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  • Carlinette

    Mitglied
    11. Januar 2025 um 20:22

    Hi @Yossarian, das habe ich gerade mal nicht aus dem Internet wie neulich den Panamakanal, sondern aus über 10 Jahren Praxis bei den tibetischen Buddhisten. Inzwischen war ich dort schon lange nicht mehr – aber gerade heute zu „Besuch“ bei den Za-Zen-Leuten hier vor Ort.

    Du hast Recht mit der „Seele“, eine solche kommt bei den Tibetern auch nicht vor. Der Begriff Seelenwanderung ist weniger zutreffend als Reinkarnation, aber ich denke, das gibt sich nicht viel. Immer auch eine Frage der Übersetzung! Da die Lehrer vermeiden möchten, dass im Westen verwendete Begriffe falsche Assoziationen wecken, kann es auch passieren, dass Geist und Seele gar nicht so weit auseinanderliegen, sondern nur anders genannt werden. Es geht immerhin um universale Züge des Menschen (scheint mir – natürlich gibt es dazu andere Ansichten, z.B. dass es eine Psyche gibt, aber keine Seele und auch keinen Geist).

    Wie nennt man denn im Theravada das „Teil“, das durch Meditation trainiert und durch positive Handlungen karmisch gereinigt wird?

  • Yossarian

    Mitglied
    11. Januar 2025 um 20:03

    @Carlinette Woher hast du diese Angaben über die buddh. Lehre? Mit dem Theravada vertragen sie sich auf keinen Fall. Es gibt im Theravada auch keine keine Seelenwanderung, allein schon aus Mangel an einer Seele (die wir erst einmal genauer definieren sollten). Bei den Mahayana-Traditionen bin ich nicht absolut sicher, aber es wird mit ziemlicher Sicherheit auch nicht anders sein. Beim Thema Reinkarnation muss ich tatsächlich noch mal nachlesen, was da in ein neues Dasein eintritt. Ich habe das vor etlichen Jahren bei Ayya Khema gelesen, aber mich danach nicht mehr interessiert.

    Ich war ca. 15 Jahre in einer am Theravada orientierten Meditations- und Gesprächsgruppe und deswegen kann ich hauptsächlich dazu etwas sagen. Mit den Mahayana-Traditionen bin ich nicht warm geworden.

  • Carlinette

    Mitglied
    11. Januar 2025 um 19:33

    Grüß dich, @Yossarian ! Der Geist löst sich lt. buddhistischer Lehre beim Tod nicht auf, sondern sucht sich so lange eine neue materielle (ergo unbeständige) Existenz, wie er sich nicht durch gutes Karma, Meditation und Wohltätigkeit aus dem zwangsmäßigen Kreislauf des Daseins befreit hat. Und auch im Nirvana geht der Geist nicht unter. Stichwort Seelenwanderung, wobei wir wieder bei der Seele sind. Aber mit realen Personen in unserem Sinne hat der Geist nicht viel zu tun.

    Nun, das sind alles Dinge, die zwar gelehrt werden, aber gleichzeitig ist jeder aufgerufen, für sich selber derartige Aussagen auf den Prüfstein zu stellen und sie anzunehmen oder eben auch nicht. Gezweifelt werden darf (bzw. sogar soll) sowohl bei den Buddhisten als auch bei den evangelischen Christen. Über den ziemlich umfangreichen Rest der Menschheit kann ich nicht viel sagen Rolling Eyes So glaube ich weiter, dass du eine Seele hast, aber selbstverständlich ohne von dir zu erwarten, dass du das auch glaubst! Und du sollst gerne glauben, dass ich keine Seele habe!

    Zu guter Letzt, meine Großmutter hatte einen Hund, den sie sehr liebte, und sie sagte immer, das sei „eine Seele von Hund“. Wenn schon der Hund meiner Oma eine Seele hatte, wie soll es dann angehen, dass Yossarian keine hat? Erklär mir das mal Face With MonocleSmile

  • Genuss

    Mitglied
    11. Januar 2025 um 13:09
    • „Religiöse Leute sind wie Softwareentwickler: Sie haben immer ein Update für ihre Überzeugungen.“

