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  • Yossarian

    Mitglied
    10. Januar 2025 um 9:30

    Moin, @Carlinette „Seelsorge“ war es wohl nicht, weil ich keine Seele vorzuweisen habe 🙂 Außerdem passen solche Gespräche nicht zu meiner Vorstellung von „Seelsorge“. Aber das nur am Rande. Auch dabei war die Trennung von Glaube/Religion/Kirche wichtig, denn ohne sie kann man sich zum Beispiel nicht mit der Frage beschäftigen, warum Menschen glauben. Die finde ich nun wieder sehr interessant, weil ich dabei auch viel über mich lernen kann. Für manche Menschen ist der Glaube wichtig und ich frage mich, was ich so anders mache, dass ich solange ich denken kann ohne einen Glauben an übernatürliche Mächte zufrieden durchs Leben komme. Wenn der Glaube an eine höhere Macht Sicherheit gibt, wo hole ich mir die her oder komme ich vielleicht ohne sie aus? „Faszinierend“ würde Mr. Spock sagen.

    Genauso verhält es sich mit Ritualen. Wir sind von Ritualen umgeben, die uns oft nicht bewusst sind. So habe ich mich zum Beispiel dabei erwischt, dass ich mir ein eigenes Ritual als Einleitung der Meditation geschaffen habe. Das war mir anfangs nicht einmal bewusst, es ergab sich einfach so. Den verlinkten Artikel über Rituale fand ich sehr interessant. Er bezieht sich auf das freimaurerische Ritual, enthält aber vieles, das sich verallgemeinern lässt.

    Ritualdimensionen – ein zentraler Aspekt der Freimaurerei

  • Carlinette

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 18:06

    @Yossarian, da hast du also drei Tage Intensivseelsorge bekommen, herrlich! Könnte mir vorstellen, dass man darüber sogar minutenlang die Krankheit vergessen könnte… Ich mache gelegentlich Besuche im Altersheim, und dabei entstehen manchmal solche wirklich gehaltvollen Gespräche. Die Menschen dort brauchen kein ideologisches Gequatsche, sondern haben sehr reelle, dringliche Fragen zum Warum und Weshalb. Ich glaube, sobald sich beide/alle Gesprächspartner voll als lebendige, betroffene Person einbringen, wird der Austausch eher glaubwürdig.

    Ich persönlich hänge tatsächlich an Ritualen. Denke allerdings, dass man dazu nicht religiös eingestellt sein muss. Weihnachtsfeste z.B. halten auch für Atheisten ihre vertrauten Abläufe bereit. Das Schöne an Ritualen ist ja, dass alle für eine Weile aus dem gewohnten Hamsterrad herauskommen und sich auf die Gemeinsamkeit konzentrieren dürfen. Oder auf etwas Heilsames: Rituale kann jeder auch alleine pflegen, und sei es mit einer Kerze und einer Tasse Tee.

    A propos Tee, ich sollte mir endlich auch eine Tasse davon gönnen! Tschüß!

  • Yossarian

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 17:49

    @Heigi Ich kann das mit den religiösen Heimat sogar nachvollziehen. Rituale gleich welcher Art schaffen Gemeinschaft. Ich habe mal die Theorie gelesen, dass das einer der Gründe für das Entstehen von Religionen war. Gruppen mit gemeinsamen Ritualen hatten einen besseren Zusammenhalt. Wie dem auch sei, eine sachliche Diskussion über solche Themen ist in diesem Forum nicht möglich, weil sofort jemand die Verbrechen der kath. Kirche auf den virt. Tisch bringt, auch wenn das Thema eigentlich anders lautet.

    Die spannendsten Gespäche dazu hatte ich bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt. Für drei Tage hatte ich einen evang. Pastor auf dem Zimmer und wir haben endlos über Fragen wie den persönlichen Glauben, die erschreckend menschlichen Eigenschaften, die Göttern untergeschoben werden, oder auch die scheinbare Konkurrenz zwischen Kirche und Wissenschaft geführt. So etwas könnte man hier vergessen – schade eigentlich.

  • Heigi

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 16:53

    Das kann ich gut nachvollziehen @Hannebambler, und ich denke, dieser Bericht ist nur exemplarisch für viele weitere ähnlich gelagerte. Endlich rücken diese Taten ins Licht der Öffentlichkeit und die Kirchen können sich immer weniger davor verstecken.

  • Heigi

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 16:50

    @Yossarian: Stimmt, und wenn Gläubige Glauben und Organisation (Kirche) nicht trennen würden, gäbe es noch viel mehr Kirchenaustritte. Aber gerade auch für viele Ältere ist die Kirche eine Art religiöse Heimat mit all den vertrauten Ritualen, mit denen sie aufgewachsen sind und die sie nicht missen möchten. Lange Zeit war „man“ der Meinung, was nicht sein darf, kann nicht sein. Um des lieben Friedens willen. Vielleicht ist dies ein Grund, warum immer wieder Emotionen hoch kommen.

  • Hannebambler

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 14:30

    Hallo @Heigi , und genau das ist es was das mittlerweile unerträglich macht!

    Aus meiner ehemaligen Nachbargemeinde.

    https://bistummainz.de/pfarrei/riedstadt/aktuell/nachrichten/nachricht/Fall-von-sexuellem-Missbrauch-in-der-Pfarrei-Goddelau/

  • Yossarian

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 13:46

    Damit hast du zweifellos recht, @Heigi . Doch mit verbalen Rundumschlagen, die nicht einmal zwischen individuellem Glauben, Religion und organisierter Religion in Form der Kirchen unterscheiden, ist auch niemandem geholfen. Daran mangelt es leider regelmäßig und deswegen laufen diese Diskussionen immer wieder vor die Wand.

  • Heigi

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 13:35

    Die Sendung habe ich auch gesehen @Hannebambler. Es ändert sich nichts, immer nur unter den Teppich gekehrt!

  • Yossarian

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 13:04

    Echt jetzt, @Holzhacker ? Du gräbst einen thread vom letzten September aus, nur um dir mal wieder zu bescheinigen, dass du der einizige Durchblicker bist? War es so dringend nötig?

  • Hannebambler

    Mitglied
    9. Januar 2025 um 12:27
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