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Wie geht es mit Kuba weiter?
Marius antwortete vor 10 Stunden, 2 Minuten 10 Mitglieder · 35 Antworten
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Doch, Deine Freunde im Osten erzählen, dass, was angesagt ist, dass, was man den Freunden im Westen erzählt, wir armen Ossis haben nichts und wurden von der Stasi verfolgt. Das haben wir als Ostberliner als die Grenze offen war, den Westberlinern auch erzählt, damit sie gönnerhaft etwas herüberreichen und sie haben es bereitwillig und großzügig getan. Den armen Schwestern und Brüdern im Osten etwas geben, war das höchste der Gefühle im Westen. Man darf das Angesagte alles nicht so ohne weiteres glauben, oder anders gesagt, es wird alles nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Die Unzufriedenheit der DDR-Bürger schon in den Anfängen der 80er Jahre basierte auf Westverwandtschaft und Westfernsehen, mitzubekommen, was alles fehlt am materiellen Wohlstand. Es war so verrückt im Osten, dass die leere Dallmayr prodomo Dose ins Fenster gestellt wurde, die im Westpaket war, weil das einen besonderen Status bedeutete. Der Westen hatte den Osten schon lange überrollt, mit Luxus, da war an friedliche Revolution noch lange nicht zu denken. Heute gibt es in einem großen Laden 30 verschiedene Waschmaschinen zur Auswahl, ein tägliches Angebot, für eine Maschine, die ich alle 10 Jahre neu brauche. Vom Bestellen per Internet mal abgesehen, da ist alles verfügbar. Das gab es in der DDR noch nicht, da bestellte man eine Waschmaschine im Laden und sie wurden dann nach einer gewissen Zeit geliefert. Dieser Unterschied im Angebot der Konsumgüter machte im Osten unzufrieden, man hörte von der Westverwandtschaft, wie reichhaltig alles im Angebot ist bis hin zur High End Technik. Ich bin DDR-Bürger, in Ost-Berlin aufgewachsen, lebe nun seit über dreißig Jahren in Bayern, bin in der Kommunalpolitik involviert, aber ich erzähle den Wessis nichts mehr, damit sie Mitleid mit mir haben und sich gönnerhaft verhalten. Wie hier im Forum eher ziehe ich die Prügel auf mich, als dass ich mich verleugne.
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realo,
mir ging’s jetzt nur um die DDR und ihre Abhängigkeit von der SU. Die Abhängigkeit der alten BRD von den USA ist bekannt, wobei du den grundlegenden Unterschied in den jeweiligen Beziehungen ja erwähnt hast.
Der Grund für den Zusammenbruch der DDR waren die marode Wirtschaft, die Perspektivlosigkeit zusammen mit politischer Unzufriedenheit, was die Leute auf die Straße trieb. Wenn das nicht so war, würden alle meine Freunde in Ostdeutschland lügen, und das glaube ich nicht.
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Heigi geändert.
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@Heigi Die Dir aus dem Westen bekannten Klischees stimmen oft mit den Tatsachen aus dem Osten gesehen nicht überein. Die DDR war von der SU so abhängig wie die BRD von der USA. Der Unterschied und das ist richtig, die DDR lieferte an die SU Reparationen und die USA lieferte an die BRD Wirtschaftshilfe. Dennoch unterstütze die DDR andere junge sozialistische Länder durch Importe von Waren, Exporte von Maschinen und Fachpersonal bis hin zum Aufbau von Krankenhäusern. Das Ende des Sozialismus in der DDR war nicht wirtschaftlich bedingt, ein Märchen aus dem Westen, sondern rein politisch. Die Demonstrationen über die Kirche und deren Westkontakte, initiiert, setzte den Funken, der dann auf eine unzufriedene Bevölkerung, im Vergleich zum westlichen materiellen Wohlstand, übersprang und Massen mobilisierte. Sicher waren Konsumgüter limitiert, aber vorhanden, dagegen standen die vielen Sozialleistungen als völlig selbstverständlich. Die Unzufriedenheit der Leute im Osten heute kommt nicht von ungefähr, im Vergleich zur DDR müssen sie heute für alles zahlen und nicht wenig. Der materielle Wohlstand mit umfangreichen Hab und Gut muss teuer erkauft werden, er fällt nicht in den Schoß wie noch zu Zeiten des Sozialismus mit abgespeckter materieller Form. Ein Eigenheim bauen im Osten war möglich, mit Tricks, Tauschen und guten Beziehungen. Wenn heute junge Leute ein Haus bauen wollen, sie bekommen das Material frei Haus geliefert, müssen beide Partner zwei Jobs machen, um den Kredit abzubezahlen, von Handwerkern ganz zu schweigen. Da ist die Frage, was mehr Stress bedeutet? Nein, der wirtschaftliche Ruin der DDR ist ein Märchen aus dem Westen, um von den politischen Geschehen abzulenken und damit sich die westliche Wirtschaft das Filetstück Osten einverleiben kann für einen Apfel und ein Ei. Zum politischen Untergang des Sozialismus gehört natürlich vor allem ein wirtschaftlicher Untergang, das ist dem wirtschaftlich orientierten Kapitalismus ganz wichtig.
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Hat die DDR Kuba freiwillig unterstützt oder von der SU gezwungen? Die DDR war ja bekanntlich eins der wohlhabenderen Länder im Ostblock und musste selbst große Reparationsleistungen an die SU geben. Vielleicht hat diese an Kuba weiter gegeben? Ich frage das, weil die Wirtschaft der DDR immer mehr den Bach runter ging, bis zum eigenen Zusammenbruch.