  • realo

    Mitglied
    11. Januar 2025 um 11:40

    @Zoe An diese Probleme stoße ich immer wieder, bei mir ist die Seele nicht die christliche, die beim Tod gen Himmel steigt, sondern lateinisch Seele und griechisch Psyche. Sie wird in der Psychologie behandelt, eine Wissenschaft. Rituale tun der Seele/Psyche gut, sie strukturieren den Alltag, stabilisieren die Gefühlslage und das alles ohne christlichen Glauben. Die Rituale in der Kirche können das auch, aber es ist an die Abhängigkeit des Glaubens an Gott gebunden. Das sind die Probleme, an die ich immer wieder stoße, etwas Gutes für die Seele/Psyche tun ist nicht an die Religion großer Kirchen gebunden, im Gegenteil, ohne dem geht es noch viel besser. Wenn ich als Ritual eine Gehmeditation anberaume, ein Spaziergang, immer derselbe Weg, dann habe ich mir das selber ausgedacht ohne Vorlage. Ich habe erkannt, durch Versuch und Irrtum, wenn ich eine anspruchsvolle Beratung hatte, mir anschließend ein Spaziergang in der grünen Natur gut für den Ausgleich meiner Psyche tut. So habe ich das Ritual, bei Stress spazieren gehen, eine Entdeckung von mir selbst.

  • Yossarian

    Mitglied
    11. Januar 2025 um 9:43

    Moin, @Carlinette . In unserem Alltag gibt es viele Rituale, doch nur wenige, die mit Aufwand verbunden sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Über die christlichen Gottesdienste weiß ich wenig und auf der Suche nach populärwissenschaftlichen Texten über Rituale stieß ich auf diese Abhandlung. Solche in einen größeren Kontext eingebundene R. haben durch ihre symbolischen Handlungen etwas Fesselndes.

    Bei der Seele muss ich Widerspruch einlegen. Nach meinem mageren Verständnis der christlichen Version der Seele ist das etwas ewiges, das jenseits allen Körperlichen existiert. Die Existenz eines solchen ewigen Etwas hat der Buddha bestritten. Es gibt nichts ewiges, weil alles Existierende unbeständig ist. Was du mit „Geist“ meinst ist mir nicht klar, das musst du näher erklären.

  • Carlinette

    Mitglied
    10. Januar 2025 um 18:38

    Danke @seestern47, der Tee war gut, ja! Blush

    Und Dank auch Yossarian für den Link zum Verständnis von Ritualen. Da tut sich für mich eine vollkommen unbekannt Welt auf, die der Freimaurer, aber tatsächlich gelten etliche Bemerkungen wie z.B. die zum Verhältnis zw. Musik und Ritual auch anderswo: Die Musik soll nicht zum Konzert werden. Heutzutage wird in Kirchen schon öfter nach musikalischen Einlagen im Gottesdienst geklatscht – was eigentlich total daneben ist. Andererseits freut sich die Kirche heute über jeden, der überhaupt reinkommt: Da möchte man nicht zu laut schimpfen…

    Ansonsten bleibe ich bei meinem Glauben, dass selbst Yossarian eine Seele hat Rofl Wahrscheinlich nennst du sie halt anders… Im Buddhismus (falls das deine Meditationsrichtung sein sollte) spricht man ja auch vom Geist und nicht von der Seele. Wie auch immer man den Anteil des Menschen nennt, der sich nicht in Molekülen einsperren lässt!

  • Zoe

    Mitglied
    10. Januar 2025 um 14:48

    @realo : […] ich erschaffe sie [die Rituale, m.A.] selbst und sind so eher durch psychologische Wissenschaften begründet.

    Wenn Du sie selbst erschaffst, inwiefern gründen sie dann in psychologischen Wissenschaften? In welchen Wissenschaften eigentlich. In der Psychologie und darüberhinaus? Religion beinhaltet zwar auch Seelenkunde, aber die hast Du ausgeschlossen. Mich interessiert, was Du meinst. Kannst Du es präziser sagen?

    • Diese Antwort wurde in vor 1 Jahr um  Zoe geändert.
  • realo

    Mitglied
    10. Januar 2025 um 12:17

    Rituale sind auf jeden Fall hilfreich im Leben, der Unterschied ist nur, ob sie von einem Schriftstück vorgegeben sind, oder selber kreiert. Ich lebe viele Rituale, sie geben Struktur und gute Gefühle, aber sie haben keinen christlichen Ursprung, ich erschaffe sie selbst und sind so eher durch psychologische Wissenschaften begründet.

  • seestern47

    Mitglied
    10. Januar 2025 um 9:37

    @Carlinette

    Da stimme ich dir absolut zu! Rituale haben etwas Beruhigendes und Verbindendes, unabhängig von der religiösen Einstellung. Sie schaffen kleine Inseln der Ruhe oder Gemeinschaft im Alltag. Ob im großen Rahmen wie Weihnachten oder im Kleinen mit Tee und Kerze – solche Momente tun einfach gut. Übrigens, ich hoffe, dein Tee hat gut getan! 😊☕

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