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Neologismen - Wer kennt welche ?
forscher antwortete vor 3 Monaten, 2 Wochen 48 Mitglieder · 4,571 Antworten
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Ich habe auch noch weiter überlegt @Paesi . Möglicherweise ist die Übertragung des „Modus“ auf den psychischen Bereich doch -entgegen meiner ursprünglichen Annahme- erst eine Folge der Verbreitung des Computers und mehr noch des Handys. Auf meinem Handy z.B. steht bei den Einstellungen wörtlich „Energiesparmodus“ bzw. „Ultraenenergiesparmodus“. Und so sehr lange, meine ich zumindest, ist die Verwendung für psychische Zustände auch noch nicht gebräuchlich.
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Modus ist ein vielseitig verwendetes Wort. Seine Herkunft ist lateinisch. Es drückt vorwiegend eine bestimmte Art und Weise aus, z. B. in der Grammatik die Modalsätze, die Modalverben, die Modi der Verben.
In anderen Bereichen gibt es auch Modi. Standby – ist ebenfalls eine Art und Weise für mich: Ruhezustand. Beim Fernsehen kenne ich den Bildmodus. Ich kann z.B. einstellen, wie (Art und Weise) die Bildqualität sein soll – heller, dunkler.
Die Mode (Modus)-Taste bei technischen Geräten ermöglicht etwas nach Motiv und Zweck auszuwählen (Ausführungsart), z.B. verschiedenen Aufnahmemodi bei Kameras, Fotoapparaten, beim Radio z.B. Mono/Stereo. Ich meine, jedes technische Gerät hat eine Mode-Taste/Auswahltaste/Bestimmung der Verwendung.
So sehe ich es.
Vielleicht kennt sich @forscher im technischen Bereich besser mit dem Wort aus. -
Es gibt eine neologismische Redeweise, die so geht: „sich im standby-, im Ruhe-, im Ärger-, im Wutmodus befinden“, d.h. psychische Zustände, Befindlichkeiten, Gefühle werden in technische Begrifflichkeit gefaßt. Das Wort „Modus“ ist zwar uralt, ich kenne es aus der Philosophie, speziell der Ontologie, aber ich meine, es müsse ebenso ein Ausdruck sein, der in der Telefonie (habe ich mir gemerkt), der IT-Technik, bei Radio- und Fernsehen seinen ursprünglichen Platz hat. Wißt Ihr es besser oder genauer als ich?
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Mit der Pathologisierung des „Gemütes“ bzw. der „Gemütslage“ stehe ich (auch) auf Kriegsfuß @Paesi . Ein wohlgestimmtes Gemüt ist normal, oder das normale Gemüt ist wohlgestimmt und alle Abweichungen sind „dys“, d.h. Störungen des nicht mißmutigen Gemüts.
Danke @Forscher für dieses Wort, das ich nicht kannte. In Griechisch klingt die gestörte Gemütslage weniger krankhaft.
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Ich kenne den Begriff. Ärzte sind manchmal schnell mit so einer Diagnose, vor allem Psychologen. Die habe ich nach einer Weile im KH gemieden wie der Teufel das Weihwasser und Gespräche verweigert. Ein unbedachtes, ehrliches Wort über eine momentane Gefühlslage und man ist reif für Antidepressiva – habe ich zum Glück nie genommen.
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Ich bestimmt nicht, denn sonst wüßte ich, was „Dysthymie“ bedeutet.

Hört sich jedenfalls schon wieder sehr medizinisch an und „dys“ meint immer „entgegen der Ordnung der Harmonie“.
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