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Heigi geändert.
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Ja, der hochgelobte Sozialismus hat viele Vorteile für die Bevölkerung, auch finanziell, Mieten, Lebensmittel, Gesundheitswesen usw., aber er hat kein Privateigentum an Kapital und das fällt ihm beim internationalen Handel mit Großkonzernen auf die Füße. Da fehlt einfach die Geldmenge als Macht, um kapitalistische Familienbetriebe zu überbieten. So blutet Kuba als Volkswirtschaft mit der Ölblockade aus, ist handlungsunfähig und gezwungen den amerikanischen Deal zu akzeptieren. Ja, wie gesagt, Kuba mit Zuckerrohr und schönen Stränden kann keine internationalen Geschäfte machen. Kann mich erinnern, die DDR hat viel Kuba unterstützt, die Sowjetunion auch, aber seit der ’90er Jahre fällt das weg und Kuba wird immer ärmer ohne eine amerikanische Spritze. Es ist nicht der Sozialismus selber das Problem, sondern die Eisenschellen um die Brust des kapitalistischen Umlandes, was die Luft zum Atmen nimmt.
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Hallo @realo
Die Kubaner waren schon immer Pleite.
Die kubanische Fluglinie namens „Cubana de Aviación“ hat schon in den 1960er Jahren an Heinemann Duty Free Shop in Frankfurt Zigarren verkauft um Ihre Start- und Landegebühren zu bezahlen.
So ist nun mal der hochgelobte Sozialismus…
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Das haben wir schon gelesen, auch wenn es die KI wiederholt bleibt die Aussage dieselbe.
‚US-Präsident Donald Trump setzt das wirtschaftlich angeschlagene Kuba
unter Druck und fordert die kommunistische Regierung auf, „einen Deal
abzuschließen, bevor es zu spät ist“.‘ so eine Zeile aus der aktuellen Tagespresse. Es ist stets ähnliches Vorgehen der USA um ihr System auszuweiten, ob mit Demonstrationen die Regierung stürzen im Iran, mit friedlicher Revolution in der DDR den gesamten sozialistischen Bereich beenden, in Venezuela durch Kidnapping des Präsidenten oder in Kuba durch Ölblockaden, stets geht es darum, das Land vom bisherigen Kurs abzubringen, hin zum von Amerika kontrollierten System. Natürlich sind Trump die Kubaner egal, aber nicht die Politik des Landes. Solange ein sozialistisches System vorherrscht, will Trump das ändern, denn die BRICS plus Staaten sind als Gegenspieler zu Amerika auf der Welt schon sehr mächtig. Nur sie erregen nicht diese mediale Aufmerksamkeit im Westen wie Trump das tut. -
Kuba ist schon lange Pleite…
Die aktuelle Lage zeigt, dass Kuba erhebliche Schwierigkeiten hat, Erdöl zu bezahlen und zu beziehen. Kuba ist stark abhängig von Erdöllieferungen, insbesondere aus Venezuela, doch diese Einnahmequelle ist derzeit versiegt. Berichte aus den letzten Tagen deuten darauf hin, dass Mexiko geplante Rohöllieferungen an Kuba storniert hat und die mexikanische Regierung sogar die Einstellung der Erdöltransporte prüft. Zudem gibt es Berichte über US-Pläne, Öllieferungen nach Kuba zu blockieren, was die Versorgungslage weiter verschärft.
Kuba verfügt selbst nur über geringe eigene Erdölvorkommen, die den Bedarf nicht annähernd decken können. Ohne externe Lieferungen, vor allem aus Venezuela, steht Kuba vor einer ernsten Energiekrise. Die kubanische Regierung hat aktuell kein Einkommen mehr aus Erdölquellen, was die Bezahlung von Erdöl zusätzlich erschwert.
…und bald will auch keiner mehr hin
Die Krise des Tourismus auf Kuba hat sich in den letzten Jahren verschärft und wirkt sich direkt auf diejenigen aus, die von dieser Branche abhängig sind. Die Zahl der Besucher ist drastisch zurückgegangen: Zwischen Januar und November 2025 kamen 2,3 Millionen Touristen, gegenüber 4,8 Millionen im Jahr 2018 und 4,2 Millionen im Jahr 2019
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@Heigi ich fürchte es auch, denn mit dem wegfallen des Öl’s aus Venezuela dürfte das Land nicht mehr lange überleben können, es ist ohnehin alles rationiert, Mexiko soll auf Trumps Druck seine Öllieferungen nach Kuba auch eingestellt haben, Strom gab es ohnehin nur 4 Stunden täglich, vermutlich jetzt noch weniger. Kuba kann ohne Hilfe von außen nicht überleben, die Bevölkerung hungert, für Trump wird es ein leichtes sein, die Macht in Kuba in US Hände zu bekommen, ob Deal oder Kidnapping. Die Kubaner wollen normal leben und es dürfte ihnen egal sein, wenn oder ob das unter Trump/USA ist. Ich habe nur meine Zweifel daran, dass die Lebensverhältnisse der Kubaner für Trump von Interesse sind.
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Da stimme ich dir zu, Kuba wird nicht mehr lange sozialistisch bleiben. Habe neulich einen Bericht über das Land gehört, wo Einwohner ihrem Land keine wirtschaftliche Überlebenschance mehr geben. Die USA werden übernehmen, was den Not leidenden Menschen letztlich egal ist, so der Tenor der Interviewten.
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