"Galantes Versailles" - die Mätressen am Hofe der Bourbonen

  • "Galantes Versailles" - die Mätressen am Hofe der Bourbonen

     Constantia antwortete vor 3 Jahren, 7 Monate 1 Teilnehmer · 1 Senden
  • Constantia

    Organisator
    26. Juli 2020 um 13:56

    So viel gebremstes Leben – doch nicht für mich. Ein Freund ruft hin und wieder an “Bist Du Zuhause? ich würde Dir gern mal wieder ein paar Bücher vorbeibringen.” Nichts lieber als dies, besonders in Coronazeiten.

    Und so kann ich mich auf Reisen begeben. Eine Reise in die Vergangenheit und ehrlicherweise muss ich sagen, nicht nur nach Versailles, sondern irgendwie quer durch Europa.

    Es ist kein Roman, eigentlich auch kein Sachbuch, natürlich auch kein Reise- oder Touristikbuch. Erschienen 2004 von der Historikerin Sylvia Jurewitz-Freischmidt. Bei diversen Buchportalen kann man evtl. fündig werden auch als Taschenbuch-Ausgabe.

    Über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren habe ich nun drei französische Könige, aber besonders die Mätressen dieser Herrscher begleitet.

    Bisher war mein Wissen über das 17. und 18. Jahrhundert eher punktuell. Hier erlebe ich es kontinuierlich in seiner ganzen Breite. Hofleben, politische Hintergründe für Hochzeiten, Kriege, das Entstehen des Schlosses und das Leben auf Versailles (urprünglich nichts weiter als ein Jagdschlösschen), medzinisches Geschehen und dessen Entwicklung. Da wurde gebaut, abgerissen oder die Bauten zogen sich hin, Kriege gingen vor.

    Wusstet ihr zum Beispiel was die leichten Pocken sind (Masern/Scharlach)? Oder dass ein Giftaffaire dafür sorgte, dass Trinkgläser erst in Frankreich und von da in ganz Europa auf den Tischen standen? Dass Mozart in Versailles ein Konzert gab?

    Mätressen bestimmten auch die Mode, die Freizeitbeschäftigungen. Sie waren wirklich für vieles zuständig.

    Es gab Söhne, manchmal auch Töchter der legitimen Art. Es gab auch andere, die dann zu legitimen Nachkommen gemacht worden. Manchmal wurde der König ziemlich alt und ruhig. Da rebellierte dann der junge Adel.

    Lieselotte von der Pfalz als Schwägerin Louis XIV. sorgte nicht unwesentlich für ein spannendes Hofleben.

    Ihr merkt schon, es war viel los in dieser Zeit. Es gab wahre Liebe, Intrigen, sehr oft … heute würde wir sagen Mobbing am Hofe. Man konnte gerufen werden, man konnte verbannt werden (und wieder gerufen).

    Die Autorin erzählt alles in einer lockeren Art und Weise. Nur wenn sie erklärt, wer mit wem auf welche Art verwandt ist, habe ich manchmal Probleme ihr zu folgen. Alle scheinen irgendwie verwandt zu sein.

    Am Ende steht die französische Revolution und das Ende einer Ära. Eine neue beginnt. Wie heißt es “Der König ist tot. Es lebe der König.” – Oder eben eine neue Ära beginnt.

    Nun bin ich wieder gelandet im hier und jetzt. Es war eine schöne Reise. Viele kleine Puzzleteile konnte ich zusammenfügen. Ich hätte gern mehr solche Bücher.

    Constantia

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