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  • Was ist das Bewusstsein?

    Von seestern47 am 8. August 2024 um 9:57

    Ich lese gerade den letzten Teil der Knausgard Triologie.

    Darin sagt er auf Seite 235:“ Wenn wir nicht wissen, was Bewusstsein ist, woher wollen wir dann wissen, ob Menschen, die sich in einem vegetativen Zustand befinden oder im Koma liegen, bei Bewusstsein sind oder nicht…“

    Eine interessante Frage, die im Hinblick von Sterbehilfe relevant ist, finde ich.

    LG

    Seestern47

    realo antwortete vor 1 Jahr, 5 Monaten 10 Mitglieder · 20 Antworten
  • 20 Antworten
  • realo

    Mitglied
    13. August 2024 um 10:22

    @Mondin Ist doch soweit alles richtig, es behauptet doch auch niemand etwas anderes. Wer persönliche Erfahrungen macht mit Menschen, die Beeinträchtigungen haben, weiß doch, wie es sich anfühlt, auch wenn nicht jeder Neurobiologe ist, der Bücher schreibt. Habe diese Bücher nicht gelesen, nur so groß kann der Einfluss auf die Menschheit nicht sein, sonst wäre es auf der Welt im Zusammenleben nicht so wie es ist, meist grausam.

  • Mondin

    Mitglied
    12. August 2024 um 11:53

    Ich möchte mal ein paar Begriffe klar stellen:
    Als Hirntod bezeichnet man den Zustand, wenn die Kurven im EEG auf der Nulllinie verlaufen.
    Alles andere ist ein Koma, wobei die Unterscheidung zwischen Wachkoma und Koma fließend ist.
    Die Tochter einer Bekannten lag im Wachkoma. Dabei würde ich ein Bewusstsein nicht ausschließen, denn manche, die nach langer Zeit wieder wach werden, können berichten, was um sie herum geschah.
    Man konnte die Tochter im Rollstuhl mit in ein Lokal nehmen. Kleingeschnittenes Essen oder Pommes hat sie es sich mit den Fingern selbständig genommen und gegessen. Wenn sie merkte, dass es nach draußen ging, strahlte sie, wenn es zurück auf die Pflegestation ging, wurde ihr Gesicht dunkel. Wenn sie eine Person nicht um sich haben wollte, schlug sie nach ihr.

    Ihre Mutter meinte aus ihren Blicken und Gebärden zu lesen: Hilf mir doch! Lass mich doch endlich sterben. Ein Notar konnte das nicht bestätigen. Irgendwann hat sie sich geweigert zu essen und die Mutter hat dafür gesorgt, dass sie nicht dazu gezwungen wurde.

    Ein Schicksal, das ich niemandem wünsche.

    Mondin

  • Gartenfan

    Mitglied
    12. August 2024 um 11:53

    Ich glaube , um dieses Thema wird zu viel Gezeter gemacht . Wenn man daraus auch noch Gewinn schlagen kann , um so besser .

  • happyday

    Mitglied
    12. August 2024 um 11:21

    @Genuss

    Da irrst du dich, wenn du davon ausgehst, dass ich die Titel verwechselt habe.

    Genau das, was ich schrieb, meinte ich auch…

    PS.: In den mehr als 20 Jahren, in denen ich hier aktiv bin, wurde mir schon einiges „unterstellt“. Dass ich Buchtitel verwechsle, das ist neu…Rofl

  • Genuss

    Mitglied
    12. August 2024 um 11:02

    Hallo @happyday , ich gehe davon aus, Du meinst das Buch „Selbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins“ von Antonio Damasio.

    Antonio Damasio ist einer der bedeutendsten Neurowissenschaftler unserer Zeit, seine Bücher sind internationale Bestseller. In seinem neuesten Werk widmet er sich einer Frage, die Neurologen, Philosophen und Psychologen seit Jahrhunderten rätseln lässt: Wie entsteht Bewusstsein? Mit seiner Antwort erklärt Damasio, wie der Mensch zum selbstbewussten Wesen wurde und dabei Fähigkeiten wie Sprache, Kreativität und Moral entwickelte.

  • realo

    Mitglied
    12. August 2024 um 10:33

    Habe den ganzen Thread gelesen, ein wundervolles Thema und das Zitat aus dem Roman ist Literatur und kein Fachbegriff der Neurobiologie. Deshalb ist das Zitat poetisch zu verstehen und nicht wissenschaftlich fachspezifisch. Ein Neurobiologe macht solche Äußerungen über Bewusstsein und Koma nicht, denn er weiß, dass er nicht genau belegen kann, worum es geht. Ohne Mystik geht es beim menschlichen Gehirn, beim Leben und beim Tod allgemein nicht, genauso wie mit der Seele. Jedoch wenn man anstatt den Begriff Seele aus dem lateinischen, den Begriff Psyche aus dem Griechischen verwendet, wird es wesentlich wissenschaftlicher. Die Psychologie ist eine Wissenschaft, die viel über das Wesen Mensch, seine Gedanken und Gefühle und über sein Bewusstsein bzw., das Unbewusste belegen kann. So hat ein Komapatient kein Bewusstsein, aber unbewusst läuft die Steuerung des vegetativen Nervensystems weiter, genauso wie bei einer Narkose. Die Psyche des Menschen ist nur zur Gestaltung des Lebens vom Bewusstsein abhängig, zum Überleben reicht das Unbewusste der Psyche aus.

  • seestern47

    Mitglied
    11. August 2024 um 20:08

    Danke für diesen Buchtipp @happyday 💚

  • FlorianS

    Mitglied
    11. August 2024 um 17:26

    Hallo @seestern47 , mit der Frage, was Bewusstsein ist, machst Du ein riesengroßes Fass auf. Sicher hat es damit zu tun, dass wir über Informationen reflektieren können, die auf uns zukommen, und dass wir die Fähigkeit zur Selbstreflektion haben. Persönlich bin ich stets zurückgezuckt, mich mit dem Begriff näher auseinanderzusetzen.

    Vielleicht kennt Du das Buch »Folge dem Kaninchen … « von Philipp Hübl. Er widmet sich ausführlich mit Methoden der Analytischen Philosophie diesem Thema. Für mich ist das Ganze zu komplex, und ich bin unfähig, die unterschiedlichen Modelle zu ordnen.

    Eins noch:
    Es ist eins der großen ungelösten Rätsel der Wissenschaft, wie eine Zusammenballung von Atomen Bewusstsein erlangen kann. Der Gedanke stammt meines Wissens von Max Tegmark.

    LG Florian.

  • happyday

    Mitglied
    11. August 2024 um 17:21

    @seestern47

    In seinem Buch: IM ANFANG WAR DAS GEFÜHL widerlegt Antonio Damasio die These von Descartes – Ich denke also bin ich. –

    Daraus wird: ich fühle, also bin ich, weil im Anfang das Gefühl und nicht das Denken war. –

    Wer sich auf dieses Buch einlässt, erfährt viel über die Entwicklung des Menschen von der Evolution bis hin zur aktuellen Hirnforschung, auch über das Bewusstsein.

    LG – happyday

  • seestern47

    Mitglied
    11. August 2024 um 17:02

    Danke @Yossarian – Das Zitat (Bewusstsein ist ein Geisteszustand,

    in dem man Kenntnis von der eigenen Existenz und der Existenz einer
    Umgebung hat.“) gefällt mir. Das ist pointiert. Aber messen kann man es nicht. Wie auch? Gehirnströme.

    Schönen Sonntag

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