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Verständlich oder verwerflich?
Von rheinlaender1 am 16. September 2019 um 14:39Verständlich oder verwerflich?
Ich möchte einmal ein Thema in die Runde schreiben, das ich in der Form weder familiär noch im Freundeskreis ansprechen kann:
Ich bin 34 Jahre verheiratet. Vor drei Jahren ist meine Frau (70) an Demenz erkrankt, wir wohnen nach wie vor zusammen und das wird – unterstützt von einem Pflegedienst und einer Freundin meiner Frau- so bleiben bis es nicht mehr geht.Seit der Erkrankung leben wir in einer Art Bruder-Schwester-Beziehung, mit Nähe zwar aber ohne sexuelle Zärtlichkeiten und sinnliche Momente. Ich bin 64, sportlich aktiv und gesund – und sexuell völlig unausgelastet. Ist es verständlich oer grundsätzlich verwerflich, dass ich versuche, diese Zustand zu ändern?Laki antwortete vor 6 Jahre, 5 Monaten 16 Mitglieder · 28 Antworten -
28 Antworten
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@rheinländer,
es werden nicht nur Frauen dement. Und manche Ehefrau befindet sich in einer ähnlichen Situation wie du und hätte in dir jemanden, der sie versteht und die nötige Diskretion walten läßt. Den Text würde ich wirklich verändern . So entsteht ein etwas merkwürdiger Eindruck
Über die möglichen Fallstricke hast du ja allerhand erfahren.Es gibt dazu übrigens auch einen Film, in dem kommt das Problem mit vor. Er heißt "Tanz ins Leben" (Netflix.) In der Arte Mediathek gibt es dazu, auch einen guten Film, allerdings eher eine Komödie. Manchmal helfen ja solche Geschichten eigene Gedanken zu sortieren.
Es ist wie es ist und es kommt wie kommt sprach der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwnd.
Wie immer du dich entscheidest Viel Erfolg.phil
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Ich danke euch für eure Meinungen. Die meisten davon haben Verständnis, einige von euch haben mich auf sehr persönliche Weise direkt geschrieben, was ich sehr schön fand. Ich werde es wohl so machen, dass ich eine ausführliche Suchanzeige schreibe, in der ich meine Situation erläutere. Meldet sic darauf eine Frau, so weiß sie, was eben mit/bei mir geht und was eben nicht. Bin gespannt, was / ob was kommt!
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warum meldest du dich zu Wort?
Wolltest du auch mal was sagen?Weshalb wird hier jetzt wieder Streit hineingetragen?
Das Für und Wider in Rheinländers Beitrag muss jeder für sich entscheiden.
Es ist gut, wenn man sich Gedanken macht.
Jeder Mensch ist anders veranlagt, hier den richtigen Weg zu finden ist nicht abwegig, denke ich. -
Dito, Paesi! Und überhaupt, rein juristisch gesehen, ist eine Heirat ein Vertrag…
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Zum "Streiten" war mein Beitrag eigentlich nicht gedacht, sondern ich wollte lediglich Ricardas Gedankengang untermauern – im Voraus Eventualitaeten besprechen, damit die Beziehung nicht nur in guten, sondern auch "in schlechten Zeiten" entsprechend den Vorstellungen eines Paares funktioniert.
"In schlechte Zeiten" heisst fuer mich, der andere Teil darf nicht "gegeiselt", zu etwas verpflichtet werden oder sich verpflichtet fuehlen muessen, wozu er vielleicht nicht in der Lage ist oder sich selbst ganz aufgeben wurde. Es heisst aber auch, dass man Fuersorge dadurch nicht aufgibt.
Verheiratet oder nicht, ein Paar oder nicht – jeder ist trotz allem immer ein freies Individium. So moechte ich mich fuehlen, so soll sich mein Partner/Ehemann fuehlen.
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Paesi kann, glaube ich, ziemlich gut für sich selbst sprechen und wenn du dir sonst keinen Kommentar zutraust, warum meldest du dich zu Wort?
Wolltest du auch mal was sagen? -
Ich moechte nicht, dass er seine letzte Chance (altersmaessig und gesundheitlich bedingt) eines Rueckfluges verpassen wuerde, nur weil er mich, weil unheilbar erkrankt, pflegen muesste
Damit würde er es sich aber sehr einfach machen.
Das wäre aber ein anderes Thema.Rheinländer hat nichts davon erwähnt, dass er seine Frau verlassen würde.
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In so eine aehnliche Richtung habe ich auch gedacht.
Ich finde es wichtig, sich ueber bestimmte Dinge bereits im Vorfeld auszutauschen, wenn es noch gar keine (schwerwiegenden) Probleme (gesundheitlich) gibt, um herauszufinden, welche Einstellung der einzelne Partner zu einer eintretenden Situation hat bzw. wie man gedenkt, gemeinsam damit umgehen zu koennen.
Mein Mann hat die Freiheit, wieder in sein Heimatland zu fliegen, sollte mir etwas passieren, dass mich voellig unselbststaendig werden laesst. Ich moechte nicht, dass er seine letzte Chance (altersmaessig und gesundheitlich bedingt) eines Rueckfluges verpassen wuerde, nur weil er mich, weil unheilbar erkrankt, pflegen muesste. Wir haben das so gemeinsam besprochen, wie er handelt, ist seine Sache – aber er weiss, wie ich darueber denke und braucht kein schlechtes Gewisssen zu haben.
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Ohne besonderen Bezug hier angehängt, lieber Schowi.
Ich weiß nicht, in welchem Stadium der Demenz rheinländers Ehefrau ist. Aber, wenn sie noch ansprechbar ist, würde ich das mit ihr besprechen – und wer weiß, vielleicht stimmt sie einer 'offenen Ehe' sogar erleichtert zu, da sie an Sex gar nicht (mehr) interessiert ist? Dann könnte zumindest das 'schlechte Gewissen' wegfallen. Ricarda :-B
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