.picr.de/36094629rd.jpg

    Schon sind wir auf der Mitte der damals entstandenen "Schlender-Meile". Wir finden natürlich wieder einen Brunnen

    http://up.picr.de/36094630gz.jpg

    und die "Goldene Uhr".

    http://up.picr.de/36094633xk.jpg

    Oftmals Treffpunkt von Liebenden, Ehepaaren zum Einkauf, heutzutage vielleicht auch von Geschäftsleuten.

    Das im Intergrund leestehende Ladengeschäft ist eine Seltenheit für diese Straße, ehrlich. Daneben einer diese Durchgänge anstelle ehemaliger Nebenstraßen.

    Hier sind auch nach der Wende ein paar moderne Gelegenheiten des Speisens entstanden. Statt Lausitzer Spezialitäten jetzt chinesisch & Co.

    Ich erinnere mich noch an eine Fleischerei, die hier, wie allgemein üblich, mit ein paar Mittagsgerichten diente. Eines Tages draußen ein Schild, jeder 10. Kunde (oder so ähnlich) bekommt ein Geschenk. Ich war mit meiner Kollegin dort zum Einkauf, regte mich lauthals auf, auf welche Art man so Kunden anlockt. Als ich bezahlen wollte sagte die Verkäuferin "Sie sind die 10. Kundin." Ich bekam eine großen Holzteller voll mit Leckereien des Meisters. Ich weiß bis heute nicht, ob ich wirklich die 10. war oder ob man nur Ruhe haben wollte im Laden.

    Treffen wir uns demnächst wieder an dieser Stelle. Früher gab es an diessem kleinen Brunnen Stühle. Naja, früher war ja auch mehr Lametta.

    Constantia

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